Lali Puna haben über die Jahre ihre eigene Nische entwickelt. Elektronische Popmusik in ihrer minimalistischsten Form. Schwebende Harmonien, melodische Kleinode – auf ihrem zauberhaften vierten Album sind all diese Merkmale noch deutlicher herausgearbeitet worden.

Valerie Trebeljahr und ihre Mitstreiter gelten als Mitbegründer der sogenannten Indietronica und als eine der Speerspitzen der Musikszene aus und um Weilheim (u.a. The Notwist – deren Markus Acher auch hier Bandmitglied ist -, Console etc.). Mit reduzierter Elektronik, unterstützt von gelegentlichen verzerrten Gitarren, begeisterte man auch internationale Größen wie Radioheads Thom Yorke.

Auf „Our Inventions“ sind die Gitarrenspuren, die noch auf dem Vorgänger „Faking The Books“ für den einen oder anderen lauten Moment sorgten, nun fast völlig verstummt, dieses ist eine eindeutig elektronisch dominierte Platte geworden. Keyboards, Samples und ein gelegentliches Xylophon – mehr braucht es hier nicht. Ruhig und introspektiv beschäftigt man sich mit Themen wie Fortschritt, Technikwahn und Entfremdung.

Die Songs wirken daher zunächst recht zurückhaltend, doch merkt man schnell, dass da doch eine reizvolle Eingängigkeit vorhanden ist – und auch Tanzbares ist nicht auszuschließen, gehen ein paar Stücke doch durchaus beatmäßig ein paar Schritte vorwärts. So folgt nach dem sanft startenden „Rest Your Head“ mit dem strahlenden „Remember“ der vielleicht poppigste Song der Bandgeschichte, dem das knurpsende „Everything Is Always“ kaum nachsteht. Später gibt es zwischen entspannt fließenden Perlen wie dem Titeltrack oder „Safe Tomorrow“ noch das etwas andere „Move On“, das mit Groove, Samples und kühlem Sprechgesang in den Strophen überrascht.

In Alben von Lali Puna muss man sich immer erst hineinhören, doch dann verliebt man sich in diese warme, elektronisch knisternde Atmosphäre, die hier schließlich gänzlich sanft ins „Out There“ entschwebt.

(Addison)

P.S. Einen Gratissong gibt es hier.

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http://www.myspace.com/morrlalipuna

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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