kings_dependence Ach ja, der Erlend Øye! Den muss man irgendwie lieb haben. Egal, ob er Platten auflegt und dort seiner Liebe zur Elektronik frönt, ob er mit seiner markanten, wunderbar sanften Stimme gastsingt (z.B. bei Röyksopp), ob er mit seiner Zweitband The Whitest Boy Alive Clubmusik (fast) ohne Elektronik zaubert. Oder ob er wie hier in seinem ursprünglichen Duo weiter die Hälfte der Simon & Garfunkel des neuen Jahrtausends darstellt.

Spätestens jetzt wird es Zeit, seinen kongenialen Partner zu erwähnen: Erik Glambek Bøe. So harmonische Gesänge wie bei diesen beiden hört man selten. Die entspannte akustische Musik des norwegischen Duos brachten beide gleich mit dem Titel ihres Debüts auf den Punkt: „Quiet Is The New Loud“ (2001), was gleich eine ganze Musikwelle auslöste. Auch der Nachfolger bekam einen witzig-treffenden Titel: „Riot On An Empty Street“ (2004).

Und nun erklärt man sich als offiziell abhängig. Doch wovon? Von Liebe, Einsamkeit und der handgepickten Gitarre? Oder einfach ewiger Freundschaft? In jedem Fall jedoch von perfekter Harmonie.

Sie machen nicht viel neu hier. Es gibt ohrenschmeichelnden Duettgesang, der noch stärker als früher im Vordergrund steht, begleitet zumeist nur von ein bis zwei akustischen Gitarren. Dazu gesellt sich ganz selten mehr, ein Piano hier, eine Bassgitarre dort, ein paar Streicher da. Auf dieser spärlichen Grundlage lassen sie ihre Songs für sich stehen. Und wer solche Stücke schreibt, braucht manchmal auch nichts weiter. Da perlen die Melodien daher wie an einer weichen Kette gezogen.

Klar, über 13 Stücke hinweg kann das für den einen oder anderen Hörer eintönig wirken. Aber wenn man einmal in der richtigen Stimmung Höhepunkte wie „Mrs. Cold“, „Boat Behind“ oder „Peacetime Resistance“ genossen hat, mag man daran kaum noch Kritik üben.

Man tanzt nicht zu dieser Platte, nein, man wippt mit dem Fuß, nippt an seinem Rotwein und stellt irgendwann fest, dass man sich wohlfühlt und zufrieden in sich hinein oder aus sich heraus grinst. Und das reicht manchmal völlig aus.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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