devision_13

Nur noch bis Mitternacht habt ihr die Chance, das neue Album von DE/VISION über www.pledgemusic.com/projects/devision in einer der vielen Ausführungen zu erstehen. Denn morgen erscheint dann die digitale Variante des Albums (am 27. Mai folgt der ganze, reichhaltige Rest). Darum dachten wir, wir geben euch als letzte Motivation schon mal den ersten von drei Teilen unseres großen DE/VISION-Interviews zu lesen. Speziell auf das Thema PledgeMusic zugeschnitten. Morgen folgt schon Teil 2 – und da gibt es dann auch noch ein besonderes Schmankerl dazu.

Anfang Mai. Es klingelt an der Tür. Steffen Keth ist überpünktlich. Gut, dass der Interviewer noch rechtzeitig die Bude aufgeräumt und gesäubert hat, man hat ja nicht alle Tage echte Künstler zu Gast. Es entwickelt sich ein langes Gespräch über alles Mögliche, hier Teil 1 zum Thema PledgeMusic:

dm.de: Fangen wir mal an mit dem Pledge-Thema: Wie zufrieden seid ihr bis jetzt?

Steffen: Wir sind schon sehr zufrieden. Schon aufgrund der Tatsache, dass wir relativ schnell das Break geschafft hatten. Innerhalb von neun Tagen, glaube ich. Damit hatten wir gar nicht gerechnet, denn als wir das mit PledgeMusic für die DVD gemacht haben, hat es doch länger gedauert. Weil die Leute da auch noch nicht so genau wussten, was sie erwartet und ob sie der ganzen Geschichte überhaupt trauen können. Und auch mit den Abverkäufen, nachdem das Break erreicht wurde, sind wir sehr zufrieden, weil wir ja auch wissen, dass es jetzt ein bisschen mehr Geld kostet, als wenn man das ganz normal im Laden kaufen würde. Der Grundgedanke mit Pledge war für uns ja auch, dass wir uns ein bisschen mehr absichern wollten. Wir machen das ja alles mit dem eigenen Label, wollen auch möglichst Retouren vermeiden, denn die sind für viele mit eigenem Label der Genickbruch. Gerade in den heutigen Zeiten, wo man überhaupt nicht mehr weiß, wie viele CDs man verkauft. Wir werden dadurch jetzt aber auch nicht reich. Die Mengen, die man darüber herstellt, sind ja relativ gering. Ich habe auch relativ offen darüber gesprochen und gesagt, erst ab etwa 200% werden wir etwas verdienen. Und wir wollten den Leuten klarmachen, dass es nicht nur damit getan ist, eine CD im Presswerk herzustellen, sondern zu den Produktionskosten rechnen wir natürlich auch die reinen Produktionskosten, also Produzent, Studio, Herstellungskosten, Promo, alles was dazu gehört. Bei einem Handwerker bezahlst du auch nicht nur das Rohr, was er da irgendwo dranschraubt.

Da kommt eben auch noch ein bisschen Arbeit dazu.

Eben. Und wir wollen das den Leuten eben auch mal etwas näherbringen.

Du bist ja auch – u.a. im Exciter-Forum – immer sehr offen und auskunftsfreudig. Da gibt es schon auch mal Kritik, z.B. an der Preisgestaltung. Die ganzen Veröffentlichungsvarianten, diese Boxen haben ja schon ihren Preis. Wie habt ihr das so gestaltet, auch Kritik in Kauf nehmend?

Zum Einen guckt man, wie andere ihre Preise gestalten. Wir sind da ja nicht die Einzigen, mittlerweile machen das immer mehr Leute. Dann redet man im Vorfeld natürlich auch mit PledgeMusic selber, um herauszufinden, was man machen kann, was sinnvoll ist. Aber wie gesagt, es war uns eben auch wichtig, dass die Leute mitbekommen, dass sie da nicht nur die CD kaufen, sondern auch am ganzen Herstellungsprozess in gewissem Maße beteiligt werden. Sie können zum Beispiel in Demos reinhören, und das ist eben für Leute spannend, die sich dafür interessieren. Das macht nicht jeder, aber viele interessiert es doch, wie etwas ursprünglich und dann am Ende klingt. Deswegen haben wir auch solche Packages gemacht, wo dann Demoversionen zu hören sind, damit sie auch einen Einblick bekommen, was sich da an der Instrumentierung verändert hat. Von den Leadvocals her ändert sich da nicht so viel, weil ich nicht groß Demoversionen einsinge. Wenn ich eine Version einsinge, ist es meistens auch die, die es dann später wird. Nochmal zur Kritik an der Preisgestaltung: Ich kann jeden nachvollziehen, dem das zu viel ist und der der Meinung ist, das nicht machen zu müssen. Ich bin aber auch jemand, der viel im Internet unterwegs ist und greife da auch gerne neue Dinge auf, wenn sie für mich Sinn ergeben. Ich kann bei vielen einfach nicht nachvollziehen, warum sie sich so gegen das Neue sperren. Und dass sie immer noch so althergebracht der Meinung sind, sie müssten ihre Sachen bei Saturn, Media Markt oder Saturn kaufen. Können sie alle gerne machen, zählt ja für die Charts, aber davon haben wir als Künstler viel, viel weniger. Nicht nur vom Preis her, sondern auch von der Handhabung bei den Großen. Das ist schon sehr extrem, da werden die Preise ohne Ende gedrückt. Und wir sind da auch nicht mehr so bereit, das alles mitzumachen. Und auch deswegen diese Absicherung über Pledge. Dort gibt es jetzt übrigens eine Neuerung, das haben wir auch erst vor Kurzem erfahren: Unser Vertrieb, Soulfood, übernimmt den Vertrieb für PledgeMusic, wodurch viele Artikel wieder chartrelevant sein werden. Nach so etwas hat PledgeMusic gesucht, die haben natürlich auch ein Interesse zu wachsen. Es gibt ja auch bekanntere Künstler, die darüber etwas anbieten wollen, die wollen aber dabei das Thema Charts nicht vergessen. Uns war es egal, jetzt ist es ein Zubrot, mal sehen, ob etwas dabei herumkommt.

