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Auftritt in der Werner-Seelenbinder-Halle

Vor 30 Jahren: Depeche Mode spielen in Ost-Berlin

Wenn sich ein Datum tief ins kollektive Gedächtnis von Fans aus der ehemaligen DDR eingebrannt hat, dann der 7. März 1988. Vor 30 Jahren spielten an diesem Tag Depeche Mode auf Einladung der FDJ ihr erstes und einziges Konzert in Ost-Berlin.

Die wenigen Karten – die Werner-Seelenbinder-Halle bot gerade einmal rund 6480 Menschen Platz – wurden kurz vor dem Konzert an verdiente FDJler und an Ostberliner Schulen verteilt. Schließlich galt es offiziell, den 42. Geburtstag der DDR-Jugendorganisation zu feiern. Inoffiziell wollte die Staatsführung für gute Stimmung im längst erodierendem Staat sorgen. Bekannte Künstler aus dem Westen waren ein probates Mittel.

Und Depeche Mode waren sehr populär im Osten. Wahrscheinlich auch aus diesem Grunde versuchte man, der Aufritt von Dave, Martin, Alan und Fletch in DDR möglichst lange „geheim“ zu halten. Dennoch erfuhren die Fans davon. Und nicht wenige versuchten in Ost-Berlin ihr Glück, einmal im Leben ihre Idole live zu sehen.

Besonders ans Herz legen möchten wir euch die Geschichte von Andi Dufte, der vor 30 Jahren ohne Karte nach Berlin fuhr, und mit einem Juwel zurück kam.

P.S.: Andy Fletcher hat sich 2009 kritisch über den Auftritt der Band in Ost-Berlin geäußert.

Sven Plaggemeier

Hi, ich bin Sven und betreibe als Gründer die Webseite depechemode.de. Hauptberuflich leite ich ein Team von Content-Spezialisten bei einem Telekommunikationsunternehmen. Vernetze Dich gerne mit mir bei Facebook, LinkedIn oder Xing.

77 Kommentare

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  1. Herrlich zu lesen , was hier manche für blühende Fantasien haben und sich angeblich in Mission Impossible Manier an bis zu 30 Ordnern , natürlich einer blöder wie der nächste , vorbei ins Konzert schlichen .
    Manchmal wünscht man einigen hier , an eigenem Körper zu erfahren , wie es so war im Osten Deutschlands . Alleine schon ein Bravo Poster von DM gab’s für 20 Mark . Die Amiga Singles von DM war mein ganzer Stolz . Mitschnitte vom SFB oder Rias , wo ich stundenlang am WestRadio hing , waren so das einzige , was ich von DM hatte . Es gab hier eben keine Devotionalen . DM in Berlin , damals ein Traum , der heute öfters wahr wird . Bloß gut …

    • Pulverfass BRD ist nun wahrlich kein Paradies. Gut, alles auf Pump, vom Handy, Malle-Reise bis hin zur Leasing-Kiste und Statistik-Fälschungen in Sachen Kriminalität, Arbeitslosigkeit und Altersarmut … …und die nächste Bankenkrise inkl. Währungskatastrophe wird auch kommen, sie wird heftiger und schlimmer …

      Ein Land in dem wir gut und gerne, wo vor allem Frauen ab gewissen Uhrzeiten lieber nicht mehr frei rumlaufen sollten, wo auch die Freibäder im Westen zum Grabbel-Belästigungs-Becken werden, in dem auch Männer in gewissen NOGo-Areas aufpassen müssen, dass sie von gewissen Gästen nicht platt gemacht werden, ist kein guter Ort. Die Tatsache, dass die DDR vielleicht NOCH etwas schrecklicher war, ändert daran nichts, denn die DDR konnte man korrigieren, die Schäden in der BRD vermutlich nicht mehr.

    • Auch gut. ZITAT: „DM in Berlin , damals ein Traum , der heute öfters wahr wird .“
      Mal abwarten, wenn die Clans, Prediger u. Co. sich immer mehr durchsetzen und immer mehr werden, wird es so ein ungläubiges Zeugs nicht mehr geben.

