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Als Camouflage den Ambient entdeckten…

Von Ronny
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Camouflage_Spice_Crackers_CoverSpice Crackers„, das fรผnfte Studioalbum von Camouflage, markierte Mitte der 90er Jahre in gewisser Weise einen musikalischen Neuanfang fรผr Marcus und Heiko. Nachdem die Band, vor allem in der zweiten Hรคlfte der 80er Jahre, mit ihrem Synthiepop nationale, wie auch internationale Erfolge feiern konnte, wandelte sich der Sound nach dem Ausstieg von Oliver Kreyssig Anfang der 90er zunehmend in eine experimentellere Richtung. „Spice Crackers“ bildete dabei den Hรถhepunkt.

Ambient, Dance, Dub Techno und Downbeat gehรถrten seinerzeit genauso zum Soundbild von „Spice Crackers“, wie typische Popsongs. Trotz dieser Experimentierfreudigkeit blieben der Erfolg und auch ein Charteinstieg aus, was wiederum zur Folge hatte, dass das Album relativ schnell vom Markt verschwand.

Seit wenigen Tagen gibt es nun „Spice Crackers“ als Neuauflage mit umfangreicher Bonus CD und einem aufpolierten Sound.

Aufgenommen wurden die Songs des Albums in einer Art ‚Freestyle-Verfahren‘. Alle Titel auf „Spice Crackers“ entstanden wรคhrend der diversen Studiosessions, bei denen einfach das Aufnahmegerรคt eingeschaltet wurde und die beiden Musiker frei Schnauze musizierten. Eine kรผnstlerische Freiheit, die es in dieser Form schon damals kaum gab.
Das Ergebnis war ein bunter Stilmix an elektronischen Tracks und Songs, der irgendwo zwischen Synthiepop, Chillout und Dance angesiedelt war.

Bereits die beiden Vorabsingles „Bad News“ und „X-Ray“ kรผndigten damals ein eher untypisches Album von Camouflage an. Wรคhrend „X-Ray“ aus heutiger Sicht noch einen Bogen zu รคlteren Verรถffentlichungen schlagen konnte, prรคsentierten Heiko und Marcus mit „Bad News“ einen reinrassigen Dance Track, der sich unter anderem auch damaliger Trancestrukturen bediente.

Cineastische Soundcollagen wie „Kraft„, „Electronic Music„, „Spacetrain“ oder das an die spรคteren Cafรฉ del Mar Scheiben erinnernde Instrumental „Ronda’s Trigger“ stellen den experimentelleren Teil des Albums dar.
Days Run Wild„, „A Place In China“ und „Back To Heaven“ lockern dagegen mit ihren verspielten Soundsequenzen und eingรคngigen Melodien das Album auf.

Der Deluxe Edition des Re-Releases liegt noch eine Bonus CD bei, auf der sich weitere 14 Songs, wovon 11 Tracks bisher unverรถffentlicht waren, befinden. Sรคmtliche Titel sind dabei aus den Studiosessions zu „Spice Crackers“ hervorgegangen. Neben Remixes von „Bad News„, „Back To Heaven„, „Spacetrain“ und „Spice Crackers„, sind es vor allem die sperrigen Instrumentals, die den Klang der Bonus CD formen.
Wer hier allerdings mitreiรŸende Popsongs o.รค. erwartet, wird enttรคuscht! Die Tracks sind irgendwo zwischen Ambient, Electronica und den doch recht speziellen „Kroeppelshagen Tapes“ angesiedelt und vermitteln dem Hรถrer in erster Linie einen Einblick in die damalige Schaffensphase der Band.

Auch mit 14 Jahren Abstand hat „Spice Crackers“ seinen Reiz nicht verloren, bleibt aber dennoch das sperrigste und experimentellste Album in der Bandgeschichte von Camouflage. Wer die CD bisher noch nicht ergattern konnte, sollte hier zugreifen.

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www.camouflage-music.de
www.myspace.com/camouflagemusic

Von Ronny

2 Kommentare

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  1. Fรผr mich das mit Abstand beste Album von Camouflage. Leider haben sie bei den folgenden Alben, sicherlich auch im Hinblick auf die Verkaufszahlen, den eingeschlagenden Weg nicht fortgesetzt. Gute Songs, aber zu glatt geschliffen und zu sehr auf Hit-Potential getrimmt. Ohne die angesprochenen Ecken und Kanten, die „Spice Crackers“ zum kurzweiligsten und gelungenstem Album haben werden lassen. Sehr erfeulich, daรŸ diese Arbeit hier noch einmal gewรผrdigt wird.

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