Wie sieht es bei euch mit dem Thema Streaming aus?

Wir sind eigentlich gar keine Fans von Streaming.

Ich habe bisher auch wenige Künstler gesprochen, die das anders sehen.

[lacht] Ja, weil du einfach so gut wie nix dran verdienst, aber trotzdem viele Käufer wegbrechen. Für den User ist es super, aber mich stört dabei so der Gedanke: „Ich will für wenig Geld gaaanz viel haben!“ Ich werde immer kritisiert, indem man mir sagt: „Ihr macht aber so schnell schon wieder ein neues Album! Macht mal Klasse statt Masse!“ Beim User scheint das aber nicht so zu sein, der darf für möglichst wenig Geld so viel konsumieren, wie er will. Irgendetwas stimmt hier nicht. Beim Streaming bleibt einfach zu wenig beim Künstler oder auch bei uns, als kleinem Label, hängen. Das ist ein Witz. Wenn ich eine Bierflasche zum Pfandautomaten bringe, kriege ich acht Cent, für einen Stream bekomme ich 0,001 Cent oder so. Das kann man ja mal durchrechnen.

Es gab ja auch schon ein paar größere Künstler, die sich dazu geäußert haben, was sie mit Streams verdienen. Portishead zum Beispiel. Und das war auch lächerlich wenig.

Ich habe mit Spotify bisher vielleicht 300-400 € verdient. Das neue Album wird aber trotzdem bei den Streaming-Diensten erscheinen. Ich habe da mit unserem Vertrieb gesprochen, und da wir durch Pledge unsere Grundkosten drin haben, machen wir jetzt einfach alles [lacht]. Dann sind alle glücklich. Hätten wir das Album ohne Pledge herausgebracht, hätte ich zum Streaming Nein gesagt.

Ich gehöre ja zu diesen Oldschool-Menschen, die das Streaming zwar nutzen, es aber auch als Quelle sehen. Was dort gefällt, wird dann gekauft. Ich weiß, Freunde von mir machen das auch so, aber viele Leute eben leider nicht.

Vor allem die jungen Leute nicht. Ich bin ja mit Kassette und Schallplatte groß geworden, dann kam die CD, die ja (angeblich) schon das Todesurteil einläutete. Wir haben halt unsere Sachen noch gekauft, aber heute kann man alles virtuell beziehen, und da wird es immer schwieriger, die Leute zu motivieren: „Kauft euch doch mal was, unterstützt doch mal den Künstler!“ Bei den Großen tut es mir jetzt nicht leid, die verdienen ihr Geld sowieso mit den Konzerten, dementsprechend sind auch die Preise. Bei denen dienen die neuen Alben einfach nur noch zur Promotion der Tour. Aber bei den kleinen Bands spielt das eben schon noch eine Rolle, dass sie auch ein paar CDs verkaufen.

Letzte Frage zu Pledge: Da bietet ihr ja verschiedene Pakete an, das kann auf den ersten Blick auch etwas verwirrend wirken. Waren die von Anfang an so geplant?

Das hat sich schon entwickelt. Ein paar Sachen waren klar. Box 1 war anfangs nicht so geplant. Wir hatten uns mit dem Vertrieb geeinigt, dass wir von der normalen Variante, der 10-Track-Digisleeve-Edition, die dann auch in den Handel kommt, 300 Stück über Pledge verkaufen dürfen. Wenn wir da jetzt das normale Album nehmen, es mit Widmung unterschreiben, finden wir 25 € auch ein bisschen viel, deswegen haben wir da noch eine spezielle Boxverpackung und das Autogramm dazugepackt. So. Die 12″ zum Beispiel hatten wir anfangs gar nicht geplant, die kam erst dazu. Ich dachte mir dann irgendwann: Weißte wat, wir müssten doch mal wieder ’ne richtige Maxi-Single machen! So wie früher, mit A- und B-Seite. Und da haben wir die dann einfach als Bonus in das Vinylpaket, die Box 2, mit reingepackt. Wer sie einzeln haben will, kann das aber auch bestellen. Wir versuchen, das schon noch so einigermaßen fair zu halten, auch wenn die Preise einige anfangs schockieren. Am Ende verkaufen wir ja dann auch nicht alles, von der alten Kampagne habe ich auch noch Zeug zu Hause. Trotzdem muss ich vorab für alles bezahlen, auch wenn es nicht verkauft wird. Die GEMA musste ich zum Beispiel auch schon bezahlen, denn sobald das hergestellt ist und bei uns angeliefert wird, wird GEMA fällig. Da habe ich eben mal 7.000 – 8.000 Euro an GEMA bezahlt. Einen Teil davon bekommt man zwar zurück, aber das vergessen die Leute eben auch oft. Ich habe mit den Kosten ja kein Problem, aber damit, dass die Leute immer denken, das sei alles so billig in der Herstellung.

