krautrock In der politisch und musikalisch bewegten Zeit ausgangs der 60er Jahre entstand in der deutschen Untergrundszene eine Stilrichtung, die bis heute die Musikgeschichte – v.a. international – wesentlich mitgeprägt hat – der sogenannte Krautrock. Ein feiner Doppel-CD-Sampler hat sich dieser Geschichte in ihren Ursprüngen und Auswirkungen angenommen.

Ja, so lange ist es her, dass sich ein paar Innovatoren sämtliche verfügbaren Einflüsse (musikalischer und rauchmitteltechnischer Art) griffen, sie wild verrührten und etwas Neues – mal psychedelisch, mal nahezu atonal experimentell, mal elektronisch – schufen, dessen Bedeutung of erst viel später (und leider im Ausland erheblich stärker) gewürdigt werden sollte. Künstler wie Can, Neu!, Kraftwerk, Amon Düül, Michael Rother, Klaus Schulze etc. werden gerade im angloamerikanischen Raum als enorm wichtig empfunden.

Auf CD 1, den „Masters“ findet sich nun ein kleiner und sicher nicht völlig befriedigender Einblick in die Historie. Ein paar der Großen wie Can, Kraftwerk oder Tangerine Dream fehlen zwar leider, doch faszinierende Stücke von Neu! („Seeland“), Michael Rother, Amon Düül II, Faust und insbesondere das bahnbrechende, 24-minütige „Floating“ von Klaus Schulze entschädigen fast völlig.

CD 2 enthält dann die „Echoes“, die die Bewegung in der Neuzeit hinterlassen hat. Auch hier gibt es eine große Bandbreite. Indie-Rock, Psychedelik, Experimentelles, Wave und natürlich Elektronik geben sich ein buntes Stelldichein mit zahlreichen Höhepunkten. Das geht vom sanft rockenden Pop bei Gravenhurst über Experimentelles wie To Rococo Rot, die Psychedelik von The Jesus And Mary Chain, „richtigen“ Krautrock von Stereolab und John Frusciante, düsteren Wave mit Elektroeinsprengseln von The Horrors bis hin zu tollen elektronischen Popohrwürmern bei Terranova, Fujiya & Miyagi, International Pony und natürlich LCD Soundsystem.

Eine gelungene Mischung, die den Einstieg erleichtert, zum Weiterhören anstiftet, aber auch einfach so hörenswert ist.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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