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Best-Of-Empfehlungen: Goldfrapp und Underworld

Best-Of-Alben erscheinen doch sonst immer vor Weihnachten, was ist da los? Wissen wir auch nicht. Was wir wissen, ist, dass solche Verรถffentlichungen heutzutage gern als reine Geldmacherei verdammt werden. Aber wenn dann doch ein gewisser Mehrwert geliefert wird, lohnt sich das Ganze fรผr den Hรถrer eben trotzdem. So wie hier.

Goldfrapp โ€“ The Singles

Zum Beispiel Goldfrapp. Hier musste noch ein Plattenvertrag erfรผllt werden, und ein wenig schmucklos kommt die Platte auch daher. Schmales Booklet, keine Limited-Special-Sonstwas-Edition. Und eine Best Of ist es, wie der Titel schon sagt, eigentlich auch nicht.

Denn es ist tatsรคchlich โ€“ was die bekannten zwรถlf Stรผcke angeht โ€“ nur eine reine Singlessammlung, was zur Folge hat, dass natรผrlich Highlights fehlen, da sie eben nur auf den (bisher fรผnf) Alben erschienen. Gerade beim Debรผt-Meisterwerk โ€žFelt Mountainโ€œ war das der Fall, von jenem gibt es nur das immer noch unschlagbare โ€žUtopiaโ€œ und โ€žLovely Headโ€œ. Was fรผr eine Best Of zu wenig wรคre (wรคhrend vom letzten Album โ€žHead Firstโ€œ zwei Songs mehr als genug sind, dort allerdings womรถglich ganz andere Stรผcke gut waren als die Singles).

Egal, trotzdem macht dieses Album groรŸen SpaรŸ, denn man kann noch einmal geballt die Klasse dieses Duos nachvollziehen, vom frรผhen Cinemascope-Pop รผber die Electropop-Granaten (โ€žStrict Machineโ€œ, โ€žOoh La Laโ€œ, โ€žTrainโ€œ etc.) bis zu vertrรคumten Kleinoden wie โ€žHappinessโ€œ oder eben zuletzt buntem Discoglitzer.

Was aber nun den wirklichen Mehrwert ausmacht, sind die beiden neuen Songs. Ob die nun auf das kommende Album โ€“ an dem wohl bereits gearbeitet wird โ€“ hinweisen, wissen wir nicht. Wenn ja, stรผnde wohl wieder ein ruhigeres Werk bevor, denn sowohl das melancholische โ€žYellow Haloโ€œ, das Alison ihrer vor zwei Jahren verstorbenen Mutter widmete und das erst gegen Ende mit ein paar Beats ein wenig Tempo bekommt, als auch โ€žMelancholy Skyโ€œ, das sogar Streichersounds und richtiges Saxophon (von Will gespielt) bietet, erinnern stilistisch eher an das Debรผt โ€“ und sind somit durchaus zu Recht hier drauf.

http://www.youtube.com/watch?v=0H6b4VRu1X8

Underworld โ€“ A Collection

Hier gibt es nun durchaus einen konkreten Grund fรผr das Album. Nรคmlich das 20-jรคhrige Bestehen Underworlds. Okay, zumindest Underworlds in der musikalischen Ausrichtung, wie alle sie kennen. Denn aktiv waren Karl Hyde und Rick Stein schon frรผher, aber ihre frรผhen Rockband-Gehversuche klammern sie selbst ja konsequent aus.

Denn hier sind die elektronischen Underworld gemeint, und die bieten nun zwei recht unterschiedliche Pakete an. Das eine ist โ€žA Collectionโ€œ und bietet einen kompakten Karriereรผberblick. Leider nicht chronologisch geordnet, so dass man mit dem jรผngsten Stรผck startet, โ€žThe First Note Is Silentโ€œ, einer Kooperation mit High Contrast und Tiesto, wรคhrend die รคltesten Stรผcke โ€“ die 1993er Single โ€žRezโ€œ (immer noch famos bollernder Techno) und immerhin drei Tracks vom Albumdebรผt โ€žDubnobasswithmyheadmanโ€œ weiter hinten platziert wurden.

So springt man zwischen den Zeiten und รผber die zahlreichen Highlights, die natรผrlich weit mehr umfassen als den selbstverstรคndlich auch enthaltenen Hit vom โ€žTrainspottingโ€œ-Soundtrack, โ€žBorn Slippy/Nuxxโ€œ. Man sieht, dass diese Band bei all ihren Auszeiten und Seitensprรผngen (immer wieder Soundtracks, aber auch ganz andere Dinge, zu denen sich in diesem Jahr die musikalische Gestaltung der olympischen Erรถffnungsfeier von London gesellen wird) immer wieder perfekte Tracks im weitesten Sinne von Techno geschrieben hat, von โ€žMmm Skyscraper I Love Youโ€œ oder โ€žMoanerโ€œ bis zu โ€žScribbleโ€œ.


Auf โ€žA Collectionโ€œ hat man รผbrigens grรถรŸtenteils die kรผrzeren Single-Edits verwendet, was Einsteiger oder Freunde von kompakten Singles sicher freuen wird. Und fรผr den tieferen Einblick gibt es โ€ž1992-2012 โ€“ The Anthologyโ€œ, und dort bekommt man auf drei Discs das Rundum-Sorglospaket. Die besten Tracks in den langen und noch lรคngeren Fassungen zum Sich-drin-Verlieren, seltene Versionen und obendrein unverรถffentlichte Raritรคten.

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Thomas Bรคstlein

Thomas Bรคstlein schreibt (frรผher unter dem Spitznamen Addison) seit Anfang 2007 fรผr depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im รถffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

2 Kommentare

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  1. Goldfrapp - The Singles

    … so ganz kann ich die Rezension รผber die CD nicht verstehen … wo bitte schรถn steht auf dem Cover „Best Of …“??? Die CD nennt sich „The Singles“ und nichts anderes ist sie. Eine Sammlung der Singles (jedoch keine vollstรคndige!). Ausserdem ist es schwierig zu sagen was auf eine „Best Of …“-Sammlung drauf gehรถrt hรคtte und was nicht! Da hat wohl jeder eine andere Meinung. Da es sich bei der Verรถffentlichung warscheinlich eher um Strategie der Plattenfirma handelt, sollte man das auch so nรผchtern betrachten … da sind 2 neue Stรผcke, wie vollkommen richtig bewertet, schon ein wahrer Mehrwert!!!

Die Kommentare sind geschlossen.

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