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Querbeats – Mit Spirit Catcher, An Pierlé & White Velvet, Tahiti 80 und Schluck den Druck

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querbeats Dieses Mal starten wir die Reise in einem belgischen House mit angeschlossener Disco, schlagen uns dann durchs immer noch belgische Hinterland in Richtung Frankreich durch, wo wir einen poppigen Quickie mitnehmen und uns dann rechtzeitig zur Rückkehr ins Heimatland komplett druckbetanken. Prost!

Spirit Catcher – Partners In Crime: Es gibt so Alben, auf denen ein Hit ist, der alle anderen Stücke überstrahlt. Beim neuen Werk der Belgier Jean Vanesse und Thomas Sohet ist genau das der Fall.

Was jetzt nicht heißen soll, dass der Rest nichts taugt. Die beiden, die es seit ihrem 2007er Debüt „Night Vision“ auf eine erstaunliche Menge an Veröffentlichungen gebracht haben, beherrschen ihr Handwerk. Und das ist überwiegend anschmiegsamer House in verschiedenen Ausprägungen. Oft Richtung Italo, manchmal eher Minimal, auch R’n’B spielt gelegentlich mit hinein, Einflüsse von Funk und Disco kommen dazu.

Das alles flutscht recht freundlich dahin und wird Liebhabern dieser Art Musik gefallen, aber sonst niemanden ausrasten lassen. Bis auf dieses eingangs angekündigte Highlight eben. Mittendrin türmt sich ein Track auf, sagt „No Way Out“ und ist ein Clubhit vom Feinsten. Den sollten sich Tanzflächenbetreiber nicht entgehen lassen.

Also: Ins Album reinhören ist kein Muss, den Überhit sollte man jedoch besitzen.

An Pierlé & White Velvet – Hinterland: Wo wir uns gerade in Benelux herumtreiben, horchen wir doch mal, was An Pierlé und ihre Männer so treiben. An dieser Stelle muss dann wohl die Bezeichnung „Kate Bush Belgiens“ fallen.

Da ist sicher auch was dran. An hat eine experimentierfreudige Stimme, die sie bereits seit 1999 (und mit der Band White Velvet seit 2005) auf Tonträger bannt. Sehr wandlungsfähig, wie man exemplarisch in den ersten beiden Stücken hören kann – recht tief beim Pianopop „Little By Little“, hell und mädchenhaft beim Gitarrenpop von „Where Did It Come From?“.

Die Songs dazu nehmen oft nicht den direkten Weg, es herrscht Vielschichtigkeit, die trotzdem nicht auf Kosten der Eingängigkeit geht. So haben die Stücke zumeist ein paar Haken und eine angenehme Tiefe, gerade in der zweiten Hälfte schälen sich so einige Perlen („Fort Jerome“, „Everything Is New Again“, „Wakey Wakey“) heraus. Ein Besuch dieses Hinterlandes ist also durchaus zu empfehlen.

Tahiti 80 – Solitary Bizness (EP): Zwischendurch eine kurze EP zur Entspannung. Die Franzosen von Tahiti 80 werden im Februar 2011 ihr neues Album „The Past, The Present & The Possible“ veröffentlichen und schicken diese EP mit fünf Songs plus einem Remix voraus.

Man hört ja zu Tahiti 80 immer „Die klingen wie eine Mischung aus Air und Phoenix“. Was soll’s, das stimmt eben irgendwie auch. Fluffiger Pop, gern elektronisch verstärkt, mit sanften Jungsstimmen und eingängigen Melodien. Ordentlicher Appetizer, mal sehen, was das Album kann.

Schluck den Druck – Im Rausch mit Freunden: Entspannt? Fein. Nüchtern? Ja? Keine gute Idee. Denn: Nüchtern geht das hier gar nicht. Wie ein Fünf-Tage-Rave im Deichkindstil, aber bitte ohne jeglichen Tiefgang (ja, den haben die Deichkinder durchaus).

„Sinn war noch nie unser Ding“ warnt schon das gesprochene Intro der v.a. für ihre exzessiven Live-Auftritte bekannten Herren Feier und Kompressor (& Co.?). Wenn man das beherzigt und das eine oder andere Flüssignahrungsmittel zu sich genommen hat, kann das hier sicher gute Partyresultate verursachen.

Also: Hirn an und schreiend wegrennen oder Hirn aus und wild rumhüpfen zu den seltsamen (aber mitunter recht lustigen) Abenteuern rund um Bassquelle, Kristallmonster, Partynarben, Kommerzbaron, Schwiegerhund, Stockfischtanz und Ölbohrinsel.

(Addison)

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Thomas Bästlein

Thomas Bästlein schreibt (früher unter dem Spitznamen Addison) seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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