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So kurz nach dem WGT fühlen wir uns aus alter Verbundenheit auch mal ganz gothic. Schön, dass es dafür auch die passende neue Musik gibt. Austra schaffen es, Elemente von Gothic und New Wave mit kristallklarem Elektropop zu verbinden und dabei so modern zu klingen, dass auch „externe“ Musikhörer begeistert sein könnten.

Bei der Unmenge an Platten, die so veröffentlicht werden, rutscht auch uns Trüffelschweinen hin und wieder mal eine Perle durch – aber wozu hat man Freunde, die einen dann auf so etwas wie das hier aufmerksam machen? Vielen Dank also an Herrn R. aus B., hast mal wieder ein Kaltgetränk gut!

Austra sind ein kanadisches Trio, das mit Katie Stelmanis einen Blickfang und eine wunderbare Stimme am Mikro hat. Eine, die – wie auch die Musik – Vergleiche zum Vorjahreshighlight Zola Jesus laut werden lässt. Und warum denn nicht? Auch hier haben wir eine Sängerin, die es fast in die Oper verschlagen hätte, auch hier haben wir düstere, elektronische Soundmalereien, die getrost als Kunst bezeichnet werden können. Wobei Austra vielleicht einen Tick leichter und eingängiger daherkommen.

Ja, es können auch Namen wie Fever Ray, Bat For Lashes oder die ehrwürdige Kate Bush fallen. Alles gute Namen, alles zu Recht, doch Stelmanis und ihre Begleiter schaffen trotzdem ein eigenständiges Debüt, das eine ganze Menge großartiger Songs bereithält. Da geht schon der Midtempo-Auftakt „Darken Her Horse“ direkt ins Ohr, mit seinem eigenwilligen Gesang und tollen Synthies. „Lose It“ ist dann einen Tick schneller und beeindruckt mit dieser Stelle nach dem Refrain, die sich fest im Gedächtnis verankert.

Zum kühlen Wavegewitter „Beat And The Pulse“ gab es vor geraumer Zeit ein Video, das die aufgeladene Atmosphäre des Songs sehr sexy umsetzt (die ungeschnittene Version bitte selbst googeln). Auch „The Choke“ darf mit seiner mystischen Stimmung als Höhepunkt gelten, bei „Hate Crime“ freut man sich über die historischen Synthiesounds, bei „The Villain“ staunt man erst über die heftige Theatralik und hintenheraus dann schon wieder über die oldschoolige Elektronik.

Das Finale mit dem verwunschenen „The Noise“ und der Pianourgewalt „The Beast“ erinnert fast ein wenig an das bei uns und anderswo gerade so gefeierte Album von Susanne Sundfør. Ein weiteres Zeichen dafür, dass wir es bei Austra schon wieder mit großen Künstlern und einem hervorragenden Album zu tun haben. Märchenhaft!

(Addison)

P.S. Und schnell noch ein paar brandaktuelle Livedaten: 14.06. München – 15.06. Wiesbaden – 16.06. Leipzig – 22.06. Luzern – 24.06. Aarau – 25.06. Köln (c/o pop).


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www.austramusic.com
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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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