Klar, die Checker behaupten, diese Mischung aus Electro und Rock wäre schon längst wieder tot. Dann kommt diese junge Band auch noch aus Manchester, wo New Order doch viiiel zu häufig zitiert werden… Ach, pfeif auf die Geschmackswächter und Kostverächter, dieses Album macht einfach höllisch Spaß!

Delphic sind sicher vor allem Kennern der stets geschmackssicheren Kitsuné-Sampler ein Begriff, da sie dort bereits zweimal auftauchten. Und die ersten Singles rotieren nun auch schon geraume Zeit in den Clubs. Nun haben Rick Boardman, Matt Cocksedge und James Cook ihr lange erwartetes und – wie das auf der Insel so üblich ist – weit vor Veröffentlichung gehyptes Debüt fertig.

Nun: Ja, diese Mischung aus Electro (viel) und Rock (sind halt Gitarre und Bass dabei, was man aber im Fluss der Sounds oft kaum registriert) kennt man so ähnlich schon. Ja, New Order kommen einem in den Sinn. Doch das Ganze klingt trotzdem extrem frisch und unverbraucht, wofür sicherlich auch Produzent Ewan Pearson (der u.a auch schon Depeche Mode geremixt hat) gesorgt hat. Dazu kommt, dass neben den erwähnten Popgrößen auch clublastige Dancemusic mit Einflüssen von Rave bis Trance ihre Spuren hinterlassen hat, so dass man durchaus Namen wie Underworld, Chemical Brothers oder Orbital nennen kann.

Dadurch ist eine insgesamt beinahe gefährlich eingängige und recht abwechslungsreiche Scheibe entstanden, die nicht nur von den hervorragenden Single-Ohrwürmern “This Momentary”, “Counterpoint” oder “Doubt” lebt. Nein, auch das neunminütige Titelstück mit seiner flimmernden Reise über die Tanzfläche oder das atmosphärische “Clarion Call” und der entspannt-poppige Abschluss “Remain” überzeugen. Zudem ist Delphic mit “Submission” der wohl schönste Duran Duran Song gelungen (inklusive ähnlicher Intonierung), der nicht von den Mannen um Mr. Le Bon selbst stammt.

Ein starkes Debüt, das die Vorschusslorbeeren absolut verdient hat. Sicher noch mit Innovationsraum nach oben, aber einstweilen genießen wir einige der schönsten Melodien des jungen Jahres. Klare Empfehlung!

(Addison)

P.S. Live am 08.05. in Berlin beim Melt-Klub-Weekender, mit Zoot Woman u.a.!

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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