Teil Zwei der „One“-Trilogie befasst sich, wie der Name schon andeutet, mit den Geräuschen eines Abends im Club. Ein strenges Konzept, das aber zu einer überraschend geradlinigen Clubscheibe mit guter Tanzbarkeit geführt hat.

Tausendsassa Matthew Herbert hat – wie wir ja bereits in der Reviewzum ersten Teil der Trilogie, „One One“ ausführten – die Musikalität mit der Muttermilch aufgesogen und ist extrem vielseitig tätig. Sein aktuelles Projekt ist also der ambitionierte „One“-Dreiteiler. Nachdem „One One“ die Geräusche eines Tages im Leben eines Menschen verarbeitete und recht zugänglich und „normal“ daherkam, wartet alles auf das finale „One Pig“, das die Klänge eines Schweinelebens (wörtlich!) aufbereiten wird, von Anfang bis Ende, plus Verwertung.

Dazwischen darf aber jetzt erst einmal zu „One Club“ getanzt werden. Für die Feldaufnahmen, die Herbert dafür benötigte, verteilte er an einem Abend überall in und um das Robert Johnson in Offenbach Mikrofone und schnappte alles mögliche auf – Geplapper, Gejubel, Geklatsche, küssende Menschen, klappernde Schlüssel, klirrende Gläser und so weiter. Die Tracks wurden dann nach Personen benannt, die an jenem Abend anwesend waren – und so dürfen sich jetzt z.B. Jenny Neuroth und Marlies Hoeniges über ihre künstlerische Verewigung freuen.

Das klingt alles nach viel Konzept, ist aber, wie gesagt, doch eine richtige Clubscheibe geworden, die House und Techno in ihren minimalen Ausführungen und in technischer Perfektion zelebriert. Das Ganze ist dann eher nichts für zu Hause (höchstens, man feiert eben eine Techno-Party und hat tolerante Nachbarn), aber sehr gut für den Club geeignet. Repetitive Beats, die gut durch den Magen gehen, Tracks, die sich bestens in die Beine bohren.

Eine Platte, die das DJ-sein feiert – und die DJs auflegen sollten.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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