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Zuletzt war Mr. Manson ja nicht mehr sonderlich aufgefallen. Musikalische Provokation ist heutzutage echt schwer geworden. Der Auftritt beim Echo war trotz Rammstein als Backingband auch eher dürftig (und die Plauze das Auffälligste). Doch das neue Album schwingt sich dann plötzlich zu einer Qualität auf, die man nicht (mehr) erwartet hätte.

Das neue Album sei das beste überhaupt oder zumindest das beste seit… (bitte passendes Highlight der Diskographie einsetzen) – davon reden Musiker (oder Leute aus ihrem Umfeld) ja immer wieder gern. Wir hier bei www.depechemode.de wissen, wovon wir da schreiben. So wundert es wenig, dass Twiggy Ramirez, Mansons wichtigster musikalischer Partner, zu „Born Villain“ ähnliches verlauten ließ.

Bei Manson heißt jener Bezugspunkt natürlich immer wieder „Mechanical Animals“. Lange her und kaum je wieder erreichbar. Was auch hier nicht gelingt, aber: Der Sound geht wieder verstärkt in diese Richtung und das ganz ohne zur Selbstparodie zu werden (die Gefahr bestand ja durchaus, wie das mäßige letzte Manson-Werk befürchten ließ). Knochig, trocken, mit den nötigen Saftgitarren, ein paar gut platzierten Beats und oft bösen, aber auch schlauen Texten.

Nachdem der Auftakt zwei Stücke lang eher unspannend dahinrockt (die Single „No Reflection“ ist auch längst nicht die beste Wahl gewesen), wird es mit „Pistol Whipped“ bereits ansatzweise subtiler im Klang. Mit „Overneath The Path Of Misery“ geht es weiterhin hart, aber auch eingängig weiter, hier gelingt erstmals der Anschluss an die Karrierehighlights. Ab da häufen sich die guten Momente sichtlich.

Der elektronische Groove bei „Children Of Cain“ und die bedrohliche Atmosphäre bei „Disengaged“ sorgen für Pluspunkte. Der Titelsong „Born Villain“ hat schließlich sogar Hymnenpotential (und ja, der Vergleich mit „Barrel Of A Gun“ ist gar nicht mal so weit hergeholt), ebenso das epische „Breaking The Same Old Ground“. Und zum Schluss gibt es noch die fast obligatorische Coverversion, mit Carly Simons „You’re So Vain“, featuring Johnny Depp (!) himself.

Alles in allem ein Album, das die (sicherlich nicht allzu hohen) Erwartungen größtenteils übertrifft und einige wirklich starke Songs beinhaltet. Ob Marilyn Manson heutzutage noch Skandal-Schlagzeilen schafft, ist da doch wirklich zweitrangig.

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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5
Kommentare

  1. mk
    5
    30.5.2012 - 22:36 Uhr

    Im grossen & ganzen ein gelungenes Album. MM versteht es nach wie vor… ein Durchschnittsalbum ist es absolut nicht, da sind eher die Truppenteile von And One für zustaendig, wobei die noch nicht einmal Durchschnitt hinbekommen :-)))

  2. freak242
    4
    28.5.2012 - 22:52 Uhr

    Ehrlich, das Album 2 x angehört und wieder verkauft.
    Ein paar Highlights, aber meistens langweilige Durchschnittsware mit schlechten Vocals und einer sehr monotonen Produktion.
    Das braucht man wirklich nicht -> meiner Meinung nach.

  3. mpr242
    3
    28.5.2012 - 1:44 Uhr

    Jaja, früher war alles besser, mimimi…
    Zumindest auf Manson ist Verlass, perfekt wie eh und je. :)
    Ich will ihn live sehen!!!!!

  4. Fatalist
    2
    27.5.2012 - 11:25 Uhr

    Wäre dann vielleicht an der Zeit sich eine neue Band zu suchen, anstatt mal wieder der Welt die Ohren vollzuweinen, wie toll früher doch alles war.

  5. Peter Painchen
    1
    26.5.2012 - 12:43 Uhr

    Sowas kriegen wir von DM leider nicht mehr zu lesen. Würden sich besser auch als Bandnamen… The Exciters … zulegen. Nach der Auflösung 95 und dem Projektstart, blieb ja nur noch der Name. Und der wird so demontiert.