  2. Ich war auch dabei

    Unsere Lehrerin kam ins Klassenzimmer und erwähnte, dass sie 2 Leute bräuchte, die ins Konzert gehen. Ich hörte in Gedanken schon Geigen und Klavier und erklärte mich gnädig bereit, unsere Klasse zu vertreten, als sie auf den Punkt kam. Ohhhhhh jeeeee….2 Karten und 12 Fans in der Klasse….alle wurden hinter der Tafel angeschrieben …mit Nummer…die dann gezogen wurden….ich konnte es nicht fassen…ich hatte eine….Wahnsinn. Auf die Idee, meine Eltern zu fragen, ob ich darf….mit 14…kam ich gar nicht. Ich zahlte die Unsumme von 14.95 M Ostmark ( …glaube ich…Karte muss ich suchen…ist im Keller im Ordner wo ich jeden Schnipsel aufgehoben habe….)und holte die Karte bei der Pionierleiterin ab.
    Auch meine Eltern kamen nicht ansatzweise auf die Idee, meine Teilnahme am Konzert in Frage zu stellen und der große Tag kam. Meine Freundin und ich fuhren mit der Straßenbahn zur Seelenbinder Halle uns breits der Weg dahin war voll von Menschen. Gefragt nach Karten, ermöglichte nur ein konsequentes Nein das weiterkommen. Ich sah sogar einen jungen Mann, der sein Motorrad für eine Karte angeboten hat. Trotz meiner Aufregung nahm ich all die Menschen ohne Karte erschrocken wahr und fand, dass hier sehr ungerecht zu ging. Vor der Halle gab es kein weiterkommen mehr. Die Massen schoben sich vor und zurück und ich hatte zum ersten Mal in meinem Leben Panik….Wieder wurden wir gefragt, ob wir eine Karte hätten und ich verneinte. Meine Freundin schaltete schneller und bejahte, denn es War ein Ordner, der uns durch die Massen zum Eingang lotste. Gott sei Dank….da wären wir allein nicht hin gekommen. Das Konzert war der Hammer. Beim ersten Song zweifelte ich an meinen Augen bis auch der letzte Vorhang gefallen war. Behind the wheel und da thronten sie vorn …die drei mit ihren Keyboards und Dave legte los. Ich stand links ca 4m von der Bühne weg und konnte seine Augen erkennen. Völlig fasziniert und schwankend zwischen hypnotisiertem Kaninchen und ausrasrendem Fan…( ja…ich hab auch gekreischt wie ne Blöde)habe ich das Konzert erlebt. Ab Song 5 ständig in der Angst. …es wäre vorbei. Als die Jungs am Ende von der Bühne gingen, habe ich mich leise innerlich für immer von ihnen verabschiedet und mir liefen die Tränen. Wer konnte da ahnen, wie schnell ich sie wiedersehen konnte? Jetzt freue ich mich auf die Waldbühne in diesem Sommer, bin immer noch ein Riesenfan und habe meinen Sohn infiziert, der heute ein Jahr älter ist, als ich damals.
    Ach eins noch….als meine Freundin und ich nach dem Konzert in die Straßenbahn stiegen, fragte uns jemand, ob Dave wieder seine Show abgezogen hätte. Meine Freundin verneinte entsetzt und fragte zurück….wieso soll Dave seine Schuhe ausziehen? Wir waren sooooooo taub nach unserem ersten Konzert und haben erst mal ne Weile niemanden mehr verstanden. Aber warum reden…wir haben beide versucht, jede Minute des erlebten für immer in uns zu konservieren.

  3. Picard

    echt, schon 20 Jahre her … ? ;-) konnte mich (Bj. 72) an viele Stellen an die eigene Jugend erinnern … „Depeche Mode Titel der Woche“ …

  4. Bericht in den Tagesthemen

    … Und soeben kam ein Bericht am Ende der Tagesthemen. Auf Tagesschau24 wird die Sendung um 23.00 Uhr wiederholt.

