Der Review-Weihnachtskalender – Türchen 17: Livebericht Hundreds

Ihr kennt das doch auch. Man hat schon drei Weihnachtsmänner verdrückt, da fällt einem plötzlich ein, dass man ja das heutige Türchen am „24-dicke-Weihnachtsmänner“-Kalender noch nicht geöffnet hat. Man entschließt sich also, es erst am nächsten Tag zu öffnen. Äh. Darum also heute das von gestern. Mit einem Livebericht zu unserem amtierenden Album des Monats.

Berlin. November. Columbia Theater. In unserem ausführlichen Interview sprach Sängerin Eva noch davon, dass man einerseits fast ein bisschen Sorge habe, die Wucht der neuen Stücke könne live fast zu laut werden, dass man andererseits aber die Leute auch ordentlich umpusten wolle. Zum ersten Punkt darf Entwarnung gegeben werden, und der zweite Punkt wurde ordnungsgemäß umgesetzt.

Viele Hundreds-Fans sagen ja, dass man, selbst wenn man an der Musik auf Tonkonserve noch zweifele (warum auch immer), sich die Hundreds unbedingt live ansehen sollte. Dann macht es mitunter endgültig klick. Warum? Wegen der musikalischen, soundtechnischen und auch live-arrangement-technischen Brillanz der Umsetzung. Und weil man trotzdem auch immer das Herz hinter der Musik schlagen hören kann. Weil man sich diese Band stundenlang ansehen und -hören mag und es immer spannend bleibt (wie ein Freund sinngemäß und völlig zu Recht behauptet).

Also: Linkes Podest Philipp Milner, Piano und jede Menge Elektronik. Rechtes Podest Schlagzeuger Florian Wienczny, Drums und noch ein bisschen Elektronik. Und in der Mitte barfußtanzt, schwebt und singt Eva Milner, jeder Ton ein Treffer, jede Melodie ein Genuss.

Nach dem Auftakt mit zwei neuen Stücken wird nur kurz der Bandklassiker „Fighter“ zwischengeschoben, bevor das Kernstück von „Wilderness“, die Song-Trilogie „What Remains“ – „Black Sea“ – „Spotless“ folgt. Die Stücke fließen auch live wunderbar ineinander und insbesondere das mittlere davon erhält in der Livefassung noch deutlich mehr Wucht. Überhaupt, die Livefassungen: Immer wieder packend, wie die Tracks hier variiert werden. Siehe „Rabbits On The Roof“ und „Happy Virus“ (jeweils mit fettem Instrumentalfeuerwerk), „Ten Headed Beast“ (akustisch-reduziert) undundund. Bis hin zur prächtigen Zugabe „Grab The Sunset“. Hingehen im März, Herrschaften!

Die Setlist:

1. Wilderness
2. Bearer & Dancer
3. Fighter
4. What Remains
5. Black Sea
6. Spotless
7. Unfolded
8. Rabbits On The Roof
9. Ten Headed Beast
10. Our Past
11. Un-Unify
12. Beehive
13. Let’s Write The Streets
14. Happy Virus

15. Grab The Sunset

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P.S. Die Tour geht weiter:
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www.hundredsmusic.com
www.facebook.com/hundredsmusic

(Bildquelle: Offizielle Bandseite)

Letzte Aktualisierung: 18.12.2016 (c)

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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