Soll ja niemand behaupten, wir würden hier nur unbekannte Untergrundmusik besprechen. Nein, mit einem staunenden Blick auf die deutschen Single-Charts präsentieren wir hier die Kritik zum Abum zur aktuellen Nr. 1 (und das nicht nur hierzulande)! Hält das Album, was der unglaubliche Ohrwurm „Somebody That I Used To Know“ verspricht?

Stellen wir zunächst einmal den Mann hinter dem Erfolg vor: Wally De Backer heißt er, ist belgischer Abstammung und lebt in Australien. Das hat man schon eher selten. Der Künstlername wird wie das französische „Gaultier“ ausgesprochen, was wohl deren Variante seines Vornamens ist. „Making Mirrors“ ist bereits das dritte Album und schon der Vorgänger „Like Drawing Blood“ war ein ziemlicher Erfolg: In Australien 2006 veröffentlicht und eines der Alben des Jahres dort. Europa zog zwei Jahre später nach – und zumindest in Großbritannien lief es ebenfalls recht gut. Außerdem verliebte sich Drew Barrymore in mindestens einen Song („Learnalilgivinanlovin“), der es dadurch gleich in mehrere Filme schaffte.

So. Nun aber zu Aktuellem. Wie gesagt, „Somebody That I Used To Know“ (feat. Kimbra) ist ein Megahit. Auf YouTube mittlerweile bei über 30 Millionen (!) Klicks angekommen und ein Charthit, nicht nur im verschlafenen Germany, sondern weltweit. Und man muss, darf, soll es zugeben: Vollkommen zu Recht. Geht sofort ins Ohr und ist da mit bestem Willen nicht mehr herauszubekommen. So muss gute Popmusik klingen.

Natürlich gibt es solche Songs nicht dutzendweise auf einem Album. Aber: Es wird noch mehr Hits geben – und das Album ist auch sonst wirklich gelungen. Eine erfreulich detailverliebte Scheibe – Gotye ist ein echte Frickler, der monatelang alte Platten nach interessanten Samples durchsucht oder seltene Instrumente sammelt, die er dann weiter bearbeitet und virtuell verfremdet. Im Ergebnis klingt kaum ein Song wie der andere, trotzdem passt alles zusammen und bleibt kein Stückwerk.

Zu den weiteren Hitkandidaten zählt mit Sicherheit „Eyes Wide Open“, das ähnlich direkt und wiederum unpeinlich nach Radioairplay ruft. Auch „I Feel Better“ oder „In Your Light“ sind sehr eingängig, an einzelnen Stellen vielleicht schon hart an der Grenze, zum Glück lockert immer irgendwo ein eigenwilliger Sound das Ganze auf. Außerdem wäre da noch das lässige und sehr melodische „Save Me“ zu nennen. Häufiger kommen einem Namen wie Sting, Peter Gabriel oder gar Phil Collins in den Sinn – aber eben alle in ihren guten Phasen.

Gotye kann ansonsten auch anders. Zum Beispiel kurz und rockig bei „Easy Way Out“ oder mit Gorillaz-artigen Sounds beim entspannten „Smoke And Mirrors“. Mit dem dubbigen „State Of The Art“ gibt es sogar eine putzige Liebeserklärung an seine Lowrey Cotillion Orgel. Er ist halt doch nur ein Nerd wie Du und ich. Und wie wir alle wissen (spätestens seit The Big Bang Theory): Nerds (will) rule the world!

P.S. Gotye live: 21.02. Berlin, 24.02. Hamburg, 25.02. Köln, 26.02. München

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5
Kommentare

  1. cindy
    5
    8.2.2012 - 19:24 Uhr

    Super

    Find ihn super und besuche in München das Konzert

  2. andre
    4
    5.1.2012 - 5:07 Uhr

    Ja das ist wirklich ein Hammer Song. Das Album hol ich mir auf jeden Fall.Aber war ja klar das hier wieder keiner begeistert ist. ” klingt ja nicht wie mode” boa seid ihr langweilig!

  3. Cele
    3
    3.1.2012 - 18:40 Uhr

    … seine cover von Just can’t get enough ;-)

    http://www.youtube.com/watch?v=sKXoIet3w6I

  4. Violatan
    2
    3.1.2012 - 15:22 Uhr

    schnarch …

  5. al
    1
    3.1.2012 - 15:19 Uhr

    Naja...

    …nicht schlecht, aber haut mich nicht um, hat nix mit DM oder Elektro zu tun, darum verstehe ich nicht was diese CD hier zu suchen hat. Und ein “unglaublicher” Ohrwurm ist sehr übertrieben.