Beach_House_Thank_Your_Lucky_StarsDie Großmeister des Dream-Pop wurden dieses Jahr offensichtlich besonders häufig von der Muse geküsst. Jedenfalls gab es innerhalb weniger Wochen gleich zwei Alben von Victoria Legrand und Alex Scally. Und nach dem Hören ergibt das auch Sinn. Zeit für eine Doppelbegegnung.

Die zwei haben ja mit ihren beiden vorherigen Alben „Teen Dream“ (2010) und „Bloom“ (2012) jede Menge Herzen erobert. Das verschleppte Tempo, die sich ganz allmählich in die Seele schmiegenden Ohrwürmer, die schwelgenden Synthesizer und obendrauf Legrands träumerische Stimme – magisch.

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Im Spätsommer erschien nun also Studioalbum Nummer Fünf mit dem Titel „Depression Cherry“ – und darauf wollte die Band vom etwas reicheren, eingängigeren Sound der beiden erfolgreichen Vorgänger weg und zum reduzierteren Klang der beiden (unbekannteren) ersten Alben zurückkehren.

Das heißt im Resultat aber nicht, dass sich die später hinzugekommenen Fans erschrecken müssen. Nein, bei Beach House ist immer alles im Fluss. Man hat eben nur die großen Soundtraumgebilde und die allesumarmenden Melodien ein wenig zurückgefahren. Alles rauscht melancholisch somnambul dahin, fast ein bisschen gleichförmig zunächst. Doch dann entfaltet sich diese stets hypnotische Wirkung dieser Band. Und man verliebt sich irgendwann auch wieder in besondere Songs wie „Levitation“, „Sparks“, „10:37“ oder „Bluebird“.

Beach_House_Thank_Your_Lucky_StarsAlles gut also. Doch dann schickt die Band keine zwei Monate später „Thank Your Lucky Stars“ hinterher, ein weiteres vollwertiges Album. Die Songs sind nach denen von der Depressionskirsche entstanden, aber zusammen mit ihnen aufgenommen und dann fein säuberlich wieder abgetrennt worden. Ja gibt es denn nun markante Unterschiede?

Nun, sie haben keineswegs den Dream-Pop verlassen, aber doch, dieses Album ist tatsächlich recht anders geraten. So etwas wie der wildere Bruder des ausgeglicheneren Vorgängers. Gleichzeitig düsterer, kantiger und doch eingängiger, sogar mit so etwas wie Ausbrüchen aus dem Traumzauberland. Da läuft durch „All Your Yeahs“ ein zunehmend flotter Beat, in „One Thing“ kratzen die Gitarren richtig, in „Common Girl“ heiligt die Orgel den bösen Text, „Elegy Of The Void“ ist der ganz große elegische Wurf und „Somewhere Tonight“ das (Le)Grande Finale zu gleich zwei fabelhaften Alben.

Die depechemode.de-Wertung:
8 / 10

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Letzte Aktualisierung: 17.12.2015 (c) depechemode.de

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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