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Wir erwähnten es ja schon: Es herrschen die Wochen der starken Frauen. Und da haben wir hier ein ganz besonderes Exemplar vor uns. Eine echte Legende, die mit einem neuen Album für musikalische Überraschungen sorgt.

Alison Moyet ist natürlich den meisten – gerade hierzulande – vor allem von Yazoo bekannt, ihrem Erfolgsprojekt mit Vince Clarke. Das Duo gab es ja gar nicht so lange, aber die Hits rund um „Don’t Go“ oder „Nobody’s Diary“ sind immer noch unverwüstlich. Dass Alison auch später durchaus noch erfolgreich Musik gemacht hat (in den 80ern: erfolgreiche Soloalben, Live-Aid-Auftritt; in den 90ern: Grammy-nominiert, weiterhin im UK in vollen Hallen auf Tour; in den 00ern: als Musical-Sängerin unterwegs und mit dem Album „Voice“ wieder in den UK-Charts ganz vorn dabei), wurde in Deutschland höchstens am Rande registriert.

Doch so modern wie auf Teilen von „The Minutes“ klang sie lange nicht mehr. Das Album wurde zusammen mit Guy Sigsworth, der schon für Robyn, Björk, Madonna und Frou Frou gearbeitet hat, geschrieben und produziert. Und das vorab zu hörende „Changeling“ ließ schon mal mächtig erstaunen. Satte Synth-Sounds, gar Dubstep-Elemente und dazu Effekte auf der ja an sich schon mächtigen Stimme. Wow!

Okay, ganz so innovativ geht es nur gelegentlich auf dem Album zu. Dieses bemüht sich stattdessen, ein möglich breites Spektrum abzudecken. Zusammengehalten von der markanten, unverkennbaren Gesangskönnerin am Mikrofon. Das kann dann auch mal etwas zu radiofreundlich geraten wie in der Single „When I Was Your Girl“, ein schwächerer wird aber meist durch zwei gelungene Songs ausgeglichen. Wie das mit Geigern und Beats aufwartende „Horizon Flame“ oder die clubbigen Beats von „Right As Rain“.

Mit „Remind Yourself“ gelingt auch das groß inszenierte Drama , „Filigree“ klingt gar ein wenig wie eine Vince-Clarke-Ballade, während bei „All Signs Of Life“ der Wechsel Laut-Leise noch einmal auf die Spitze getrieben wird. Alles in allem ein Album, zwar nicht ohne Ausfälle, aber insgesamt doch mit einer Menge starker Momente. Wird vielleicht ja auch hierzulande registriert, zumal es auch endlich wieder Konzerte gibt.

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P.S. Und hier die Livedaten: 16.09. Berlin, 17.09. Stuttgart, 18.09. Hannover, 21.09. Offenbach, 24.09. Hamburg, 25.09. Köln

www.alisonmoyet.com
www.facebook.com/AlisonMoyet

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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