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Das diesjährige Coldplay-Album war ja mal so gar nix. Da brauchen wir abgewanderten Fans Ersatz. Wie wäre es da mit der neuen Platte von Snow Patrol? Diese Iren und Schotten haben ja auch schon länger die Angst vorm Stadionrock abgelegt und sind musikalisch in einer ähnlichen Liga unterwegs wie U2 oder erwähnte Enttäuschung. Und siehe da, der Spagat gelingt!

Die fünf Herren um Gary Lightbody werden gelegentlich durchaus noch unterschätzt. Was man bei mittlerweile immerhin 11 Millionen verkauften Tonträgern vielleicht unterlassen sollte. Kann aber auch daran liegen, dass Snow Patrol von Anfang an immer an diese oder jene andere Band erinnert haben. Lässt sich aber auch kaum vermeiden, wenn man erst 2004 in einer so vollgepackten musikalischen Ecke (sagen wir mal: gefühlvoller Rock-Pop mit der nötigen Ecke Indie) Bekanntheit erlangt.

Jenes von vielen als Debüt vermutete dritte Album „Final Straw“ (u.a. mit dem unsterblichen „Run“) ist immer noch das Lieblingsalbum vieler Fans, der ganz große Charts-Durchbruch kam mit dem Nachfolger „Eyes Open“ und dem Hit „Chasing Cars“, Einsatz in „Grey’s Anatomy“ und anderswo. Trotzdem konnte man ihnen bislang nicht böse sein, auch weil sie immer wieder – in Maßen natürlich – versuchen, aus ihrem Soundkorsett auszubrechen.

So auch hier. Klar ist das in vielen Bereichen radiotaugliche Popmusik mit großen Gesten. Man höre nur „This Isn’t Everything You Are“ mit seinen von Großmeister Owen Pallett arrangierten Streichern und seiner chorverstärkten Pathoswucht oder den fernsehuntermalungstauglichen Schmachtfetzen „Lifening“. Doch die Grenze zum Kitsch wird größtenteils nicht überschritten, das Songwriting hält konsequent hohes Niveau und Lightbody ist eben auch ein toller Sänger.

Außerdem freut uns natürlich der verstärkte Einsatz von Elektronik. Das zeigte bereits die eingängige Vorabsingle „Called Out In The Dark“. Davon gibt es noch mehr, wie „I’ll Never Let Go“ (das mal wieder U2-Vergleiche auslösen dürfte). Auch der fast schon hektische Titelsong wurde von Produzent Jacknife Lee beatverstärkt aufgenommen.

Egal, ob man es nun kräftiger, flotter mag („The Weight Of Love“, „The Symphony“) oder doch mehr balladesk („New York“, „Those Distant Bells“), Snow Patrol gelingt es, für fast alle etwas dabei zu haben, ohne sich jedoch zu offensichtlich anzubiedern oder gar Peinlichkeiten abzuliefern. Für mehr gute Musik im Radio!

(Addison)

P.S. Snow Patrol live: 25.02. Berlin, 26.02. Düsseldorf, 28.02. Frankfurt, 04.03. München

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentar

  1. Dirk
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    6.12.2011 - 14:20 Uhr

    Coldplay war nix? achso??