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Fetisch (der Künstler, nicht der, äh, Fetisch) ist so ein Getriebener. Sein Projekt Terranova ist von Album zu Album mitunter kaum wiederzuerkennen. Das gilt auch hier, wo er mit seinem aktuellen Bandpartner &ME sowie zahlreichen Gaststimmen eine spannende Platte zwischen House, Pop und anderen technoiden Auswüchsen aufgenommen hat.

Fetisch hat ja schon die ersten Jahre von Techno in den 80ern miterlebt. In den 90ern hat er u.a. die Stereo MCs produziert, und auch Terranova hatten anfangs einen Hang zu Trip Hop und Downbeat. Doch Fetisch will immer neue Ufer erkunden, so dass er sich 2007 mit dem Berliner House-Produzenten &ME zusammenschloss, um in aller Ruhe an der nächsten Neuerfindung zu werkeln.

Die Tracks wurden zu großen Teilen zwischen Fetischs Lebenszentren Paris und Berlin geschrieben (im Zug) und eine gewisse innere Unruhe ist unverkennbar, wiewohl auch immer wieder entspannte Sounds Ruhe bringen. Das Soundgerüst ist vielseitig angelegt, House, na klar, aber auch viel satte Bässe und Synthieklänge – und die exzellent ausgewählten Gaststimmen besorgen dann die poppigen Momente.

Zum Beispiel Tomas Hoffding von WhoMadeWho (zu deren großartigem neuem Album wir in Kürze noch kommen werden), der sein warmes Falsett über den melodischen Opener „Question Mark“ und über das lässige „Paris Is For Lovers (My Love)“ (ein halbes Justin-Timberlake-Cover übrigens!) legt. Die zuletzt sehr umtriebige Billie Ray Martin leiht ihre markante Stimme dem düster groovenden „Make Me Feel“.

Zwischendurch schaffen es auch die Tracks ohne Gäste zu überzeugen, wie das moby-eske „I Want To Go Out“. Den Großteil der Stimmbeiträge liefert aber Clubgröße Khan, der „So Strong“ (das einen Sound enthält, der ein wenig an einen Remix von Depeche Modes „I Feel You“ erinnert) eine Portion Soul verleiht, später seine Variabilität zwischen Flüstern, Grummeln und intensivem Gesang beweist und auch das Highlight „By My Side“ vokalisiert. Und ganz zum Schluss darf schließlich noch Kultschauspieler Udo Kier zum Duett mit Nicolette Krebitz antreten, was das cinematische „Prayer“ zum faszinierenden Abschluss einer sehr interessanten und hörenswerten Platte macht.

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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