  5. Der größte Tag meines Lebens!

    Wenn ich heute an den Tag vor 30 Jahren zurückdenke, habe ich immer noch Tränen in den Augen und kann immer noch nicht fassen, dabei gewesen zu sein!
    Es begann alles mit einem Gerücht: Depeche Mode kommen nach Ostberlin! Da es für mich seit 84 nichts anderes als Depeche Mode gab, stand für mich fest, ich muß dahin. Da ich nicht in Berlin wohnte, gab es auch keine Möglichkeit, eine Karte zu ergattern. Egal, nach der Schule machte ich mich mit ein paar Freunden mit der Bahn auf den Weg Richtung Berlin Werner-Seelenbinder-Halle. Je näher wir kamen, desto klarer wurde es, daß es nicht nur ein Gerücht war. Überall nur schwarz gekleidete Fans! An der Halle war dann schon die Hölle los. Wir sahen auch jemanden, der sein Motorrad gegen eine Karte bot! Irgendwann wurde das Gedränge immer stärker und irgendjemand meinte wohl, Depeche Mode gesehen zu haben. Ab da waren die Massen nicht mehr zu halten! Ich wurde immer weiter nach vorn gedrückt, dann rückte auch schon Polizei an, die Menschenketten bildeten, um die Massen aufzuhalten. Ich verlor meinen Schuh, den ich gerade noch greifen konnte. Da riss genau vor mir die Polizeikette, Ich hatte nur den einen Gedanken: ich muß da rein, ich muß Depeche sehen! So griff ich die Hand meiner Freundin und rannte durch die Lücke. Danach standen wir aber vor der nächsten Absperrung, so ein Drehkreuz. Dem Ordner sagten wir auch, daß wir keine Karte hätten. Er meinte nur, wir sollten uns zur Seite stellen. Da er aber so beschäftigt war, sind wir hinter seinem Rücken einfach durchgegangen. Somit standen wir zumindest schon vor der Halle, wo allerdings die nächste Kontrolle war. Da beobachtete ich, daß es an der Seite einen Personaleingang gab. Als die Tür aufging und eine Truppe reinging, haben wir uns einfach angeschlossen, somit waren wir in der Halle! Bis zum Innenraum gab es allerdings noch eine Kontrolle! Da wir aber so in Tränen ausgebrochen sind, ließ uns der Ordner einfach passieren. Wir hatten es geschafft! Ich konnte es einfach nicht fassen. Sicher war es nicht korrekt von uns, ohne Karte reinzugehen, aber ich habe in dem Moment nicht drüber nachgedacht. Ich wollte einfach nur dabei sein, etwas anderes gab es für mich nicht! Im nachhinein muß ich sagen, daß es für mich das emotionalste Konzert war, daß ich je erlebt hatte. Wir konnten unser Glück einfach nicht fassen, wir haben geweint, haben uns alle umarmt, mein Nachbar, meinte immer nur, ich solle ihn kneifen, sonst glaubt er nicht, daß es wahr ist. Es war alles so surreal! Am Ende konnte ich vor Aufregung nicht mehr laufen, so daß mich jemand an den Rand getragen hat, damit ich mich hinsetzen konnte. Wie ich nach Hause gekommen bin, weiß ich nicht mehr, ich habe dann die ganze Nacht auf meinem Bett gesessen und auf meine Poster gestarrt. Ich war eine ganze Woche wie in Trance! Dieses Erlebnis bleibt unvergeßlich für mich!

    • Glückspilz

      Du Glückliche! Gern hätte ich das auch erlebt! Ich stand mit Kumpels davor und wir hatten einfach keine Chance. Es war der dunkelste Tag für mich. Mit Gewalt mussten sie mich von da weg ziehen. Einige Tage später erfuhr ich, dass es einige „Sozis“ gab, die eine Karte hatten, aber kein Interesse an dem Konzert. Das war für mich die 2. durchlebte Qual. Zur „Trauer“ kam grenzenlose Wut – auf diese (damals) rote und falsche Soziwelt! Und irgendwie sitzt es noch heute tief in den Erinnerungen und schmerzt, als wäre es erst gestern gewesen. Für mich gab und gibt es nichts Besseres, als diese Band. Welche Band schafft das schon heute? Und ich bin stolz, dass es diese riesige und treue Fangemeinde gibt. Ich glaube, das wird sich auch nicht ändern. Wir sind mit DeMo groß geworden und das hat uns geprägt. Mach dir keine schlechten Gedanken! Du hast alles richtig gemacht! Jeder Fan hätte an deiner Stelle auch so gehandelt. Oh, was hätte ich dafür gegeben…

