
Der Blick in die Seele ist musikalisches Programm. Während es auf den letzten Alben vornehmlich cluborientiert zur Sache ging, fallen die Songs auf dem neuen Silberling kantiger und teils deutlich schwermütiger als bisher aus. Bereits mit dem theatralisch geprägten Opener „Seven Seas“ wird die Richtung des Albums eindrucksvoll reflektiert. Dunkle, balladeske Soundscapes weben das atmosphärische Grundgerüst, auf dem Oliver mit tiefer Stimme die Geschichte eines Rastlosen besingt.
Ähnlich schwermütig präsentieren sich auch Songs wie „At the End of the Day“ und „What’s Driving You On„.
Poppiger wird es dagegen mit Ohrwürmern wie „Über’s Wasser Gehen„, das übrigens von Tino Oac von den Söhnen Mannheims mit produziert wurde, oder genialen „Wrong Place Wrong Time„, einem typischen Obscenity Trial Song.
Überhaupt wirkt das gesamte Album wie aus einem Guss und lässt sich vorzüglich konsumieren. Etwas zackiger wird es dagegen nur mit „Shadows“ und „Inside„, die sich deutlich vom Rest des Albums abheben und genug Potential mit sich bringen, um auch in den Clubs gespielt zu werden.
Im Gesamtkontext wirkt lediglich die zweite Single „Glück auf“ deplatziert und kann nicht überzeugen. Schade!
Trotz dieses kleinen Wermutstropfens kann „Soulstrip“ voll überzeugen und übertrifft seinen Vorgänger „That Night“ sogar um einige Längen! Obscenity Trial bieten hier ein ausgefeiltes Electropop-Album, das einfach Spass macht und für ein kurzweiliges Hörvergnügen sorgt.
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