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Ganz schön düster ist es geworden, dieses „schwierige zweite Album“. Viele tiefe Töne und viel nächtliches Wabern bestimmen die rote Nacht von New York. Ein interessanter Schritt nach dem Wavepop des Debüts.

Mit jenem Debüt hatten The Hundred In The Hands vor knapp zwei Jahren die Weltbühne betreten. Eleanor Everdell und Jason Friedman hatten schon damals mehr als nur einen Stil drauf, da gab es sowohl mitreißenden Postpunk wie „Dressed In Dresden“, als auch äußerst Tanzbares wie „Commotion“ – und ja, auch dunkle Töne waren ihnen nicht fremd.

Doch nun ist wohl endgültig Schluss mit lustig. Durch „Red Night“ ziehen sich dominante Bassfrequenzen, dass es im Magen grummelt. Dazu bedrohliche Synthesizerschlieren und der oft gekonnt abwe(i)send wirkende Gesang Eleanors. Gleich mit den ersten beiden Stücken verschleppt man dazu erst einmal komplett das Tempo, ein eigenwilliger Start.

Danach stellt sich bei „Come With Me“, in dem die Keyboards von vereinzelt dazwischen fahrenden Gitarren gekontert werden, doch etwas mehr Eingängigkeit heraus, bevor der Titelsong wieder auf die Bremse tritt und sich mit seinem Rhythmus wie ein Mantra in die Eingeweide bohrt.

Keep It Low“ erinnert dann in seiner Melodiosität wieder ans Debüt. Und spätestens beim sehnsüchtigen „Faded“ merkt man, dass hier zuletzt häufiger Zola Jesus gehört wurde. Das nach vorne gehende „Tunnels“ und erst recht das mächtige „Stay The Night“ bestätigen die Vermutung, dass sich hier die größeren Perlen eher in der zweiten Hälfte verstecken.

The Hundred In The Hands haben ein mutiges zweites Album aufgenommen, das sich an keiner Stelle bei irgendwem anbiedert – und das vielleicht gerade deswegen bleibenden Eindruck hinterlässt.

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P.S. The Hundred In The Hands spielen am 24.08. auf dem Bootboohook Festival in Hannover.

www.thehundredinthehands.com
www.facebook.com/thehundredinthehands

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentar

  1. Martin (nicht Lee)
    1
    17.8.2012 - 16:33 Uhr

    Nicht schlecht.
    Gefällt mir sehr gut.