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Jessie Ware hat sich zuerst durch Leiharbeit einen Namen gemacht. Indem sie nämlich bemerkenswerte Gastauftritte bei gefragten Künstlern aus dem Dubstep- und anderen Bereichen hinlegte (vor allem bei SBTRKT, aber auch bei Joker u.a.). Nun ist endlich das eigene Debütalbum draußen – und die Welt überschlägt sich vor Begeisterung. Zu Recht.

Dabei ist das ja im Kern R’n’B oder, mehr noch, Soul. So was hören wir sonst hier eher selten. Aber wenn neue Künstler (wie zuletzt ja auch The Weeknd und vor einer Weile schon Janelle Monáe) auftauchen, die diesen scheinbar ausgelutschten und mit oberflächlicher Chartsülze überfluteten Genres mit neuen Ideen und Sounds wieder Leben einhauchen, sollte man durchaus ein offenes Ohr dafür haben.

Da werden – unterstützt von verschiedenen Künstlern, insbesondere aber Dave Okumu (The Invisible) – bedenkenlos Mittel der modernen Bassmusik eingesetzt (man höre nur den Groove von „110 %“), die schon einmal grundsätzlich für einen tiefen Flow sorgen. Dazu kommen natürlich Wares hervorragende Stimme und eben Songs, die Größe besitzen. Vergleiche zu so unterschiedlichen wie markanten Künstlerinnen wie Sade, Whitney Houston, aber auch Alison Moyet wurden schon gezogen und haben durchaus ihre Berechtigung.

Die Songs können dabei, wie die Vorabsingle „Running“ oder „Still Love Me“, an guten Stoff der 80er erinnern oder aber direkt aus dem vielfältigen Heute fallen. An dieser Stelle muss auf jeden Fall unbedingt „Wildest Moments“ genannt werden, mit ziemlicher Sicherheit international einer der Hits des Jahres 2012. Und weitere strahlende Perlen wie „Night Light“ folgen auf dem Fuße.

Ja, im Einsatz der aktuellen elektronischen Sounds darf man dann auch ganz andere Künstlerinnen als Verwandte im Sinn haben. Solche wie Poliça und Grimes nämlich, die auch in diesem Jahr mit starken Alben aufgewartet haben. Jessie Ware ordnet sich mit „Devotion“ ganz weit vorne ein. Möge sie sich und uns eine lange Karriere bescheren.

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P.S. Jessie Ware kommt im Frühjahr (erneut) auf Tour zu uns: 17.03. Köln, 18.03. München, 26.03. Berlin, 27.03. Hamburg

www.jessieware.com
www.facebook.com/jessiewaremusic

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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