Review: COMA ALLIANCE – Weapon of Choice

Vor zwei Jahren traten Diorama und Diary of Dreams bereits gemeinsam unter dem Namen Coma Alliance auf. Damals war das Konzept aber ein anderes. Beide Bands teilten sich zwar die Bühne, traten aber als eben diese Band auf und nicht als Gemeinschaftsprojekt. Die Verbundenheit von Diary of Dreams Mastermind Adrian Hates und Diorama-Kopf Torben Wendt ist in Fankreisen sicherlich bekannt, seit fast 20 Jahren ist Torben ein regelmäßiger Gast bei den Auftritten von Adrian Hates Band. Genug der Vorrede, denn gerade liegt das erste Album des gemeinsamen Projektes mit dem Titel „Weapon of Choice“ vor mir, das COMA ALLIANCE bereits am 16. November veröffentlicht haben. Schickes Cover, coole Bildidee und wirklich tolle Promo-Bilder von Silke Jochum. Das zur Optik.

Also ab in den CD-Player damit und anhören. Los geht’s mit „Unusual“, das sich von den ersten Tönen an wie das Pfeifen eines aufkommenden Sturms anhört und sehr bedrohlich klingt. Klasse Intro, super aufgebaut, mega Spannungsbogen. Ziemlich lange habe ich kein so cooles Intro mehr gehört. Weiter geht es dann mit „Sepia“, das schon sehr nach Diary of Dreams klingt und die dramatische Atmosphäre des Intros gut fortführt. Zum nun folgenden „Royd“ wurde sogar ein Videoclip produziert, der wirklich detailverliebt ist. Der Song ist sehr eingängig und sogar tanzbar. Düster-melancholisch schleicht sich das Musikstückchen an, bleibt im Ohr und ist trotzdem clubtauglich. Kommen wir zu meinem Lieblingsstück auf „Weapon of Choice“, es trägt den Namen „Starfruit“ und klingt weder zu sehr nach Diary of Dreams, noch nach Diorama. Müsste ich die Atmosphäre des Songs beschreiben, würde ich wohl erstmal die Worte „gelangweilt“ und „resigniert“ in den Raum werfen – und das ist nicht negativ gemeint. „Starfruit“ durchbricht die typische Düsternis und den typischen Klang mit ein bisschen resignierter Melancholie.

Coma Alliance – Royd (official video)

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Kurze Hörpause, einen Tee aufsetzen, das bisher gehörte sacken lassen und dann geht es weiter mit „Trembler“. Auch hier klingt es mir zu sehr nach Diary of Dreams. Ich warte an der Stelle auf etwas richtig Überraschendes im Klang, etwas das mich nicht direkt an Diary of Dreams oder Diorama erinnert und mich Vergleiche ziehen lässt, ob ich möchte oder nicht. Aber es kam bisher nichts dergleichen, außer „Starfruit“. Ich weiß, dass viele diesem Album aufgeregt entgegengefiebert haben, ich war auch wirklich gespannt, wie es wohl klingen mag und wurde irgendwie enttäuscht. Es war ja schon ein bisschen zu erwarten, dass es nach DoD und Diorama klingen wird, aber so sehr, dass mein Musiksensor ungewollt immer wieder Bandvergleiche ziehen wird, hatte ich nicht erwartet. Liebe Fans, versteht mich nicht falsch, ich finde es ganz okay, was ich da höre. Ich finde die Produktionsarbeit von Gregor Beyerle und Daniel Myer super. Total auf den Punkt. Ich bin von den Drums ziemlich entzückt, gerade bei „Trembler“, aber ich warte noch immer darauf, dass ich abgeholt werde und nicht in Erinnerungen an alte Werke stehen bleiben muss. Auch „Finsta“ und „Miracle“ überraschen mich nicht so, wie ich das gern gehabt hätte.

So ist das wohl mit den Erwartungshaltungen, man kann wohl am Ende nur enttäuscht werden. Wobei auch das falsch formuliert ist. Man ist nicht enttäuscht von dem, was andere gemacht haben, sondern eher von sich selbst, weil man etwas anderes erwartet hat. Eine Mini-Überraschung kurz vor Schluss gab es dann doch noch: „Coma Supreme“ bedient sich im Trip Hop. Daumen hoch dafür.

Fazit: „Weapon of Choice“ ist von seiner grafischen Gestaltung her perfekt inszeniert. Liebevoller Videoclip zu „Royd“, Promofotos, die auf den Punkt sind, klasse Cover. Fans von Diary of Dreams und Diorama werde ihre helle Freude an der Platte haben, weil es sich super in ihre bisherige Sammlung einreiht, nicht anstrengend zu hören ist und die typische Düsteratmosphäre beibehält – bis zum Schluss. Wer große Überraschungen sucht, wird wohl ziemlich suchen oder sich wie ich an Kleinigkeiten erfreuen müssen (Stichwort: Drums).

www.instagram.com/comaalliance
www.facebook.com/comaalliance
www.accession-records.de

Coma Alliance on tour: Special guest: In Strict Confidence

11.01.2019 Oberhausen, Kulttempel
12.01.2019 Hamburg, Markthalle
17.01.2019 Frankfurt, Batschkapp
18.01.2019 Stuttgart, im Wizemann
19.01.2019 München, Backstage
25.01.2019 Berlin, Huxleys Neue Welt
26.01.2019 Dresden, Reithalle
15.02.2019 St. Petersburg (RUS), Aurora Concert Hall *
16.02.2019 Moskau (RUS), Club Theater *
* ohne In strict confidence

Letzte Aktualisierung: 4.12.2018 (c)

 Josie Leopold
Ich bin die kleine Schnatterschnute vom Dienst: bunt, glitzernd, voller verrückter Ideen. Wenn ich nicht gerade Interviews führe, Beiträge verfasse oder versuche Wordpress davon zu überzeugen doch bitte nett mit mir zu sein, versuche ich die Welt ein bisschen besser und bunter zu machen.

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