Review: Zola Jesus – Okovi

Kinder, hier liegt vielleicht ein Berg zu besprechender Musik herum! Und alles, na gut das meiste, toll! Eieiei! Na dann mal ran an die Buletten! Zum Beispiel an Zola Jesus und „Okovi“.

Zola Jesus ist das künstlerische Alter Ego von Nika Roza Danilova. So dachte man bisher. Oder heißt die enigmatische Dame aus Phoenix, Arizona, mit russischen (und anderen) Wurzeln doch in Wirklichkeit Nicole Hummel? So genau weiß das wohl nur das nähere Umfeld, aber lassen wir ihr doch die Rätselhaftigkeit, die befeuert ja auch die Musik.

Ihre Phase bei den hochgeschätzten Leuten von Mute währte (leider) nur ein Album lang, „Taiga“ wird nun gern der vergebliche Flirt mit Pop und Mainstream vorgeworfen. Welches Album manche (Kritiker) da nur gehört haben? Egal, richtig ist jedoch durchaus, dass „Okovi“ (zurück auf dem Mutterlabel Sacred Bones) nun wieder eher an frühere Werke, vor allem „Stridulum II“, aber auch „Conatus“, anschließt.

Mainstreamverdacht (was immer das heutzutage in der Welt der verschwimmenden Abgrenzungen ist) besteht sicherlich nicht hier, dafür ist das Album viel zu dunkel. Eingängigkeit schließt das natürlich trotzdem nicht aus. Aber mit scharfer Kante. Wie schon vorab die gewaltige Single „Exhumed“ mit ihrer Mischung aus knarzenden Synthesizern, Streichern und harten Industrialklängen bewies. Und obendrauf thront natürlich wie immer Frau Jesus’ grandiose Stimme.

Krankheiten, Tod und Depression in unmittelbarer Nähe der Künstlerin werden auf den neuen Songs gänsehautbereitend verarbeitet. Wie in der heftigen (Selbst-)Mörderballade „Soak“, die ein weiteres Albumhighlight darstellt. Davon muss man sich eventuell erst einmal erholen, gut, dass „Witness“ kurz die Elektronik weg- und sich von Streichern tragen lässt.

Mit „Siphon“ kehrt aber schnell die düstere Wucht zurück, zu „Veka“ darf man sogar eine halbe Minute lang tanzen. Und nach dem Geheimtipp „Wiseblood“ kommt kurz vor Schluss mit „Remains“ tatsächlich noch der fast radiotaugliche Hitkandidat. Durchatmen. Und auf die anstehenden Konzerte freuen.

Die depechemode.de-Wertung:
8 / 10

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P.S. Und hier die Tourdaten:
12.11. CH – Bern – La Gravière
16.11. CH – Bern – Dampfzentrale
20.11. Nürnberg – Z-Bau
21.11. A – Wien – fluc
22.11. Berlin – SO 36
23.11. Leipzig – UT Connewitz
25.11. Frankfurt – Mousonturm
29.11. Hamburg – Uebel & Gefährlich

www.zolajesus.com
www.facebook.com/zolajesusofficial

Letzte Aktualisierung: 3.11.2017 (c)

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentar

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  1. sträwkcür
    16.11.2017 - 18:30 Uhr
    1

    ..habe

    gerade ein Torres Live-Konzert hinter mir – dieser Act wäre auch mal eine Empfehlung wert – ist eine absolute Entdeckung, ..gerade Ihr neues Album – yep