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Wie duftet sie denn nun, die Welt? Liegt hier ein Fall von Synästhesie vor? Und was hat das alles mit dem neuen Album von Yeasayer zu tun? Ehrlich gesagt, keine Ahnung, aber in jedem Fall riecht (Ha!) das hier schon wieder nach einem schrägen Erfolgsalbum.

Im Jahre 2010 fand sich „Odd Blood“, das vorige Album von Yeasayer, auf so mancher Bestenliste wieder. Darauf hatten sie ihren verdrehten (Poly-)Rhythmen einen Berg Synthesizer beigemengt und neben einer Menge verrückter Ideen auch mit „Ambling Alp“ und „O.N.E.“ zwei Riesenhits gelandet.

Wohin weiter von da aus? Nun, Chris Keating, Ira Wolf-Tuton und Anand Wilder bleiben sich treu und erfinden sich stets ein wenig aufs Neue. Heißt hier, die Elektronik hat nun endgültig die Oberhand gewonnen und der Pop wird noch stärker willkommen geheißen. Ohne jedoch auf die (erhofften) Yeasayer-typischen Rhythmuswechsel und Experimentalausflüge zu verzichten.

Die Beats bleiben unberechenbar, aber der Drumcomputer tickt mitunter etwas regelmäßiger als zuvor. Zwischen Electropop und tanzbarem R’n’B ist viel Platz. Für Hits wie die Vorabsingle „Henrietta“, die sich Stück für Stück und Minute für Minute ins Gedächtnis schraubt. Oder „Fingers Never Bleed“, das sich zur Synthiehymne fingerschnippt.

Longevity“ weckt dagegen sogar Erinnerungen an den guten Michael Jackson. Wogegen „Reagan’s Skeleton“ und „Damaged Goods“ wie zwei dieser unsterblichen Wave-Hits der 80er klingen. Eigentlich beides klare Singles! Und nebenbei nehmen die Stücke trotzdem gerne einen Abzweig ins Seltsame und Verdrehte. Herrlich.

Wenn die Welt also duftet wie ein Yeasayer-Album, dann riecht sie schon irgendwie komisch, aber vor allem toll. Bitte in Flaschen abfüllen!

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P.S. Live am 16.09. in Berlin, am 20.09. in Hamburg und am 23.09. in Köln.

www.yeasayer.net
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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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