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Querbeats – Roundup Oktober 2021

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Monat für Monat nahm im Herbst die Auswahl an hörenswerten Alben zu. Für den Oktoberrückblick haben wir uns für diese hier entschieden: James Blake, Hayden Thorpe, Vitalic, Principleasure, Duran Duran, Crimer, Maya Jane Coles und Actors.


Wir geben es zu. Nach anfänglicher Begeisterung für dieses wirklich mal Neue, das James Blake in die Popmusik brachte, flaute das Interesse zuletzt etwas ab. Zu viele Promifeatures, zu wenig wirklich zwingende Tracks. Die gute Nachricht: Auf „Friends That Break Your Heart“ klingt der Mann mit dem markanten Falsett wieder deutlich interessanter. Die Beats schnurpsen natürlich gewohnt hochklassig produziert – aber endlich gibt es auch wieder memorable Songs dazu.


Apropos hohe Stimmen: Eine der schönsten Falsettstimmen überhaupt nennt Hayden Thorpe sein eigen. Viele waren daher bestürzt, als sich seine Band Wild Beasts 2017 auflöste. Doch zum Glück macht er ja solo weiter. Seine erste Alleintat war noch recht zurückhaltend instrumentiert, aber auf „Moondust For My Diamond“ bringt er die schillernden Synthies zurück in seinen Sound. Die Songs sind wieder tanzbarer, neben Gitarren unterstützen hier und da Bläser die Arrangements. Und dann ist da eben diese zum Dahinsinken schöne Stimme.


Hach, was scheppern die analogen Synthesizer da grandios, gleich in „Haute Definition“, dem Opener von „Dissidænce Episode 1“. Nachdem Pascal Arbez-Nicolas andere Projekte wiederbelebt (Dima) bzw. gestartet (Kompromat) hat, ist er nun wieder als Vitalic unterwegs. Als jener lässt er es ordentlich krachen. Ob „Rave Against The System“, „Cosmic Renegade“ oder „Boomer OK“, die Revolution findet hier auf der Tanzfläche und immer mit einem Augenzwinkern statt, während die Soundmaschinen mitschwitzen. Am Schluss fühlt man sich anständig „Carbonized“ und freut sich auf Episode 2.


Wenn man Fotos von Sharooz Raoofis Synthesizer-Fuhrpark sieht, weiß man sofort: Der Mann ist ein Nerd. Toll! Aber er ist nicht nur Produzent, Studiobesitzer und Remixer (u. a. für Moby und Robyn), er macht als Principleasure auch selbst Musik. Auf seinem zweiten Album, nicht allzu kreativ mit „2“ betitelt, reizt er die Vielfalt der Gerätschaften aus. Vielleicht ist da nicht jeder Track zwingend, aber die Soundklasse macht es trotzdem interessant.


Albumcover von Duran Duran: FUTURE PAST

Was wir zu Duran Duran und ihrer Retrozukunftsvision „Future Past“ zu besprechen hatten, könnt ihr hier nachlesen.


Da wäre uns doch fast das zweite Album von Crimer durchgerutscht. Which would have been a crime. Denn so schön schmelzenden Synthiepop wie Alexander Frei macht keiner mehr, seit die Hurts seltsam geworden sind. Also die „Fake Nails“ aufgetragen und rein in die Edelslipper und die Crockett-und-Tubbs-Anzüge! Veränderungen zum Debüt? Nur kosmetischer Natur, der Crimer trägt die Haare nicht mehr wie Nick Carter in den 90ern (eher wie Nick Carter heute also). Ansonsten: ein Dutzend unverschämt eingängiger neuer 80er Hits. Geil!


Unsere Besprechung zu Maya Jane Coles nächtlicher Clubreise als „Night Creature“ findet ihr hier.


Und noch ein Schmankerl (unter vielen hier) zum Schluss: Die kanadischen Actors haben ihr zweites Album veröffentlicht. Die ganz dunklen Abgründe findet man auf „Acts Of Worship“ eher nicht (mehr). Der Dark Wave ist zu wavig, der Post-Punk zu post. Sprich, die sind einfach zu poppig für die Düsternis. Das ist aber nicht so schlimm (auch wenn die Post-Punker unter unseren Lesern vielleicht enttäuscht sind, das ist dann natürlich auch verständlich), denn man kann ja auch mit solcher Musik einfach mal nur Spaß haben wollen. Noch cheesier müssen die Vier aber beim nächsten Mal nicht werden.


Alben von Actors, Vitalic oder anderen dieser Künstler bestellen:

Thomas Bästlein

Thomas Bästlein schreibt (früher unter dem Spitznamen Addison) seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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