  6. Der Zufall...

    ..half mir. Weil ich nicht zu den engagierten gehörte, was mitten im Lichtenberger Stasiviertel schon hilfreich war. Also maximale Frustration und Trauer bis zum Abend vorher. Da klingelte es und der Freund der großen Schwester überreichte grinsend ein Ticket – hatte er von seiner Schwester, die an einer Schule stellvertretende Direktorin war. Einer Nacht fassungsloser Glückseligkeit folgte ein bis heute unvergessener Abend…

  7. 6481

    Wahnsinnserinneringen werden wach. Schule geschwänzt, von Sachsen nach Berlin gefahren, keine Ahnung ob ich meiner Mutter Bescheid gegeben hatte, keine Ahnung woher ich das Geld hätte, 100Mark und die Polenpressung von Black Celebration dabei. Frustriert über die Schwarzmarktpreise, gefälschtes Ticket für 100M gekauft. Der VoPo hat mir an der Absperrung viel Glück mit dem Ticket gewünscht und mich trotzdem durchgelassen. Ich war drin, in einem schwarzen Meer hysterischer Fans. Danach habe ich eine Weile gebraucht das gesehene zu verarbeiten. Besten Freund auf dem S-Bahnsteig getroffen und Schwarz nach Hause gefahren. Was könnte nach diesem Tag noch besseres kommen?

  8. Heute vor 30 Jahren hatte ich erst einen Apell, dann Schulfrei

    Hallo, ich wurde gemeinsam mit einer Freundin am Freitag vor dem Konzert von meiner gesamten Klasse ausgewählt, eine der zwei Karten pro Klasse zu erhalten. Man, war ich stolz auf meine Klasse! Am Montag dann wurde mir auf einem Appell die Karte überreicht und danach durfte ich nach Hause gehen um mich fertig zu machen und zur Werner-Seelenbinder-Halle zu fahren. Ich hatte in meiner rechten Jackentasche die Karte und in der linken Wunderkerzen. Vor Aufregung hatte ich die Wunderkerzen so zerbröselt, dass ich hätte die Jacke anzünden müssen, um etwas davon zu sehen. Während des Wartens und des Hin- und Herschubsens wurde mir 1.000 Mark West, ein Trabant und ein Wartburg angeboten. Was sollte ich denn mit 14 Jahren damit? Dann verbreitete sich das Gerücht, Martin würde oben am Fenster stehen. Die Grölerei ging los. Dann ging es rein, Platz suchen – von wo kann ich am besten hören und sehen? Das Licht ging aus, wir aufgeregt und wer kommt? Mixed Pickles – leider hatten die es nicht so leicht bei uns. Dann, Licht aus – Licht an – ein weißer großer Vorhang auf der Bühne, warten und die ersten Takte von Behind the Wheel. Der Vorhang fiel und da waren Sie endlich! Das Konzert war megaklasse, das Beste was ich natürlich bisher besucht habe :). Nach Hause ging es dann mit dem Bus. Es schneite auf dem Heimweg und meine Mutti stand hinter der Gardine um sicherzugehen, dass ich nach Hause komme. Ansonsten kann ich mich nicht an den Rückweg erinnern. Ich war total high!

  9. Sehr gut

    Sehr gute Story, André!

    Hatte vom 1.4.1989 bis 3.4.1989 eine 48er-Wache bei der NVA, in Potsdam Bornim und habe die Wochenpost meines Zugführers von vorn bis hinten durchgelesen, eine Annonce des Fanclub Forever erblickt und sofort geantwortet. Olaf H. hat mir sofort dm-Material von Euch in die Kaserne geschickt. Bis heute einer meiner besten und zuverläßigsten Kumpels!

    Gruß aus MD!

  10. Gutes und Schlechtes

    Ich hatte damals in Cottbus leider keine Chance zum Konzert zu gehen, ich war in den Tagen deprimiert und verärgert, die idole so nah und doch unerreichbar, es war halt so. Heute jammern bringt ja auch nix mehr. Als ich dann 1-2 Tage später in der Zeitung „Junge Welt“ einen Artikel und Besuchermeinungen las, untertitelt mit Name, 10 Jahre, da war ich schon stinksauer.

