stereo_nightingale

Die sind immer noch für Überraschungen gut. Nachdem ihnen vor drei Jahren mit „Double Bubble“ und großartigen Konzerten ein Comeback gelang, legen die Stereo MCs nun ein Album vor, dass es schafft, typisch nach ihnen zu klingen und doch für die Band völlig neue Wege zu beschreiten.

Ein kurzer Blick auf die eigenwillige Karriere der Mannen um Rob Birch und Nick Hallam: Erste Single 1989, kleinere Achtungserfolge mit den ersten beiden Alben – dann plötzlich der Megahit „Connected“, eine der Hymnen der 90er Jahre. Das dazugehörige Erfolgsalbum war gar nicht mehr aus den Charts zu bekommen.

Doch dann bremsten sie sich selbst aus. Lehnten Mix- und Kooperationsanfragen von großen Namen ab, bekamen eine Schreibblockade und versäumten es, auf der Erfolgswelle rechtzeitig etwas nachzuschieben. Erst neun Jahre nach dem Hit folgte „Deep Down & Dirty“, das dann eben nicht mehr so abräumte (obwohl es wirklich gut war). Nach einem weiteren Album folgte das erwähnt starke „Double Bubble“, auf dem man die Elektronik ganz klar in den Vordergrund stellte und einige der zwingendsten Dancenummern der Karriere abfeuerte.

Und nun will man zu neuen Ufern aufbrechen. Was in diesem Falle bedeutet, dass große Teile des Albums nicht elektronisch, sondern mit herkömmlichen Instrumenten eingespielt wurden. Hinzu kommt, dass Rob nur noch wenig rappt, stattdessen singt er mit seiner relaxten und trotzdem typischen Stimmlage auf den meisten Songs.

Die veränderte Herangehensweise bedeutet nun aber eben nicht, dass hier eine völlig andere Band zu hören ist. Es ist immer noch dieser lässige Kniekehlengroove dabei, und die Tanzbarkeit ist ebenfalls erhalten geblieben (letztendlich ist dann auch genügend Elektronik vertreten). Es gibt ein paar sehr poppige Stücke, wie die mit Jamie Cullum aufgenommene Single „Boy“, die Piano, Bläser und dann noch Breakbeats über einem sehr eingängigen melancholischen Song vereint.

Auch „Far Out Feeling“ hat die markanten Breakbeats dabei, „Sunny Day“ ist geradliniger Dance (mit ein wenig Vocodereinsatz), „Manner“ groovt cool, wie die Stereo MCs immer waren, bei „Tales“ setzen ein House-Piano und später ein schicker Synthesizer die Farbtupfer, und mit „Bring It On (Path To The Mind And The Soul And The Spirit)“ hat man ein ganz altes Stück von 1989 geschickt generalüberholt.

Oldschool in unstaubig und mit modernen Mitteln – das sind seit einer ganzen Weile die Stereo MCs, und das steht ihnen nach wie vor sehr gut.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentar

  1. dennis
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    8.9.2011 - 19:18 Uhr

    „mit „Double Bubble“ und großartigen Konzerten ein Comeback“ ? die waren doch eigentlich nie wirklich weg?!