Exklusives Kurzinterview mit Robert Görl von DAF

„Ich habe Depeche Mode noch nie live gesehen“

Foto: Pressefoto

Die aktuelle Welttournee von unserer Lieblingsband nähert sich langsam ihrem Ende zu. Die „Global Spirit Tour“ von Depeche Mode  begann am 5. Mai 2017 in Solna (Bezirk Stockholm) in Schweden und Dave, Martin und Fletch geben die letzten beiden Open-Air-Konzerte ihrer großen Tour von 130 Auftritten am 23. und am 25. Juli 2018 in Berlin, in der legendären Waldbühne.

Diese zwei Abende werden nicht nur dadurch unvergesslich, dass die Synthie-Helden  immer eine historische, enge Beziehung zu Berlin hatten, sondern dass sie bei ihren Shows von DAF im Vorprogramm unterstützt werden.

DAF – Der Mussolini (Giorgio Moroder & Denis Naidanow Remix) (official video)

Als Support von Depeche Mode wird also das legendäre Electropunk-Duo aus Düsseldorf seine Songs zum Besten geben. Aus diesem Anlass gab Robert Görl, der mit Gabi Delgado-López genau vor 40 Jahren Deutsch Amerikanische Freundschaft (DAF) gründete, unserem Kollegen, Janos Janurik ein exklusives Kurzinterview.

Hallo Robert! Es ist nun schon zehn Jahre her, dass es zu einem erneuten Comeback von DAF gekommen ist. (Anm.: Das erste Comeback erlebte DAF im Jahre 2003 mit dem Album „15 Neue DAF Lieder“.) Du und Gabi Delgado-López seid unter dem Motto „30 Jahre Krieg“ wieder auf Tour gegangen und etwas später habt Ihr auch eine limitierte Single „Du bist DAF“ veröffentlicht. Letztes Jahr veröffentlichte dann die unabhängige Plattenfirma Grönland Records eine grandiose Werkschau Eures legendären Electro-Duos unter dem Titel „Das ist DAF“ mit den ersten vier Original-CD-Alben und einer Remix-CD mit sechs neuen Top-Remixen. Nicht zu vergessen die den gleichen Titel tragende, erste autorisierte DAF-Biografie. Was ist mit Euch, mit Dir in den Zwischenjahren passiert?

Das erste DAF Comeback war übrigens 1986 mit dem Album „1st Step to Heaven”. Wir trennten uns allerdings schon wieder kurze Zeit später. In den Jahren zwischen DAF haben wir meist Solo Projekte produziert. z.B. mein erstes Solo Album „Night Full Of Tension” auf dem auch Annie Lennox als Gast Sängerin mitwirkte. In den 90ern produzierte ich mehrere Techno-Scheiben („Psycho Therapie”, „Watch The Great Copycat”, „Sexdrops”, „Final Metal Pralines” und einige Maxis. 2007 brachte ich „Dark Tool Symphony” raus. Seit ein paar Jahren habe ich auch ein Solo Projekt unter dem Nanen „Glücksritter”, einer meiner Favorites. Und vor ein paar Monaten veröffentlichte ich meine „Paris Tapes” (auf Grönland). Ab 1989 verbrachte ich mehrere Jahre in Asien. Meist in Klöstern. Auf den Spuren des Buddha.

Ihr feiert heuer das 40. Jubiläum der Gründung von DAF. Damals warst Du 23 Jahre alt, hattest ein unterbrochenes Musikstudium und große Begeisterung für die Punk-Bewegung in der Tasche. Dein Leben hast Du also in gewisser Hinsicht nach dem später erfundenen DAF-Motto „Verschwende Deine Jugend“ geführt. Wie denkst Du heute, als weiser Mann mit viel Erfahrung an diese Zeiten zurück? Was würdest Du eventuell anderswie machen? War das alles Dein Karma von einem buddhistischen Standpunkt aus betrachtet, also geschah alles nach Deinem freien Willen?

Ja, das kann man so sagen. Alles entstand nach meinem freien Willen. Ich würde nichts anders machen. Ich würde zu viel vermissen, wenn ich das täte.

Nicht nur Ihr, sondern auch Euer erstes Label, Mute feiert die ersten vier Jahrzehnten seines Bestehens. Die erste Mute-LP mit der Katalognummer „Stumm 1“ trägt Euren Namen auf der Hülle und erschien unter dem Titel „Die Kleinen Und Die Bösen“. Die Stumm-Nr. 5 markiert dann die Debut-LP von Fad Gadget („Fireside Favourites“) und die Nr. 5 in dieser Reihe gehört dem Karriere-startenden „Speak And Spell“-Album von Depeche Mode. Der Rest ist Geschichte, wie man sagt… Was für ein Gefühl ist es, ein Teil der umfangreichen Mute-Discographie zu sein? Habt Ihr noch immer einen engen Kontakt zum Labelgründer, Daniel Miller und zu den anderen Mute-Künstlern?

Ja, wir sind schon lange unterwegs, wie man sieht. Jede Zeit hatte etwas Gutes wie auch Schlechtes. Daniel Miller und ich, wir laufen uns immer mal wieder über den Weg. Daniel kam auch später noch zu einigen DAF Konzerten. Vielleicht sehe ich ihn ja bei den Abschlusskonzerten von Depeche Mode in Berlin wieder. Wir werden mit DAF Depeche Mode auf der Bühne unterstützen. Freu mich auch auf die DM Boys, habe sie seit Anfang der 80er nicht mehr gesehen. Damals sahen wir uns einige Male im Office von Mute.

Mit der vielleicht berühmtesten Kult-Band, die Mute endgültig zur Weltmarke im Musikmarkt gemacht haben, werdet Ihr also bald die Bühne in Berlin teilen. Depeche Mode haben Euch nämlich als Support-Act für die letzten Konzerte ihrer „Global Spirit“-Tour eingeladen. Wann habt Ihr Dave & Co. zum ersten und zum letzten Mal live erlebt? Welche Erwartungen habt Ihr daran, als Vorband für fanatische Depeche Mode-Fans zu spielen?

Ich habe Depeche Mode noch nie live gesehen. Jetzt werde ich sie mir mal anschauen. :) Ich kenne sie nur wie gesagt, privat, damals aus dem Mute Office in London. Ich lebte Anfang der 80er für drei Jahre in London. Martin Gore habe ich allerdings vor einigen Jahren in Berlin getroffen. Als er da einen Solo-DJ Gig machte. Ich bin gespannt auf diese zwei Konzerte. Ich denke einige der DM-Fans kennen auch DAF, und die historischen Zusammenhänge. Das wird ein Spaß!

Letzte Aktualisierung: 20.7.2018 (c)

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Kommentare

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  1. Nick Dave
    20.7.2018 - 23:45 Uhr
    1

    Arrogant

    Ganz schön abfälliger Ton des Herren. Wer ist eigentlich DAF? ;)

    • Matze
      25.7.2018 - 14:09 Uhr
      1.1

      Wo genau?

      Wo ist jetzt genau der „abfällige Ton des Herren“?
      Etwa, weil er es sich wagt, Depeche Mode noch nicht live gesehen zu haben?

    • scavenger
      25.7.2018 - 18:41 Uhr
      1.2

      ...

      Wer ist eigentlich DAF? DU BIST DAF!

    • Black Celebrator
      4.8.2018 - 0:13 Uhr
      1.3

      Lieber DÖF als DAF

      Ich hab zuerst gehofft, die meinen DÖF und DAF sei nur ein Tippfehler.
      DAS wäre doch mal eine geniale Vorband für Depeche…

      „Hässlich… Ich bin so hässlich… ich bin der HASS“