    Aber am 31.10.1990 war es dann soweit und seitdem habe ich alle Touren gesehen und der 23.07. ist auch schon fest und wieder „Good evening BERLIN“!

    • Heute kriegt man ja auch nicht immer Karten, man muss damit leben. Cottbus war zu weit. Mir ging es im Westen genauso, wenn ein Konzi in Hamburg war, ging dann auch nicht oder Tickets waren weg. Egal heute sind wir immer noch Fans und können hier und da auch DM sehen. See you in Berlin.

    • Nicht weit weg, keine Chance weil nicht Berlin.

      Hi Norbert,
      100km sind ja nun nicht weit weg, bis Berlin war schon okay, wir hatten kein eigenes Auto, also Bahnfahren. Ich war im Herbst 87 in der Künstleragentur in Berlin (Ost), um nach den Gerüchten (Westradio) zu fragen, ob die stimmen. Und mir wurde das bestätigt, aber die Karten gingen nur an die Schulen und Lehrbetriebe in Berlin (ob nun politisch ausgewählt, zugelost oder den Fan vergeben, da wird es viele varianten gegeben haben), aber keine Chance für den Fan in der Provinz. Das war halt doof, aber war so. Also auch danke an die ganze poltische Wende, da wurde vieles möglich. Auch DEPECHE MODE!

  11. Andre

    Wenn ich immer höre „FDJ“ und „Partei“.

    Es stimmt, die 6.000 Tics wurden nur an den 42 Berliner Schulen verkauft. Letztendlich ab der 7. Klasse aufwärts jede Klasse 2 Tics.

    Bei den meisten musste das Los entscheiden. In meiner Klasse haben die Jungs einstimmig entschieden dass ich gehe weil ich nun mal DM-Fan war. Bei den Mädels das Los.

    Also glaubt nicht was die meisten schreiben von wegen man müsste FDJ- Funktionär sein oder sonst was.

    • Genauso war es.

      Es gab zwei Tickets je Klasse und diese wurden zum einen an den größten DM-Fan, meine Wenigkeit (ein Danke nochmal an meine Klassenkameraden/innen) und per Los vergeben. Niemand musste besonders auf Linie sein o.ä..

    • War das geilste was es gab

      Ich war auch dabei, DAMALS!!! Karten gab es 2 Stück pro Klasse und nicht an die „Linientreuen“, zumindest bei uns nicht. Habe leider keine Karte bekommen. Jedoch waren die Karten damals sehr einfach ausgefertigt und mit dem damaligen „Bundpapier“, guten Stiften und etwas Fingerfertigkeiten ließ sich eine „Kopie“ erstellen. Der Einlaß hatte keine Erfahrung und drin waren wir.
      Einfach nur GEIL!!!!

    • Gestern auf dem MDR (eigentlich ein Kacksender) ...

      war Sascha Lange zugegen und stellte das neue Buch „Behind the wall …“ vor. In dem Gespräch mit dem absolut trotteligen Moderator hat er, also Herr Lange, die Mär von den Funktionarios beim Konzert ebenso widerlegt, wie einige User hier.

      Der Aufhänger, DM quasi zum FDJ-Geburtstag spielen zu lassen, war damals eine Art Tarnung, damit der Auftritt von Depeche Mode bei der obersten Heeresleitung (aka Rentnerbend, aka ZK, aka Regierung) durchgebracht werden konnte. Für sämtliche damaligen „Weststars“ mussten harte Devisen auf den Tisch gelegt werden und die, die sich um die Einladung von „Weststars“ zu kümmern hatten, mussten stets geeignete Legenden produzieren, um ihre Ideen durch zu bekommen.

      Mit der Verteilung der Karten war es dann so, wie von einigen hier geschrieben, da brauch ich mich nicht zu wiederholen. Da ich zu dem Zeitpunkt Lehrling in Brandenburg a. d. Havel (Stahlwerk) und nicht mehr Schüler der 5. POS in Baume war, kam das Konzert leider ein Jahr zu spät für mich.

