The Dance Inc. - Legs And Arms Gegründet haben sich The Dance Inc. im Jahre 2003 in Hamburg, doch hat es vier Jahre gedauert, bis das erste Album fertig war. Zunächst war da ein Synthie-Pop-Duo, bestehend aus Jan Elbeshausen (Gesang und etwas Gitarre) und Stefan Paul Goetsch (viel Elektronik), später kam Schlagzeuger André Frahm hinzu und es wurde immer mehr eine „richtige“ Band daraus. Drei EPs folgten, nun endlich das Debüt. Intelligenter Electro-Pop mit POP in Großbuchstaben.

Erfahrung haben die Bandmitglieder bereits bei ihren sonstigen Aktivitäten (u.a. mit Marr und Olli Schulz) gesammelt, hier sind sie aber in ganz anderen musikalischen Richtungen unterwegs. Die Vorbilder der 80er stehen unverkennbar im Raum und trotzdem ist es moderne Musik. Also ein Album, das zu den Hochzeiten des Synthiepop eine ausgezeichnete Figur gemacht hätte, aber dank zeitgemäßer Produktion (Tobias Levin, Chris von Rautenkranz) auch heute vollauf überzeugt. Ganz im Gegenteil übrigens zum fast schon peinlichen aktuellen Album einer gewissen Band eines gewissen Ex-Songwriters einer gewissen englischen Band…

Und hier die Namen, die einem beim Hören unweigerlich in den Sinn kommen: Soft Cell (vor allem der Gesang hat einiges von Marc Almond), Heaven 17, Human League, Pet Shop Boys etc.. Wenn man es moderner mag, dürfen gern Zoot Woman genannt werden.

Eine Popperle reiht sich an die andere, der Gesang trifft stets die Balance zwischen kühl-distanziert und melancholisch-gefühlvoll. Die glitzernde Elektronik schwebt immer am Rande der Glattheit entlang, bleibt aber auch dank der bodenständigen Drums immer organisch genug. Trotz des tastengesteuerten Überbaus hat man immer das (gute) Gefühl, es mit einer echten Band zu tun zu haben. Dazu passt auch, dass die Band – dem Hörensagen nach – live wirklich sehr dynamisch-verschwitzte Shows abliefert.

Die Songs und die Kurzbeschreibung dazu:

1. Looking Like That – Gleich eine flotte Discohymne zu Beginn.
2. Anarchist Artist – Waveschönheit mit ganz viel Ha-ha’s zum Mitschmelzen.
3. Catpurr – Treibender Rhythmus und sinistre Bassline.
4. You Can Help – Gaaanz viel Marc Almond.
5. Some Angel – Piepende Elektronik, markante Drums und eine weitere schöne Melodie.
6. Slow Heart – Eine ganz und gar zauberhafte Ballade!
7. Don’t Run To The Suburbs – Tempo rauf, Tanzen! Stylishes Video übrigens. Und ein toller Erobique-Remix auf myspace.
8. Matador – Tanzen! Weitertanzen! Kein Stier in Sicht!
9. The Boy Who – Sehr moderne Beats hier. Wer hat da aufgehört zu steppen?
10. Hard To Change – Klingelnde Retrosounds, etwas plätschernd, aber mit einem schön-schrägen Outro.
11. The Slide – Getragen-dramatischer Ausklang.

Wunderschöne Platte, endlich mal wieder ein ganz großes Lebenszeichen des Electro-Pop. Zugreifen! Live ansehen (u.a. auf dem Melt-Festival)!

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentare

  1. Antwort für Thorsten
    2
    10.6.2007 - 21:21 Uhr

    @ Thorsten:

    aktuelles Album: Light At The End of The World
    gewisse Band: Erasure
    gewissen Ex-Songwriter: Vince Clarke
    gewissen englischen Band: DM

  2. Thorsten
    1
    8.6.2007 - 17:37 Uhr

    Vielleicht stell` ich mich ja gerade ziemlich blöde an aber wer ist mit der Zeile ;Ganz im Gegenteil übrigens zum fast schon peinlichen aktuellen Album einer gewissen Band eines gewissen Ex-Songwriters einer gewissen englischen Band…; gemeint???