whip_xManchester. Einst Hochburg von New Wave, Rave und mehr, zuletzt musikalisch eher unauffällig (okay, Oasis). Das ändert sich langsam wieder, und daran sind The Whip mitschuldig. Und, ja, der Name New Order wird in dieser Rezension noch mindestens einmal fallen.

Die Fusion aus Rock und Electro ist nicht neu, aber in aller Ohr und im United Kingdom seit geraumer Zeit der Clubabräumer schlechthin. The Whip sind dabei keineswegs auf einen fahrenden Zug aufgesprungen, sie haben ihn eher mit ins Rollen gebracht. Vom Untergrund aus, denn dort brodeln ihre Tanzkracher seit Längerem.

Bruce Carter und Danny Saville waren zuvor in der Electro-Band Nylon Pylon aktiv, die aber noch vor ihrem Durchbruch von der Musikindustrie bzw. inkompetenten Majorlabels aufgerieben wurde. Also Reset gedrückt, sich in den Keller verkrochen, neu gestartet. Nathan Sudders und Fiona ‚Lil Fee‘ Daniels komplettieren das Quartett. Ein paar Singles werden auf Vinyl gepresst und in Umlauf gebracht, eine MySpace-Seite gebastelt und ab geht es auf Neverending Tour. Irgendwann springt eines der Label der Stunde – Kitsuné – auf und peitscht der internationalen Tanzfläche mit The Whip ein. Knapp zwei Jahre nach den ersten Platten ist das Debütalbum endlich fertig (als Produzent half Jim Abbiss, der schon den Debüts von Kasabian, den Editors und den Arctic Monkeys zur Seite stand), und die diversen Hits hauen dem Hörer nun geballt die Beine weg.

Trash“ fällt gleich mit der Tür ins Haus. Schnelle Beats, hüpfende Synthesizer, ein genau platzierter Bass, ein simpler, aber mitreißender Slogan und……. sorry, Rezensent soeben tanzend aus dem Büro gefallen. Weiter geht es mit einem Stück allertiefster Verneigung vor – und hier ist der Name wieder – New Order. „Frustration“ hätte bestens auf deren Frühwerk gepasst. „Fire“ lässt es dann zunächst etwas entspannter angehen, nur um nach einem eingezählten Break mit monotonen Beats wieder das Stroboskop herbeizurufen. Das melancholische „Save My Soul“ ist eher ein klassischer elektronischer Popsong, schön gesungen, sehr new-wavig. Ähnlich gelagert, nur etwas gitarrenlastiger, singen sich die „Sirens“ ins Ohr, bevor es wieder mehr Zuckungen auf der Tanzfläche gibt.

Divebomb“ ist aber auch ein dermaßen fetter Electro-Instrumental-Kracher. Hier wären als Vorbild sicherlich Daft Punk zu erwähnen. Beim melodischen „Blackout“ wird wieder gesungen. Noch ein Singlekandidat. Zu „Muzzle #1“ seien ein letztes Mal New Order erwähnt, hier aber eher in ihrer späteren, etwas rockigeren Variante. Die Synthesizer-Fans kommen dafür bei „Sister Siam“ wieder voll auf ihre Kosten, bevor das atmosphärische „Dubsex“ den Hitreigen beschließt.

Ein Album, das die Welt nicht ändern will, kann oder muss. Aber eines, das die womöglich höchste Hitdichte des laufenden Jahres abliefert und das den bandeigenen Anspruch perfekt erfüllt: „All I wanna do is dance!“

Anspieltipps: Nun, die Songs Eins bis Zehn von Zehn. Da beißt die Tanzmaus keine Synthesizertaste ab.

P.S. Die CD kommt mit Bonus-DVD „Live in Manchester“ daher. 40 Minuten Stimmung extra.

(Addison)

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www.myspace.com/thewhipmanchester

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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