      Zudem war der 07.03.1988 ein Wochentag. Das hätte Klimzüge sondersgleichen gekostet, da am nächsten Tag wieder pünktlich in der Berufsschule in Brandenburg oder gar in der Lehrwerkstatt aufzukreuzen. Unterstützung durch meine Eltern, die ein blau machen auf den grünen Ausweis akzeptiert hätten? FEHLANZEIGE!

      Grüße
      Jens

    • Provinz goes to Ost-Berlin

      Tolle Doku im mdr!

      Bei uns im Vorharz wußte es vorher niemand! Ich erfuhr es in den Winterferien von meinem Dad. Von seiner Arbeitskollegin der Mann arbeitete im Pionierhaus und hat es von irgendeinem FDJ-Menschen erfahren. Aber nur vage und ohne konkreten Termin.

      Mein Dad, bis heute Mega-Elvis-Fan, sagte nur „Da fährst du hin!!! Gar keine Frage. Ich schreibe dir für die Schule die beste Entschuldigung, die es jemals gab. Ich hatte nie die Chance, Elvis live zu sehen.“

      Ich also in der letzten Ferienwoche tagelang alle 5 Minuten bei DT64 angerufen (glücklicherweise hatten meine Eltern einen eigenen Telefonanschluß, weil mein Dad in der IT arbeitete). Immer besetzt – aber irgendwann einen wunden Zeigefinger. Am 3. oder 4. Tag endlich der Durchbruch: ich komme durch. Kurze und knappe Antwort: „Ja, stimmt. Karten bekommst du ausschließlich über deine FDJ-Kreisleitung!“. Der hatte wahrscheinlich nicht verstanden, daß ich aus der Provinz anrufe. Also sofort bei der FDJ bei uns angerufen. Da gab es natürlich keine Karten und auch keinen Kommentar. Also mußte ich meinen Joker ziehen: mein Onkel aus Berlin hatte Vitamin B und besorgte mir ’ne Karte. 2 Tage Schule geschwänzt. Montag 220 km mit dem Zug hin, Dienstag früh zurück.

      Wie sich in Berlin herausstellte, hatte ich sogar einen Ordnerausweis, was dann aber sogar zu Problemen führte. An den beiden Vorkontrollen (Polizeigürtel) gab es kein Problem. Aber an der Halle: „Ordner??? Warum kommst du erst jetzt? Wer ist dein Gruppenführer? Da stimmt doch etwas nicht! Den Ausweis ziehe ich erst mal ein!“. Der Ordner wurde in dem Moment abgelenkt. Zack, Karte zurück und weggerannt. Erst mal durchatmen. Am nächsten Einlaß gab es dann kein Problem. Konzert war natürlich Geilomat. Auch wenn alles nur wie im Film vor einem ablief. Aber kaum FDJ-Heinis dort. Die Vorband wurde irgendwann gnadenlos ausgebuht. Der Sänger bekam aus den ersten Reihen sogar eine Wunderkerze ab.

      Danach fällt man natürlich in ein Mega-Loch. DAS WAR ES! Das einzige dm-Konzert deines Lebens. Was soll jetzt noch kommen im Leben? Mittwoch morgen wieder mein erster Schultag nach dem Konzert. Ich konnte/durfte es natürlich niemandem erzählen, wo ich war und daß ich mitten im Abi 2 Tage die Schule geschwänzt hatte. Erste Unterrichtsstunde: Staatsbürgerkunde. „Freundschaft! Setzen!“ Dann holt der StaBü-Lehrer ohne Worte die „Junge Welt“ aus seinem Aktenkoffer und hält die Titelseite mit den Worten hoch: „DAS TUT EURE FDJ FÜR EUCH!!!“

      Ich sitze in der letzten Bank-Reihe, ganz links und sehe nix. Aber dann erkennen alle Mitschüler, daß dm auf der Titelseite sind und begreifen, daß die vorgestern in Ost-Berlin gespielt haben und ALLE drehen sich mit weit aufgerissenen Augen gleichzeitig zu mir um, grinsen mich an und wissen Bescheid! :)