Ihr werdet also auch zukünftig weiter den Weg mit PledgeMusic gehen?

Sehr wahrscheinlich. Es hängt jetzt natürlich auch davon ab, wie das neue Album angenommen wird. Aber wir können uns jetzt nicht vorstellen, dass es hinten runterfällt, dafür sind die bisherigen Reaktionen einfach zu positiv.

Fortsetzung folgt!

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www.facebook.com/DEVISION-24741337633

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentare

  1. Steffen Keth
    7
    19.5.2016 - 12:01 Uhr

    Die Zahl 13 scheint doch eine Unglückszahl zu sein… :)

    Aufgrund einer fehlerhaften Produktion von Seiten des Herstellers, ist es uns unmöglich den 27.05.2016 als Veröffentlichungstermin zu halten. Unser neues Album „13“ erscheint nun offiziell am 17.06.2016.

  2. ManniF
    6
    13.5.2016 - 16:33 Uhr

    Hört sich wirklich nicht alles gleich an,ich finde es richtig gut!

  3. Subs
    5
    13.5.2016 - 14:24 Uhr

    Bischen langweilig finde ich. Nicht mein Geschmack. Der Sound ist gut. Die Vocals mag ich aber nicht und die Songs eben auch nicht. Nichts für mich.

  4. Kay
    4
    13.5.2016 - 12:16 Uhr

    Who am I

    also „Who am I“ ist ja wohl DER Megaknaller. Erinnert mich ein bisschen an It’s no good! Einfach klasse. Die anderen Tracks (bisher 4) sind auch mehr als hörenswert! Weiter so Jungs ;-)

  5. BONDAGE people
    3
    13.5.2016 - 3:00 Uhr

    Also, das ist hier kein rießen Wirbel, das Ganz bewegt sich hier auf einer angemessenden Ebene…..abgesehn davon, nochmals mein Kommentar zu De/Vision im Allgemeinen!

    De/Vision…mein Statement

    Zugegebener Maßen, haben sich De/Vision all die Jahre zwischen irgendwie und enorm weiterentwickelt, sie beherrschen fast alle Musik Stile und dabei ist der typsiche De/Vision Sound in all den unentlich schönen Facetten immer Ihnen treu geblieben!

    In ganz wenigen Songs konnte man doch so richtiges Potenzial entdecken, bei dem man bzw. wo man den Eindruck abschließend bekommen konnte, so jetzt starten Sie entlich durch!

    Das Durchstarten, den absoluten Megaseller, wie Alphaville u. Camouflage vor allen in den 80 zigern, der durchtriebene Hype, der perfekte Song, der worldwide Hit an sich, ist leider bis heute ausgeblieben!!

    Nichts destro trots, De/Vision gaben Konzerte in der ganzen Welt und
    ihre ART OF MUSIC hat sich immerhin bis in den Big Apple, nein, bis zum Depeche Mode Sänger namens Dave Gahan herumgesprochen!
    https://www.youtube.com/watch?v=OyAZbbXjqj8

  6. dennis
    2
    12.5.2016 - 22:45 Uhr

    riesenwirbel? :D

  7. depmo
    1
    12.5.2016 - 22:33 Uhr

    EinRiesenwirbel . für was eigentlich???
    habe in das album reingehört – es klingt doch jeder Songs relativ gleich und wird dadurch sehr schnell langweilig, sodaß ich auch garnicht mehr alles bis zum Schluss weitergehört habe, also kaufen muss ich mirdas nicht…

    • Steffen Keth
      1.1
      12.5.2016 - 23:47 Uhr

      Dann musst du ein anderes Album gehört haben. Es mag dir vielleicht nicht gefallen, aber das alles gleich klingt, kann ich nun so gar nicht nachvollziehen. Und einen Riesenwirbel veranstalten wir schon gar nicht :-)

    • MasterOfServant
      1.2
      14.5.2016 - 16:59 Uhr

      Wozu immerdiesen dümmlichen Kommentare , wenns Dich eh nicht interessiert ?
      Und genau mit der Pledge Plattform machen De/Vision alles richtig .
      Hier wird von Fans genau das gewollt .
      Dafür braucht es Dich nicht !
      Wie wärs mit Cab. Bizarre für Dich bei Pledge ? Könnt Ihr doch sehen , was bei rauskommt . Schafft Ihr die 270% von Steffen und Thomas ?
      Ich glaub eher nicht !