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Wenn der seit langem Depeche Mode am Schlagzeug unterstützende Christian Eigner und der noch viel länger für die Band aktive und mit ihr befreundete Daryl Bamonte mit einer eigenen Band um die Ecke kommen, ist ihnen viel Aufmerksamkeit gewiss. Mehr, als wohl der Fall wäre, wenn man von einem Album berichtete, das wie eine Mischung aus einem Dave-Gahan-Solowerk und einer DE/Vision-Platte klingt. Was keineswegs negativ gemeint sein soll…

Denn der Autor ist ja auch Fan von DE/Vision und schätzt die Dave-Sologänge zumindest streckenweise sehr. Aber zunächst Ehre, wem Ehre gebührt, denn Compact Space sind kein Duo, sondern ein Trio, und wir haben den Sänger noch gar nicht erwähnt. Florian Kraemmer heißt er, die Band hat sich vor ein paar Jahren gefunden, und erfährt nun mit ihrem Debüt eine Menge Interesse seitens der Fans.

Was ist nun mit dem provokativen Dave-Solo-plus-DE/Vision-Vergleich gemeint? Nun, erstens ähnelt Kraemmers Stimme streckenweise doch ziemlich der von DE/Visions Steffen Keth, auch vom Songwriting und den elektronischen Sounds her gibt es da einige Ähnlichkeiten. Dass außerdem Eigner, der hier auch als Chefproduzent wirkte, an den Soloalben Gahans mitarbeitet, ist ebenfalls deutlich herauszuhören. Zudem ist hier wie v.a. bei Gahans zweitem Album zu bemerken, dass die Stärken klar in der ersten Albumhälfte liegen.

Denn die ersten vier Stücke sind hervorragend geschriebene Beispiele für elektronische Popmusik. Die Single „Push Push“ geht ohne Umwege ins Ohr, „Who Says It’s Real?“ punktet mit tollen Sounds und feinem Bassgroove. Beim atmosphärischen „The Unstoppable Collision“ kommt dann im Hintergrund eine markante Gitarrenspur dazu. Die ist doch nicht etwa von…? Doch, kein Geringerer als Martin Gore persönlich hat sie beigesteuert. Als weitere Unterstützung auf dem Album wären da übrigens u.a. noch Gore-Spezi Andrew Phillpott und ein gewisser Peter Cornelius (ja, genau der) zu erwähnen.

Nach „Red Alert“, das mit einem dynamischen Refrain aufhorchen lässt, versucht Kraemmer – dessen Stimme im übrigen zwar kraftvoll und sicher ist, aber in Zukunft gerne noch etwas markanter Eigenständigkeit entwickeln darf – auf „Lonely Star“ in den Strophen mal ein wenig aggressiver zu wirken. Das folgende „Don’t Look Back“ verbreitet nochmals angenehm düstere Stimmung, bevor die übrigen Stücke beweisen, dass die starke Qualität noch nicht auf Albumlänge gehalten werden kann. Nach den neun Songs gibt es dann noch zwei hübsche Extended Versions.

Trotz der vorhandenen Schwächen ist Compact Space ein wirklich gutes und exzellent produziertes Debüt gelungen, das viele Anhänger (und hoffentlich auch Käufer) finden dürfte. Mehr von den Künstlern selbst demnächst in einem Interview bei uns.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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