maps_mind Das Debütalbum von 2007 schlich sich durch die Hintertür ins Herz so manchen Musikliebhabers. Erst kaum beachtet, dann überall (von Kritikern und Fans) gelobt und preisgekrönt. Nun schleicht sich der Nachfolger an, erneut bei den lieben Leuten von Mute veröffentlicht. Mit guten Chancen, den Weg ins Herz wiederum zu finden. Obwohl doch eigentlich das Hirn Thema sein sollte.

James Chapman heißt der Mann, der Northampton auf die Landkarte der Popmusik gezaubert und mittlerweile sogar eine Nominierung für den Mercury-Prize eingesackt hat. Auf dem Debüt „We Can Create“ vereinte er verträumt-melancholische Synthesizer mit zarten Elementen von Folk und Spuren von Rock. Daran hat sich auf „Turning The Mind“ grundsätzlich nicht so viel geändert, die Rezeptur wurde nur leicht variiert. Die Folk- und Rock-Einflüsse sind noch rudimentärer, das Album ist nunmehr fast komplett elektronisch und schwebt irgendwie noch verträumter durch weichgezeichnete Seelenlandschaften. Durch die sanfte Stimme Chapmans und die im ersten Moment eben gerade nicht voll auf die Zwölf hauenden Beats ist das auch hier wieder ein Fall von mehrmaligem Hörenmüssen.

Wobei einige der zahlreichen wundervollen Melodien doch recht schnell hängen bleiben. Die der Single „I Dream Of Crystal“, zum Beispiel, mit ihrem milden Tempo und den 80er-Gedächtnis-Synthies. Oder, etwas direkter, das anschließende „Let Go Of The Fear“, wo ein gerader Beat zu klassischem Electropop den Speed erhöht. Das magische „Nothing“ mit dunkler Stimmung und ständig steigendem Druck fällt auch sofort auf (DM-Fan-Fact: Hier hat Daniel Miller höchstselbst mitgewirkt!).

Anderen Songs muss das Hirn erst mehrfach ausgesetzt werden, bevor die Synapsen klicken. Nur um mal zum Thema zu kommen. Denn es soll hier um das menschliche Gehirn und dessen Reaktion auf verschiedene Einflüsse (auch chemische, siehe Songtitel wie das entspannt schlurfende „Valium In The Sunshine“ oder die Gary-Numan-Hommage „Chemeleon“) gehen. So gefällt das zögerlich startende „Papercuts“ mit fast schon lärmender Steigerung zum Ende hin. Bei „Everything Is Shattering“ oder „The Note (These Voices)“ denkt man irgendwann, hm, so gut waren Erasure schon sehr lange nicht mehr.

Tja, und irgendwann stellen Herz und Hirn unisono fest: Verdammt, schon wieder verliebt! Album des Monats!

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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