querbeats

Heute versuchen wir uns mal an einem Afrika-Special. Was nicht heißt, dass sämtliche Beteiligten hier aus Afrika kämen. Nein, da hätten wir eigentlich eher Wien, Lissabon und London, plus zahlreicher afrikanischer Verstärkung. Was dann aber entscheidet, ist der Stil – und der konzentriert sich neben elektronischen Beats eben auf afrikanische Rhythmen. Und für den guten Zweck wird ganz am Ende unserer Reise auch noch etwas getan.

Makossa & Megablast – Soy Como Soy

Wien also. Die beiden Produzenten und DJs Marcus Wagner-Lapierre (Makossa) und Sascha Weisz (Megablast) veröffentlichen hier bereits ihr zweites gemeinsames Album. Man hat zahlreiche Fans unter den Kollegen, z.B. DJ Hell, auf dessen Gigolo-Label sich der tanzbare Titeltrack, im letzten Sommer als Single veröffentlicht, schon zum Club- und YouTube-Hit gemausert hat.

Des weiteren arbeitete oder tourte man u.a. mit Booka Shade, Carl Craig, Laurent Garnier, Villalobos oder Henrik Schwarz und hat auch auf dem neuen Alben einige Gäste, die sich sehen bzw. hören lassen können: Legenden wie Tony Allen beispielsweise an den Drums oder die markante Stimme von Hubert Tubbs.

Die Tracks vereinen moderne Beats und Synthiesounds mit urafrikanischer Rhythmusarbeit und zeigen sich äußerst vielseitig. Der geradlinige Tanzflächenfüller kommt vor (die Single oder „Bailalo“), ebenso aber atmosphärische Sounds für Synthiefans („Home Journey“) oder die After Hour („Shalo Baby“) und damit ganz in der Tradition des Wiener Downbeat. Und es gibt außerdem so einige hervorragende Songs – zum Probehören empfehlen wir „Coming Home“ oder „If I U Me“. Schönes Album!

Buraka Som Sistema – Komba

Hinüber nach Lissabon. Von hier wurde vor ein paar Jahren der „Sound Of Kuduro“ in die Welt gepustet. Aus dem Underground in Angola, genauer Luanda, stammt jener Tanz und diese portugiesische Band landete damit einen weltweiten Hit und einige Awards (selbst bei MTV). Extrem aggressiv tanzbar, voller knalliger Beats und zwingend schweißtreibend.

Nun folgt Album Nr. 2 und die Forderung nach Weiterentwicklung. Die gibt es auch, Kuduro-Hardcore-Nerds (die gibt’s bestimmt) mag sie vereinzelt verstören, für den Rest macht sie vielleicht den Zugang leichter. Man hat hier und da etwas an den Kanten geschliffen, die Stücke sind ein wenig poppiger, und man erlaubt den Beinen nun zwischendurch auch mal ein paar Ruhepausen.

Trotzdem drückt das Ganze immer noch streng auf die Tanzfläche und fordert zur Party auf, das ist auch gut so. Die afrikanischen Percussions werden mit europäischer Elektronik vermischt und beweisen – ohne Anspruch auf zu viel Komplexität zu erheben – absolute Clubtauglichkeit. Also schüttelt eure Gebeine zu Hitkandidaten wie „(We Stay) Up All Night“, „Hypnotized“ oder „Macumba“!

DRC Music – Kinshasa One Two

Zum Schluss zu Damon Albarn. Der Tausendsassa (Blur, Gorillaz, The Good, The Bad & The Queen etc.) hat ja schon vor Jahren mit seinem Projekt Mali Music starkes Interesse an den Sounds vom afrikanischen Kontinent bewiesen. Nun hatte er im Sommer 2011 mal wieder etwas Zeit übrig und reiste mit ein paar Produzentenkollegen (u.a. Dan The Automator und Totally Enormous Extinct Dinosaurs) in die Demokratische Republik Kongo, um mit zahlreichen Musikern von dort – merken Sie sich u.a. Tout Puissant Mukalo, Nelly Liyemgeoder Bokytola System – ein Album aufzunehmen.

Was da in weniger als einer Woche entstand, ist aller Achtung wert. Da wurde nicht viel hinterher herumgefeilt, stattdessen hat man die gute Stimmung aus dem Studio relativ direkt eingefangen und einen vielfältigen, spielfreudigen Mix aus traditioneller afrikanischer Musik, elektronischen Sounds und – wie immer bei Albarn – mindestens einer Prise Popmusik – herausbekommen.

So ist Albarns unverkennbare Stimme immer ein Highlight (gleich zu Beginn bei „Hallo“), aber auch an andere Tracks kann man sich gut gewöhnen. Und letztendlich soll auch darauf hingewiesen sein, dass die Einnahmen aus diesem Album vor allem Gutes bewirken sollen, denn außer den lokalen Musikern kommen sie den gemeinnützigen Arbeiten von Oxfam zugute.

DRC Music – Hallo from Warp Records on Vimeo.

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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