Schon wieder eine Platte mit den Wurzeln tief in den 80ern. Man möchte sich fast fragen: Hört das denn nie auf? Wenn das Ergebnis aber so eine überzeugende Mischung aus verschiedensten Stilen zwischen Elektro-Pop, Dark-Wave und Post-Punk darstellt, darf es gern mehr solcher Alben geben.

Womit sicherlich noch längst nicht alle Richtungen aufgezählt sind, in die Eleanore Everdell und Jason Friedman aus New York auf diesem feinen Debüt ihre musikalischen Fühler ausstrecken. Schon ihr erster gemeinsam aufgenommener Song mit dem wunderbar seltsamen Titel „Dressed in Dresden“ – ein hektisches, zappelndes, punkig angehauchtes und von Eleanores leichter und doch kräftiger Stimme gekröntes Etwas – brachte ihnen öffentliches Interesse und schließlich über den Umweg eines englischen Plattenladens einen Vertrag beim für seine stilistische Offenheit bekannten Warp-Label ein.

Auf dem Album geht es nun meist noch poppiger zur Sache, wobei der Sound in verschiedensten Facetten leuchtet. Das kann kühler Discopop sein – wie im Opener „Young Aren’t Young“ -, wavige Elemente beinhalten („Killing It“) oder aber Freunde der Gitarre begeistern – wie im schnittigen „Lovesick (Once Again)“ oder im anfangs an U2’s „Numb“ erinnernden „Gold Blood“.

Man hat natürlich auch echte Ohrwürmer mit Singlequalitäten auf Lager, wie das mitreißende „Pigeons“ oder das träumerische „Dead Ending“ beweisen. Möchte man direkt auf die Tanzfläche marschieren, ohne unterwegs die Melodie zu vergessen? Geht ebenfalls – das für Remixe wie geschaffene „Commotion“ zeigt dies beeindruckend. Auch die ruhigeren Momente („This Day Is Made“ und „The Beach“) stören den Fluss keineswegs.

Viele Soundköche versuchen ja auf ihrem Debüt zu viel und enden im Klangbrei. The Hundred In The Hands gelingt dagegen die richtige Mischung – ein vielseitiges Album ohne Durchhänger, was Spaß macht und auf Nachschlag Appetit macht.

(Addison)

P.S. Live: 17.11. Berlin – 19.11. Köln – 20.11. Hamburg

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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