polly_arrowsEin Album haben wir uns noch für euch aufgehoben. Als letzten Albumtipp für das Jahr 2013. Um mit einer besonders schönen Platte (erschienen bei den guten Menschen von Mute) den Sack zuzumachen. Euphorisch, zerbrechlich, elektronisch, wundervoll – all das ist „Arrows“.

Das Debütalbum von Polly Scattergood erschien erst gar nicht regulär hierzulande. Warum auch immer, denn schon damals (vor reichlich drei Jahren) waren die Kritiker voll des Lobes für eine junge Künstlerin, die keinerlei Genregrenzen zu kennen schien. Nach einigem Auf und Ab traf Polly in Glenn Kerrigan der perfekten musikalischen Partner und in Ken Thomas (der u.a. bereits für Sigur Ros, M83, Maps und Dave Gahan arbeitete) den passenden Produzenten für ihr zweites Album.

Und mit „Arrows“ ist Miss Scattergood songwriting- und produktionstechnisch ein großer Sprung nach vorn gelungen. Die von Pollys mädchenhafter Stimme getragenen Songs werden nunmehr oft von einem üppigen Soundgewand umwickelt, sie können aber auch nackt und in stillen Momenten bestehen.

Man kann das gleich zu Beginn bei „Cocoon“ erkennen. Polly flüstert uns in das Album hinein, dann gesellen sich ein paar schüchterne Beats dazu, schließlich geht im Refrain die Sonne auf, und der Schmetterling wirft seinen Kokon ab. Das folgende „Falling“ mischt eine Prise New Order unter einen prächtigen New-Wave-Sound, während das berückende „Machines“ so gut wie ohne ebenjene auskommt.

Das „Disco Damaged Kid“ dagegen tanzt fast fröhlich durch die 80er Jahre, wogegen „Colours Colliding“ fast ein wenig Kate-Bush-esk verhuscht daherkommt und „Miss You“ gleich richtig die Pianoballade anpackt. Ihr seht, es geht abwechslungsreich zu. Die Pfeile von „Arrows“ treffen den Hörer an verschiedenen Regionen.

Beachtenswert auch, dass das Album nach hinten heraus eher noch zulegt. „Subsequently Lost“ landet einen herrlichen Synthiepop-Hit, „Silver Lining“ wartet mit raffinierteren Strukturen sowie kühler Elektronik auf und nimmt es mit Fever Ray auf. Und dann kommt ja noch das großartige „Wanderlust“ mit seinen mächtigen Synthesizern, hierzu verweisen wir einfach mal nur auf das (untenstehende) schicke Video.

Mit dem herzwärmenden „I’ve Got A Heart“ schließt ein herausragendes Album, welches wir euch unbedingt empfehlen wollen! Und damit wünschen wir entspannte Feiertage und einen Guten Rutsch!

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P.S. Wie es klingt, wenn Polly Scattergood Maps remixt, hört ihr hier.

www.pollyscattergood.com
www.facebook.com/polly.scattergood

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentare

  1. Pony Honey
    2
    25.12.2013 - 16:51 Uhr

    MUTE THE BEST

    sie singt wie Alison Goldfrapp- auf jeden fall hört sich das sehr gut an:-

  2. sträwkcür
    1
    25.12.2013 - 12:18 Uhr

    zu erwähnen

    sei noch, dass es sich um ein „Großes Ganzes“ handelt – hier wird noch dramaturgisch aufwendig und stilvol erzahlt – viele Hörer scheinen das immer weniger zu würdigen.

    Tolle Rezi ! Wünsche einen ermutigenden Jahreswechsel!

    Markus