Mr. E ist derzeit ultraproduktiv. Album Nr. 3 innerhalb von 15 Monaten. Was wünschten wir ihm und uns nach dem letzten Album? Mehr Glück und frohere Stunden. Scheint geklappt zu haben, denn dies ist das vielleicht fröhlichste aller Eels-Alben geworden. Und das elektronischste.

Wir zählen also weiter. Album Nr. 9 von Mark Oliver Everett und seinen Eels, die mittlerweile längst Indie-Legendenstatus erreicht haben dürften. Und an eines der darunter befindlichen Meisterwerke – nämlich das brillante „Daisies Of The Galaxy“ knüpft „Tomorrow Morning“ in mancherlei Hinsicht an.

Dieses Album ist das Ende einer, in erwähnt kurzem Abstand aufgenommenen, Trilogie – nach „Hombre Lobo“, das eckig, kratzig und streckenweise aus Werwolfsperspektive vom Anfang der Liebesbeziehung handelte, und „End Times“, das weitgehend ruhig und sehr melancholisch das Aus und Ende davon thematisierte, ist das Leid nun vorbei, der Künstler und/oder Protagonist sieht den Neuanfang, die Hoffnung, die Chance.

Und das hört man. Die Texte sind lebensfroh wie nie (wobei man den Eels-typischen Humor nie außer Acht lassen sollte), die Vögel zwitschern überall (eine der Ähnlichkeiten zu „Daisies…“), die Songs sind fröhlich statt deprimiert. Nach dem Intro flattert Mr. E zu einem sanft schwebenden Liedchen bereits als Kolibri von Baum zu Baum, „beautiful and free“. Ein schönes Gefühl.

Im vierten Song kehrt dann auch die Kraft in die Musik zurück. Es gibt – im Eels-Kosmos eher selten, aber auf diesem Album später noch häufiger – Computerklänge und Synthesizerspuren und, ganz egal, ob „record company hates me“, „doctor says I’m sick“ oder „minister says I’m a demon“ – entscheidend ist: „Baby Loves Me“. Was das Eels-typische „Spectacular Girl“ gleich bestätigt.

So gibt es endlich wieder reichlich neue Highlights in der Diskographie: das trippige „This Is Where It Gets Good“, das herzenswarme „Oh So Lovely“ oder das Gute-Laune-Finale „Mystery Of Life“.

Die Wünsche vom letzten Mal wurden erfüllt, Mr. E geht’s wohl wieder gut und wir wurden dafür mit einer feinen Platte beschenkt. Wünschen wir uns nun also einfach, dass diese Situation lange so bleiben möge.

(Addison)

P.S. Das Album erscheint auch als Limited Edition mit einer 4-Track-Bonus-EP.
P.P.S. Eels live: 07.09. Hamburg – 10.09. Berlin – 11.09. München

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www.myspace.com/eels

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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