

Minimalistische Klanglandschaften können einen besonderen Sog entwickeln. Underhills unaffektierter, schöner Gesang verbindet sich mit einer melancholischen, aber nicht deprimierenden Grundstimmung. Denn da ist immer auch Licht in Sicht. Zwischen den getupften Synthesizermotiven, den sachten Beats – die aber schon mal anschwellen können – und den an The xx erinnernden Gitarren stecken auch immer Melodien.
So findet einerseits alles zu einem übergreifenden Sound, andererseits werden geschickt einzelne Höhepunkte gesetzt. Wie in „False“ erst leicht der Rhythmus einsetzt und dann Melodie und Drums mit Macht durchbrechen, wie sich im Titelsong langsam das Drama entfaltet, wie auch „Ivy“ und „Toronto“ in ihrem Verlauf immer mehr Druck aufbauen und wie schließlich im finalen Foals-Cover „London Thunder“ mit wenigen Mitteln Gänsehaut erzeugt wird. – 8 von 10 Dreampopwelten

Nun ist „Take Me Apart“ draußen – und, na gut, die Musik wird jetzt dann doch nicht neu erfunden von Kelela Mizanekristos. Aber vor allem Fans von modernem, stärker elektronisch orientierten R’n’B werden begeistert zugreifen. Der Rezensent stört sich ein wenig am mitunter zu typischen R’n’B-Gesangsstil und hätte sich ein paar mehr elektronische Frechheiten wie in früheren Stücken gewünscht (mehr FKA Twigs/SOHN/Banks, weniger Beyoncé, wenn Sie so wollen).
Trotzdem ist das ohne Frage ein gutes, streckenweise sehr gutes Album, aus dessen 14 Tracks sich manche Perle picken lässt, bei wiederholtem Hören aufgrund der Vielzahl spannender Sounds sogar mehr und mehr. Der feine Titelsong, das atmosphärische „Enough“, die eingängige Single „LMK“, das elektronisch verdrehte „Blue Light“ oder das orchestrale „Turn To Dust“. Trotzdem: Da geht noch mehr. – 7 von 10 Zukunftsszenarien

Eine Künstlerin, die über die Kunst- und Musikszene, über Zusammenarbeiten mit Größen wie David Byrne oder Sufjan Stevens hinaus, zuletzt auch in die bunten Blättchen geraten ist, infolge einer (mittlerweile wohl nicht mehr aktuellen) Beziehung zu Model und Schauspielazubi Cara Delevingne. Egal, die Musik ficht das nicht an – und die ist, wiewohl gar nicht so leicht zu greifen, einfallsreich und beeindruckend.
Dabei ist St. Vincent auf diesem somit perfekt betitelten Album womöglich zugänglicher als bisher. Man höre das brillante „Los Ageless“ (und bestaune das Video dazu!), verliere seinen Verstand bei „Pills“ (und bestaune das Video dazu!), verdrücke ein Tränchen bei „New York“ (und… na, Sie wissen schon) und reime den rockenden Titelsong auf ‚mass destruction‘. Bowieesk. – 8 von 10 Chamäleons
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