Review: Sea of Sin „Unbroken“

Dieser Artikel erzählt ein kleines Synthie Pop-Märchen: Es waren einmal zwei Jungs, die vor vielen Jahren ihrer Leidenschaft nach elektronischen Popsongs nachgingen und ein paar Songs veröffentlichten. Ein eigenes Album, eine eigene CD und große öffentliche Aufmerksamkeit war nicht das vorrangige Ziel. Wie es im Leben so kommt, verlief das musikalische Projekt Sea of Sin dann auch im Sande. Bis sich Frank und Klaus im vergangenen Jahr entschieden, ihre Songs von damals nochmal professionell aufzunehmen. Das Album „Future Pulse“ wurde zum Achtungserfolg, erreichte Top 10-Platzierungen in den Deutschen Alternative Charts (DAC) und in den German Electronic Web Charts (GEWC).

Jetzt schreiben wir das Jahr 2019 und das Märchen wird um ein Kapitel reicher. Das Album „Unbroken“ mit komplett neuen Songs erscheint am 18. April als CD (digital am 3. Mai). Darauf enthalten sind ganz starke Synthie-Perlen!

Und jetzt kommt’s: das alles ist kein Märchen! Sea of Sin haben ein wirklich tolles Album vorgelegt, das jedem Liebhaber melancholischer Elektrosongs gefallen wird. Die Vorab-Single „Contamination“ hat schon Großes erahnen lassen, aber Frank (Lyrics + Vocals) und Klaus (Synths, Guitar + Producing) schaffen es tatsächlich, dieses Niveau auf Albumlänge zu halten. „You (Bitter Sweet)“ ist ein genauso sehnsüchtig-trauriges Stück wie „Unspoken Words“. Die Ballade „Valentine“ ist ein weiteres Highlight. Hier gelingt es Sea of Sin, die fiesen Kitschklippen sicher zu umschiffen.

Die musikalischen Vorbilder von Sea of Sin sind unüberhörbar. Frank und Klaus sind mit dem Synthie-Sound der 80er aufgewachsen und haben Camouflage (dessen Mastermind Heiko Maile ist ein Freund der Band) mit jeder Note aufgesogen. Letztgenannte stehen eindeutig Pate bei „Unbroken„. Das ist keine Kritik, sondern eher ein Gütesiegel.

Unbroken“ gehört ganz sicher zu den positiven Überraschungen des musikalischen Frühlings.

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Letzte Aktualisierung: 17.4.2019 (c)

 Henning Kleine
Henning (Jahrgang 1976) arbeitet als TV-Journalist in Hamburg. Er ist Synthie-Pop Liebhaber und großer Fan der Pet Shop Boys.

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