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Hier kommt schon das nächste spektakuläre Debütalbum einer hochbegabten Künstlerin. Eines, das aufgrund vorhergehender Tätigkeiten der jungen Dame heiß erwartet wurde und nun doch überrascht – sowohl stilistisch, als auch mit einer beeindruckenden Gästeliste.

Maya Jane Coles hat es in den letzten beiden Jahren schon auf zahlreiche Zeitschriftencover (vorwiegend von Erscheinungen, die sich speziell mit elektronischer Musik befassen) geschafft, die Klicks bei YouTube, Plays bei Soundcloud, Likes im Fratzenbuch und was sonst noch an modernen Winkelementen möglich ist, sind auch imposant. Das alles bereits vor dem Debütalbum wohlgemerkt. Nur aufgrund von Einzeltracks, EPs, Remixen, DJ-Tätigkeit und offensichtlichem Talent.

Die 25-jährige Britin hat früh gesagt, dass sie sich Zeit für ihr Album nehmen will und dass dieses anders klingen würde als viele ihrer vorherigen Sachen. Und so ist es auch. Bislang gab es überwiegend instrumentale, lange Tracks mit viel House-Einfluss, dazu bewies sie unter dem Alter Ego Nocturnal Sunshine auch Dubstep-Könnerschaft. Das alles ist hier auch herauszuhören – und doch ist „Comfort“ – komplett in Eigenregie von Coles aufgenommen – in vielen Momenten einfach richtig guter Electropop mit einem gehörigen Trip-Hop-Einschlag. Nur eben mit der Finesse und Clubtauglichkeit moderner House- und Bassmusik.

Womit wir fast schon bei der erwähnten Gästeliste wären. Wobei die ersten beiden Tracks – das dunkel schimmernde Titelstück und der lässige House-Pop von „Easier To Hide“ erst einmal beweisen, dass Miss Coles auch allein am Mikro problemlos bestehen kann. Aber wenn man dann Namen wie Karin Park, Miss Kittin, Tricky, Kim Ann Foxman (u.a. Hercules And Love Affair) und weitere Künstler bekommen kann, wer würde schon ablehnen?

Das Erstaunliche ist: Trotz der vielen markanten Gaststimmen funktioniert alles wie aus einem Guss. Ob Foxman bei „Burning Bright“ zu klassischem House singt, Nadine Shah „Blame“ Wärme verleiht, Catherine Pockson (Alpines) „Fall From Grace“ eine Dosis R’n’B verabreicht oder Thomas Knights (hauptberuflich eher Fotograf und Videoregisseur) beim groovigen „When I’m In Love“ überzeugt – das passt alles zusammen.

Weitere Höhepunkte gibt es mit Tricky („Wait for You“ ist natürlich sauberster Trip Hop) und auf den Electropop-Hits mit Miss Kittin („Take A Ride“) und vor allem Karin Park („Everything“). Und zwischendurch schwebt immer mal wieder Coles‘ eigene Stimme durch den Raum – wie beim herausragenden „Dreamer“. Ein weiteres Spitzenalbum in diesem starken Musikjahr. TIPP!

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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