
Dass Matt Bellamy, Chris Wolstenholme und Dom Howard noch einmal so ein in sich geschlossenes Album schreiben wรผrden wie in ihrer Anfangszeit (perfekt nachzuhรถren auf ihrem Meisterstรผck โOrigin Of Symmetryโ von 2001), dรผrften nur die Wenigsten erwarten. Spรคtestens mit dem brillanten โBlack Holes And Revelationsโ (2006) war klar, dass die Band โ v.a. natรผrlich ihr manischer Frontmann – in viel zu viele Richtungen gleichzeitig denkt um sich irgendwie einzuschrรคnken.
Nach ihrem letzten Album (โThe Resistanceโ, 2009) waren sie in vielen Lรคndern ganz oben angekommen โ nicht zuletzt auch dank ihrer grandiosen Liveshows (von denen es im Herbst noch einige und im nรคchsten Jahr noch einige mehr geben wird), in denen mittlerweile gnadenlos dem Gigantismus gehuldigt wird. Und das hรถrt man natรผrlich der neuen Platte auch an. Von wegen Zweiter Hauptsatz der Thermodynamik, Energieverschwendung innerhalb geschlossener Systeme und so: Hier geht keine Energie verloren, hier wird reichlich Energie erzeugt!
Stilistisch lรคsst sich das kaum noch eingrenzen. Da startet man mit einem Song, der James Bond zu Ehre gereichen wรผrde (โSupremacyโ) und lรคsst dann mit โMadnessโ eine fantastische Single folgen, in der Queen (erste Songhรคlfte) und U2 (zweite Songhรคlfte) cool um die Wette grooven. Nur um anschlieรend mit dem leicht wahnsinnigen โPanic Stationโ erstens Humor zu beweisen und zweitens INXS mit Prince zu kreuzen.
Mit dem Olympiasong โSurvivalโ gibt es weiteren Bombast und bei โFollow Meโ dรผrfen die angesagten Dubstep-Produzenten von Nero ein bisschen zeitgemรครe Elektronik untermischen. Beim entspannten und erst zum Ende hin tierischen โAnimalsโ hรถrt man dann auch mal wieder die frรผhen Muse heraus, ebenso bei der epischen Pianoballade โExplorersโ. Und wenn Matt Bellamy wieder vom Klavier aufspringt und โBig Freezeโ anstimmt, geht das ganze Stadion mit, garantiert.
Zur allgemeinen รberraschung gibt es dann erstmals zwei Beitrรคge von Bassist Wolstenholme, die zwar sicher (noch) nicht singletauglich sind, aber doch hรถrenswert und die das letzte Drittel des Albums unkompliziert einleiten, bevor der zweiteilige Titelsong (in dem es dann auch noch mal einen kurzen und sehr knackigen Dubstep-Ausflug gibt) das Finale bildet.
Jetzt, wo der freie Fall in Schallgeschwindigkeit abgehalt ist, kann es nicht mehr so lange dauern, bis Muse ihr groรes Ziel erreichen werden: Live im Weltall zu spielen. Wenn nicht sie, wer dann?
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P.S. Muse live: 12.11. Mรผnchen, 14.11. Basel, 19.11. Wien, 15.12. Hamburg
Nach DM meine zwiete lieblingsband
dm natรผrlich auf platz eins!