Es ist mal wieder Zeit fรผr ein umfangreiches Labelspezial im Rahmen unserer Querbeats. Der Stoff kommt ein weiteres Mal von Deutschlands fรผhrendem Undergroundlabel Out Of Line Records. Gleich fรผnf Bands werden wir Euch mit ihren aktuellen Verรถffentlichungen vorstellen. Mit dabei sind: Accessory, Dance Or Die, Mina Harker, Lord Of The Lost und The Birthday Massacre.
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Der melodische Opener „Forever„, das poppige „Burn Away“ und das kurze Instrumentalstรผck „Left Behind“ setzen dort an, wo das aktuelle Album aufgehรถrt hat. Kein Wunder, stammen die drei Titel doch aus der gleichen Albumsession.
Umso verwunderlicher ist es, dass diese drei Tracks nicht direkt den Weg auf das Album gefunden haben, verbinden sie doch alle Eigenschaften fรผr die „Pins & Needles“ von der Fachpresse gelobt wurde. Sie sind kraftvoll produziert, bezirzen mit ihrer Eingรคngigkeit und bieten gleichzeitig genug Abwechslung.
Fรผr die fรผnf Remixes konnten die Kanadier unter anderem Assemblage 23, Combichrist und Skold gewinnen, die die sonst รผberwiegend rocklastigen Songs ‚elektronisiert‘ haben. Abgerundet wird die EP durch das Bonus Video zu „In The Dark„.
„Imaginary Monsters“ ist ein weiterer groรer Wurf geworden und gleichzeitig der perfekte Nachschlag zum Album. Tipp!

http://youtu.be/u89gw1uWWto
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Mit „Antagony“ setzen die Rocker ihre Reise auf dem breiten Feld der dรผster-melodischen Rockmusik unvermindert fort. Mal รผberrascht die Band mit dem Einsatz von Keyboards und Streichern ( „Epiphany“ ), die unweigerlich an Bands wie Crematory erinnern, mal lassen die Jungs ihrer poppigen Ader freien Lauf und erinnern mit Songs wie „From The Cradle To The Grave“ oder „Son Of The Dawn“ durchaus an HIM oder 69 Eyes. Als Gegenpart feuern Lord Of The Lost mit „Sex On Legs“ einen dรผster-rockigen Stampfer ab, der durch seine schrรคge Produktion an Marilyn Manson erinnert. „Antagony“ ist ein durchaus abwechslungsreiches Album geworden, das allerdings eher den Fans von dรผsteren Saitenklรคngen ans Herz zu legen ist.

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Auf der Bonus-CD finden sich neben alternativen Versionen einzelner Albumtracks auch bisher unverรถffentlichte Remixes, sowie eine Coverversion eines Johnny Cash Songs. Accessory ist mit „Underbeat“ ein รผberzeugendes Werk gelungen, das den Spagat zwischen standardisierten Clubsongs fรผr die tanzfreudigen Schwarzkittel und ‚Klimperraver‘ und innovativen Ausflรผgen รผber den musikalischen Tellerrand hinaus souverรคn beherrscht.

http://youtu.be/Q1GD2oSwic8
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Sรคmtliche Songs auf dem Silberling sind in deutscher Sprache gefasst und lassen hier und da Analogien zu bekannten Bands wie z.B. Silbermond aufkommen.
Musikalisch wirkt das Album zwar wie aus einem Guss, lรคsst aber das „gewisse Etwas“ vermissen. Irgendwo zwischen dรผsteren Pop-Songs und dahinplรคtschernden Rockballaden gefangen, wirkt „Bittersรผร“ wie der verzweifelte Versuch einen klischeetriefenden Longplayer fรผr die schwarze Szene zu kreieren. Hinzu kommt, dass die Band auf musikalischer Basis auch eine gewisse Authentizitรคt vermissen lรคsst und dadurch absolut austauschbar daherkommt. Da hilft auch nicht die voluminรถse und glasklare Stimme von Mina.

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Genau dort knรผpft das 15 Track starke „Nostradamnation“ ohne groรe Umschweife an ohne dabei irgendwie altbacken zu wirken. Experimentelle Elektronika mischen sich hier unter treibende Rhythmen und veredeln so dรผster angehauchte Clubstampfer wie „Sleeping In Your Grave„, „Purgatory“ oder „4 3 2„. Demgegenรผber stehen von epischen Flรคchensounds getragene Tracks wie „Northern Winter„, das durchaus Parallelen zu Covenant aufblitzen lรคsst, oder „Lo Boy Truck„. Auf der Bonus-CD finden sich dann noch die fรผnf grรถรten Hits der Band, alle in gรคnzlich neuen Versionen abgemischt.
Dance Or Die liefern mit „Nostradamnation“ ein solides und dennoch auf seine Weise eigenwilliges Comeback ab, das sich seinen Platz in der Diskografie ohne Zweifel verdient hat.

http://youtu.be/gvDhOvXG26c
