

Für die Ruhrfestspiele in Recklinghausen wurde er zur musikalischen Untermalung von Tolstois Mammutwerk angefragt. Und diese Musik sollte er auch noch live (am Bühnenrand platziert) spielen. Das Album dazu ergab sich erst hinterher, und es ist eine spannende Erfahrung. Denn obwohl es klassischen Einschränkungen von Soundtracks unterliegt (die Bilder, die Handlung, die das Werk untermalen soll, fehlen dem Hörer eben), weiß es zu faszinieren.
Mit recht minimalistischen Mitteln (Geige, Cello und Elektronik) und nur gelegentlichen Gesangsspuren schafft Ring von Beginn an Atmosphäre. Es knistert, es wabert, das Drama wird aufgebaut, angedeutet, aber nicht pathetisch ausgekostet. Und hin und wieder schleicht sich der Pop ein („LightOn“), bevor mit den letzten beiden StĂĽcken „Austerlitz“ und „A Violet Sky“ die groĂźen Höhepunkte aufwarten. – 8 von 10 musikalischen Schmökern

Ellen Allien wollte schon seit Längerem ein zusammenhängendes Musikstück schreiben, da kam ihr die Anfrage, die Komposition für die Tanzperformance „Drama per Musica“ zu übernehmen, gerade recht. Das Ganze wurde schon vor zwei Jahren im Pariser Centre Pompidou aufgeführt, doch irgendwann begann Allien wieder daran herumzuwerkeln, einiges neu anzuordnen, zu ändern, zu ergänzen – bis endlich das Stück „LISm“ fertig war und den Hörer nun auf eine introspektive Gefühlsreise entführt.
Vom Club, wo Alliens Musik sich frĂĽher wohlfĂĽhlte, ist das hier nun (zumeist) denkbar weit entfernt. Es beginnt mit wenigen Akkorden, später singt die KĂĽnstlerin ein paar Takte und irgendwann verstärken sich die elektronischen Sounds, nur um plötzlich jazzigen Klänge zu weichen, welche dann wiederum von neuen elektronischen AusflĂĽgen abgelöst werden. Erst nach fast 28 Minuten setzen dann doch noch Beats ein, die ein paar Minuten die Wurzeln Alliens zeigen, bevor sich wieder Soundscapes nach vorn schieben und erst ganz hinten noch ein paar eingängige Synthesizer zulassen. Faszinierend! – 8 von 10 verrĂĽckten Klangforschern

Jetzt also „Les Revenants“ – ein Soundtrack zu einer Fernsehserie von Canal+. Mit Zombies und Geistern oder so. Zur TV-Serie können wir nichts weiter sagen, auĂźer, dass sie interessant klingt und ĂĽberall gelobt wird. Demnächst hoffentlich auf Arte. Der Soundtrack hingegen ist Mogwai ganz hervorragend gelungen. Erwartungsgemäß gibt es hier eher keine brachialen Gitarrenwände, die bedrohliche Stimmung wird vielmehr zu groĂźen Teilen mit Keyboards und Piano erzeugt. Auch ein paar Streicher gesellen sich dazu.
NatĂĽrlich kann das hier kein „richtiges“ Bandalbum ersetzen, aber die 14 StĂĽcke sorgen doch fĂĽr einige Abwechslung zwischen drohendem Weltuntergang und hoffnungsvollem Aufbruch zu neuen Ufern. Ziel erreicht, Zombie (immer noch) tot. – 8 von 10 blutigen Unterkiefern
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der apparat würde ich sogar 8,5 / 10 geben. :-) feines scheibchen, auch wenn es im vergleich zum vorgänger doch etwas sperriger wirkt zu beginn.