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Der musikalische Adventskalender, Türchen 13

Querbeats – Roundup März 2021

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Nach dem veröffentlichungstechnisch spektakulären Februar brauchte der März offensichtlich etwas Zeit um durchzupusten. Aber selbstverständlich haben wir trotzdem eine Auswahl empfehlenswerter Platten gefunden. Mit PeterLicht, Arab Strap, Mint Julep, Louisahhh, Lana Del Rey und Noga Erez.


PeterLicht ist längst nicht mehr nur auf dem Sonnendeck unterwegs. Ja, mittlerweile hat der Künstler sogar die Verweigerung aufgegeben, sein Gesicht zu zeigen. Und Bücher schreibt er auch noch! Die Musik hingegen war auf dem Vorgängeralbum etwas belanglos, teilweise sogar anstrengend. „Beton und Ibuprofen“ ist zum Glück wieder fokussierter. Die Songs bleiben wieder hängen, der Gesang ist wieder direkter (und unmanipuliert, weitgehend). Und die Texte sind sowieso immer pointiert. „Wenn du was hast, musst du was nehmen.“ Simple as that.


Arab Strap gibt es noch! Das allein ist Grund zur Freude. Dass sich Aidan Moffat und Malcolm Middleton nach einer gemeinsamen Tour sogar zu einem neuen Album aufraffen würden (über 15 Jahre nach dem letzten): noch mehr. Aber dass „As Days Get Dark“ so sensationell gut wurde, schlägt dem Whiskyfass die Krone ins Gesicht. Mit schottischem Dialekt traurige Lebensgeschichten zu erzählen, untermalt von elektronischen und akustischen Sounds – klingt einfach, wurde aber selten in derartiger Perfektion umgesetzt. Album des Monats!


Der Vorgänger „Stray Fantasies“ war eine wunderbare 80s-Synthpop-Platte. Doch auf „In A Deep And Dreamless Sleep“ haben Hollie und Keith Kenniff ihren Mint Julep wieder etwas anders gemixt. Man geht weniger in Richtung eingängiger Poprefrain und lässt die Stücke eher sanft dahinfließen. Die Gitarren perlen milde, die Beats bleiben dezent, die Synthies schweben flächig über den Strand. Aber auch dieser Dreampop funktioniert.


Weil wir aber auf Kontraste stehen, bolzen wir euch jetzt gleich wieder raus aus der Kuscheldecke. Louisahhh, das klingt nicht nur wie ein Aufschrei, das passt auch zu dem, was Louisa Pillot auf ihrem Debütalbum abfackelt. Die in Paris lebende New Yorkerin bringt auf „The Practice Of Freedom“ den Punk (zurück) in den Techno und nimmt Industrial und EBM gleich mit. Ein großes, düsteres Vergnügen! PS: Im November folgte eine Deluxe-Version des Albums mit Bonustracks und Remixen.


Lana del Rey: Chemtrails Over The Country Club

Was unsere Autorin Eleni zu „Chemtrails Over The Country Club“, dem ersten, aber nicht einzigen, 2021er Album von Lana Del Rey zu schreiben hatte, könnt ihr hier nachlesen.


Lorde kam später im Jahr mit einem neuen Album heraus, das ein gewagtes Plattencover bot, musikalisch aber größtenteils ziemlich altbacken daherkam. Hippiefolkfreunde sehen das sicher anders. Wir hingegen empfehlen lieber „Kids“, die zweite Platte von Noga Erez. Hier werden von vorne bis hinten moderne Pophits mit ordentlich Groove und reichlich Ideen von Arrangement bis Produktion aufgefahren. Und wer das Album lieber in einer unelektronischeren Big-Band-Version möchte, die erschien später im Jahr auch – als „Kids (Against the Machine)“.


„Arab Strap – As Days Get Dark“ oder andere dieser Alben bestellen:

Thomas Bästlein

Thomas Bästlein schreibt (früher unter dem Spitznamen Addison) seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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