
Friendly Fires – Pala

Woran liegt es da nur, dass der Rezensent mit dem Nachfolger irgendwie nicht warm wird? Ein Mysterium, was dem Schreiberling nun schon Wochen im Kopf herum geht. Denn, nüchtern betrachtet, an der Musik liegt es irgendwie nicht so richtig. Oder?
Da sind immer noch diese schönen Synthies am Kreisen, Sänger Ed MacFarlane sehnsüchtelt immer noch glaubwürdig umher und alles wurde von Paul Epworth angenehm hektisch produziert. Hm. Okay, die Schrägheiten, die beim Debüt dazu führten, dass man durchaus mehrmals hinhören musste, sind größtenteils weggefeilt worden. Gitarren gibt’s eigentlich auch kaum noch, dafür so einiges an Sounds und Beats, die leicht ranzig duften. Ob man zu scharf in die Dance-Richtung abbiegen wollte?
Trotzdem, mit „Live Those Days Tonight“ und „Show Me Lights“ sind mindestens zwei großartige Stücke drauf, ein paar andere beginnen auch langsam zu wachsen. Vielleicht wird’s ja noch, so lange rätselt der Autor weiter.
http://www.youtube.com/watch?v=QkU0EuiydKA
Daniel Haaksman – Rambazamba

Man muss natürlich warnen, dass sensible Gemüter von dieser wilden Melange aus Beats, Samples und Rhythmen erschlagen werden könnten. Aber Kunst braucht eben auch Opfer, und Haaksman nimmt auf diesem perfekt betitelten Werk keine Gefangenen.
Klar, der saftig groovende Baile Funk zeigt sich in einer zeitgenössischen Version, doch der Trip beschränkt sich keinesfalls nur auf Brasilien. Es geht rund um die Welt, die Disco bringt auch Mosambique auf die Landkarte, marschiert über verschiedene Ecken des Balkans, lässt über ägyptischen Jazz staunen und auch sonst nichts aus, um dem Hörer zu verdeutlichen, wie viel gute und interessante Spielarten von Musik es auf dieser Welt gibt. Und alles mit einem Lächeln und in tanzbar. Hut ganz tief ab!
Secret Cinema – Minerals

Dieses soll nun von Härte, Farbe und Material verschiedenster Mineralien inspiriert worden sein. Kann aber auch sein, dass der Künstler bei dieser Erklärung zu tief in die Kaffeetasse/Wasserpfeife geguckt hatte. Egal, denn es gibt auf CD 1 sehr smoothen Techno House, bei dem die 12 gut abgestimmten Tracks elegant ineinander gemischt wurden, so das alles sehr kompakt dahinfließt. Groovt gut weg, als Highlights nennen wir mal „Smooth Talc“ und das basslastige „Moh’s Scale“.
Zum Abspannen gibt es dann auf CD 2 einen, auf Sounds der ersten CD basierenden, Ambient Mix, der, nun ja, eben sehr ambient ist. Entspannend.
Bachelorette – Bachelorette

Man stelle sich die seltsamsten Momente von Goldfrapp vor, ziehe fast jeglichen Pop davon ab und addiere etwas Weltraumatmosphäre – dann hat man es noch nicht annähernd. Die Bachelorette malt mit ihren Synthesizern seltsame Soundlandschaften aus, die manchmal fast richtige Songs ergeben und manchmal einfach nur seltsame psychedelische Stimmungen vertonen.
Überraschenderweise ist das aber gar nicht mal so schwer zugänglich und hört sich streckenweise auch richtig gut an – „Blanket“, „Polarity Party“ und „Digital Brain“ seien als Test empfohlen. Seltsam, aber gut.
(Addison)
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