      Und heute? Inzwischen habe ich sie über 60 mal gesehen. Auch alle 5 bei ihren Solo-Projekten. (Ja, viele Hardcore-Fans haben sie natürlich noch viel öfter gesehen. Ich habe mich in den letzten 30 Jahren halt oft gefragt, womit ausgerechnet ich dieses unverschämte Glück damals verdient hatte. Natürlich war die Band ab 1984/85 mein Ein-und-Alles. Aber das war sie auch von tausenden anderen. Eine Antwort wird es nie geben.) Aber was wichtiger ist: ich war zwei mal mit meinem Dad zu „Elvis – The concert“ – Elvis‘ Originalband und Original-Backgroundsängerinnen spielen live um Elvis‘ live-Gesangsspur aus einem aufgezeichneten Konzert und Elvis wird auf riesigen Bildschirmen gezeigt, während die Band natürlich live vor einem steht. Also so nah, wie man als Ossi einem Elvis-Konzert nur nah kommen konnte. Wer konnte das alles im März 1988 ahnen?

      Alles wird gut, Daddy!!! Und Danke!!!

      „Those days, days, days run away like horses over the hills!“

  12. Ich werde von keinem gesteuert ihr lieben. Mit freundschaftlichen Gruß Route 66

  13. Depeche Mode in Ost-Berlin

    Auch ich war damals Fan von Depeche Mode und war auch im Fanclub Forever Berlin.Als ich hörte das meine Band nach Berlin kommt könnte ich es nicht glauben und machte mich auf um im Betrieb über die FDJ Karten zu bekommen aber wie bei fast allen vergeblich.Ich fuhr aber trotzdem zur Werner-Seelenbinder-Halle um wenigsten einmal zu spüren ,doch was dann kam war nicht zu toppen !Die Leute rannten über die Absperrung,ich auch und auf einmal stand ich vor den Einlass,die Leute drückten wie verrückt und ich stand nur noch auf einbein ,da rief einer von der Ordnungsgruppe es sie brauchen Unterstützung ich reihte mich ein und half mit ,als dann der Druck großer wurde riss ich mich los und stand vor den Leuten die die Karte sehen wollten ,ich sagte ihn meine ist gerade im Gedränge weg und der Kann sagte ach du bist doch von der Ordnungsgruppe hier geh durch !! Ich dachte ich spinne ,ich träume ich stand im Innenraum und musste Weinen vor Freude ,die Band kam die Stimmung war grandios und als die Band ging und das Licht anging saßen viele noch auf den Boden und mussten es erst mal Sacken lassen für mich war es der schönste Tag im Leben und habe bis heute das Poster (konnte man nur drin kaufen für 5 Mark ) Nach der Wende könnte ich bis heute ca 100 Konzerte weltweit miterleben aber Ost-Berlin war einmalig !!!Danke noch immer den Menschen der mir das ermöglichte!!!

    • Hi Andre,

      Andre, nicht schlecht für einen der Jahre zuvor mit Motörhead- und Scorpions Buttons an der Lederjacke Kaulsdorf verwüstet hat ;-) Sehen uns Waldbühne oder bei VNV!

    • Ändert aber nichts an der Tatsache, dass du illegal rein gekommen bist und die Sicherheitsvorkehrungen missachtet und somit andere Fans, die legal rein sind in Gefahr gebracht hast. Stell dir mal vor, dass würde jeder so machen?

    • Ganz schlimm von mir kommt nie wieder vor!

  14. 7. März 1988 - 7. März 2018

    Juhu – ein wirklich unvergesslicher Tag!

    Ich hab morgen / Mittwoch noch ein paar Plätze frei auf der DEPECHE MODE BERLIN TOUR um 16:00 Uhr – taucht mit ein ins KRIBBELN vor 30 Jahren… au backe, wir werden echt alt! :)

    Meldet euch gerne an unter: https://musictours-berlin.de/de/tickets

    Viele Grüße an alle – egal ob Ost oder West oder Nord oder Süd :)
    Thilo Schmied

    • Ergibt doch aber nur Sinn wenn man eine Karte hat, oder? Sollte man vielleicht auch mal erwählen, denn wer sich dort einträgt hat die Kosten zu tragen, egal ob mit oder ohne Karte.

Kommentare sind geschlossen.

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