boots_nocturnes

Das hat jetzt doch länger gedauert als erwartet bis zum zweiten Album. Das hatte Gründe, hat sich aber letztendlich gelohnt. Denn diese nächtliche Fahrt beweist deutlichen Substanzgewinn bei erhalten gebliebener Leichtigkeit. P.S. Willkommen bei den „Tolle-Platten-von-starken-Frauen“-Wochen!

Victoria Hesketh verzauberte die Freunde fluffig-eingängigen Electropops vor ein paar Jahren mit wunderbaren Singles wie „Stuck On Repeat“, „Remedy“ oder „Meddle“. Für das Debütalbum „Hands“ wurden dann aber möglicherweise zu viele Produzenten ans Ruder gelassen. Es war okay, aber… letztlich doch etwas durchwachsen und den Erwartungen nicht ganz stand haltend.

Nun gab es im Vorfeld des Nachfolgers ein wenig Ärger mit der alten (Major-)Plattenfirma, die offensichtlich mehr radiotaugliche Hits gefordert hatte und eine andere Richtung bevorzugte als die Künstlerin. Doch Miss Hesketh ist eine konsequente Musikerin und so erscheint „Nocturnes“ nun so, wie sie es wollte und unter ihrem eigenen, frisch gegründeten Label.

Die Richtung? Nun, es geht eindeutig mehr und konsistenter in Richtung House und Disco. Bei der Produktion war hauptsächlich Tim Goldsworthy (DFA-Mitgründer) beteiligt, Unterstützung gab es außerdem von Andy Butler (Hercules And Love Affair) und James Ford (Simian Mobile Disco). Die offensichtlich-geradlinigen Hits findet man vielleicht nicht beim Erstkontakt, doch dafür stellt man schnell einen besseren Zusammenhalt des Albums fest.

Wobei wir uns nicht falsch verstehen sollten: Hier geht es bei weitem nicht um Experimentalmusik, Little Boots ist weiterhin überzeugte Popkünstlerin und schreckt auch vor durchaus schlicht wirkenden Stücken mit Mitsingrefrain und Lalala-Momenten nicht zurück. So dass sich geradeaus pumpende House-Tracks wie „Shake“ oder eingängige Singles wie „Motorway“ oder „Broken Record“ eben dann doch zügig im Ohr festsetzen.

Mit „Every Night I Say A Prayer“ geht es auch mal richtig cheesy in die 80er, dahin, wo die frühen Madonna und Kylie unterwegs waren. „Confusion“ packt einen schicken Refrain über ein housiges Gerüst und „Crescendo“ ruft ganz laut: Ich bin eine Hymne! „Strangers“ lässt deutlich an Robyn denken und ganz am Ende lauert mit „Satellites“ noch ein echter Hit.

Eine sehr schöne Entwicklung, die diese Künstlerin da mit ihrem zweiten Album anschlägt. Und was sie uns selbst dazu zu sagen hatte, lest ihr in Kürze hier im depechemode.de-Fragebogen!

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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