Die Meister des psychedelischen Big Beat sind wieder da. Nach all den Singles und Gastauftritten der letzten Jahre überraschen sie jetzt auf ganzer Linie. Kein Gast, kaum Gesang, dafür ganz viele Synthesizer. Und eine vibrierende Platte, die fast wie eines ihrer legendären Live-Sets wirkt.

Tom Rowlands und Ed Simons haben in den letzten 15 Jahren mehr Erfolge zu verzeichnen als die meisten ihrer elektronischen Kollegen. Hitsingles, Nummer-1-Alben, Kollaborationen mit Weltstars und Live-Auftritte, die regelmäßig Trommelfelle erschütterten und Menschenmassen sich in Extase tanzen ließen.

Further” ist Studioalbum Nr. 7 und doch eine ziemlich deutliche Abkehr von ihren letzten Veröffentlichungen. Wie erwähnt, keinerlei Stargäste, fast reine Instrumentalität, nur ein paar Vokalspuren hier und da. Musikalisch liegt der Schwerpunkt auf den Synthesizern, auf guten alten Big Beats und einigem Nebulösen.

Die acht Tracks (auf 52 Minuten Länge) sind hier kaum auf Singletauglichkeit angelegt, das Album als Ganzes steht im Mittelpunkt. Es gibt einen klaren Spannungsaufbau, ein stetes Ineinanderfließen – auf die Live-Umsetzung (im Sommer auf diversen Festivals, wir hoffen auf mehr) darf man gespannt sein, mit den Visuals-Experten Adam Smith (der mittlerweile u.a. als Regisseur für die Kultserie “Dr. Who” arbeitet) und Markus Lyall wurden aufwändige Videos zu allen Songs kreiert.

So schlägt einen “Further” mit jedem Hören mehr in seinen Bann. Der fiepende Opener “Snow”, der die Steigerung immer nur antäuscht, dann jedoch nahtlos in das zwölfminütige Monster “Escape Velocity” übergeht, das in dicken Synthesizerwänden badet und ein Knaller für jede Tanzfläche und Lasershow ist. “Another World” wabert dann blubbernd vor sich hin und “Dissolve” lässt die psychedelische Seite der Brüder aufscheinen (hier aber ohne Noel Gallagher).

Und dann bläst einen “Horse Power” als legitimer Erbe der ewigen Bollergroßtat “Hey Boy Hey Girl” an die Wand. Gewaltig! Danach muss man bei “Swoon” erst mal durchpusten, bevor das poppige “K+D+B” die Ohren erfreut und zum Schluss “Wonders Of The Deep” eine klare Hommage an frühe (auch deutsche) Computermusikhelden darstellt.

Die Chemical Brothers haben es nicht mehr nötig Erwartungen zu erfüllen. Also machen sie, was sie wollen und überzeugen mit diesem kompromisslosen Synthesizer-Werk voll und ganz.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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