Der Review-Weihnachtskalender - Türchen 15:

Querbeats – Rückblick 2018: Mai

Weil wir ja den Rückblick auf den April leicht schummelnd mit einer Platte, die eigentlich im Mai herauskam, beendet haben, eröffnen wir nun den Mai mit einer, die schon im April erschien. Logisch, oder? Bitte lesen Sie weiter:

Denn für die Sympathen von Lexy & K-Paul kann man schon mal eine Ausnahme machen. Die haben für „Peilschnarten“ wieder die Kiste mit den seltsamen Tracknamen (kleine Auswahl: „Schnabelelch“, „Stolperphilanthrop“, „Rammelzieher“) geplündert. Macht Paul Kalkbrenner (hatte übrigens auch ein Album im Mai draußen, das hatte aber nicht mal lustige Titel und war auch sonst öde) ja nicht mehr. Und dazu gibt es chillig-tanzbar-fluffigen Stoff, genau dafür mag man die beiden. #

DJ Koze hat sich ja spätestens mit seinem letzten Album „Amygdala“ zum Kritikerfavoriten gemausert. Für den Gelegenheitshörer ist seine Musik jedoch nicht gemacht. Dafür schraubt „Kohsie“, wie alle zu Stefan Kozalla sagen, viel zu detailverliebt an seinen Tracks herum. Das ist auch auf „Knock Knock“ wieder so. Egal, ob die Gäste Róisin Murphy, Sophia Kennedy oder Bon Iver heißen, von Lambchop oder Arrested Development vorbeischauen, alles ordnet sich den verdrehten Koze-Sounds unter. #

Sanae Yamada ist sonst Keyboarderin beim Moon Duo. Solo nennt sie sich nun jedoch Vive La Void und lässt auf ihrem gleichnamigen Debütalbum der Leidenschaft für ihr Hausinstrument freien Lauf. Weniger Psych, mehr Synth also. Verträumt und hypnotisch mäandert Yamada auf den sieben Stücken durch elektronische Weiten. Würde perfekt als Soundtrack zu einem dieser kleinen, feinen Sci-Fi-Geheimtipps passen. #


Atmosphärisch und elektronisch? Da kommt doch unser Album des Monats Mai genau richtig. Jenes liefert der großartige Jon Hopkins mit „Singularity“ ab. Die Review gibt es hier nachzulesen. #

 

 

 

 


Und wir bleiben stilistisch noch etwas bei den Synthieträumern. Und ja, Kraftwerk und Air passen als Referenzen ganz gut zu den Frankfurter Newmen, die für „Soft Ware“ wohl auch ordentlich an der Hardware, sprich alten Synthies, herumgedreht und -gedrückt haben. Hinzu kommt aber noch ordentlich Percussion und die eine oder andere Gitarre, was einen interessanten Mix ergibt. #

Huch, Moonbootica gibt es ja auch noch! Schön, dass TobiTob und KoweSix auch immer noch interessante Platten wie „Future“ machen. Dieses Mal mit klarer Aufteilung in zwei jeweils etwa halbstündige Hälften. Während Hälfte Zwo ein stabiles DJ-Set mit ordentlich Beats im House abliefert und somit eher den Club bedient, ist Hälfte Eins die eigentliche Entdeckung. Die Gaststimmen (Bondi, Jack Beauregard, Nneka, Emily Breeze und Aroma) und die poppigen Melodien ergeben ein paar astreine Hits. #

Die Arctic Monkeys haben mit ihrem loungig-lässig-verspaceten „Tranquility Base Hotel + Casino“ ordentlich die Gemüter gespalten. Wir mochten es, hier gibt es die Review. #

 

 

 

 

Aus den tranquilen Welten hinaus an den Strand. Ins Beach House, wo Victoria LeGrand und Alex Scally, die Großmeister des Dreampop zu Album Nummer „7“ geladen haben. Und natürlich wird man wieder einmal nicht enttäuscht. Kaum jemand vermag es so gut wie dieses Duo, den Hörer für eine Dreiviertelstunde des Schönklangs (trotz kaum fröhlicher Musik) selig ins Traumland zu versetzen. #

James Ford ist ja nicht nur ein ausgezeichneter Produzent, wie alle „Spirit“isten hier bestätigen dürften. Sondern der macht auch ab und zu selber Musik. Vor allem mit Jas Shaw als Simian Mobile Disco. „Attack Decay Sustain Release“ (2007) ist ein moderner Indie-Dance-Klassiker, danach wurde es aber immer sperriger. An „Murmurations“ kommt man nun wieder leichter heran, was vor allem an den Stimmen des Londoner Deep Throat Choirs liegt, die feine Melodien über die eigenwilligen Soundeskapaden der beiden Herren legen. #

Jetzt empfehlen wir aber auch nochmal etwas Einheimisches. MarieMarie hat eine fantastische Stimme, optisch beeindruckende Videos und mit „O“ auf Album Nummer Zwei nun auch eine amtliche „international“ klingende Produktion. Elektronische Popmusik mit klassischen Elementen und vielschichtigen Arrangements (es ist höchstens manchmal ein wenig zu viel von allem), wo bleibt da jetzt eigentlich der große Durchbruch? #


Warpaint kennt mancher hier sicherlich als Support von der letzten Depeche-Mode-Tour. Doch abgesehen davon, dass diese Band natürlich auch so hörenswert ist, haben einige der vier Damen noch weitere Standbeine. Gitarristin (und zweite Stimme) Theresa Wayman beispielsweise ist nun auch solo als TT unterwegs und verschiebt ihren Sound auf „LoveLaws“ ein ganzes Ende in Richtung TripHop. Das kommt dann oft recht minimalistisch daher, verbreitet aber eine herrlich karge Atmosphäre. #

Und dann waren da natürlich noch unsere Lieblinge von den Chvrches mit ihrem dritten Album „Love Is Dead“. Wir lieben sie immer noch und haben auch wieder ein schönes Interview mit ihnen führen dürfen (Teil 1 hier, Teil 2 haben wir uns noch für demnächst aufgehoben) … aber die Entscheidung für Allesglattbügler Greg Kurstin als Produzenten (vermutlich wegen des großen amerikanischen Marktes) war eventuell nicht die Richtige. Zwischen nach wie vor tollem Electropop findet sich so leider auch ein bisschen Quark. Trotzdem natürlich weiterhin hörenswert, die Drei.


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Letzte Aktualisierung: 19.12.2018 (c)

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentar

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  1. alecDM
    18.12.2018 - 23:09 Uhr
    1

    ....

    HEALTH

    THE SOFT MOON

    Spotify :)

    incl. Editors, das Beste was es dieses Jahr gab….

    Werbung : spotify ist unglaublich, was ich für Musik entdecke – sensationell

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