Eigentlich war alles anders geplant. Straffer und konzeptioneller, denn eigentlich sollte „Senior„, das neueste Werk aus dem Hause Röyksopp, bereits im vergangenen Jahr erscheinen. Quasi als Pendant zum poppig-verspielten „Junior„. Nach diversen Verschiebungen und mit Hilfe eines neuen Labels, hat es das nordische Duo nun endlich geschafft seinen Senioren frei zu lassen.

Ein bekanntes Sprichwort sagt: „Wie der Vater, so der Sohn.“
Im Falle der beiden Alben „Junior“ und „Senior“ von Röyksopp trifft allerdings das genaue Gegenteil zu.
Gesetzter, reifer und deutlich ruhiger präsentieren sich Svein Berge und Torbjorn Brundtland auf ihrem vierten Studioalbum.
Die auf die Dancefloor zielenden Beats von „Junior“ sind verstummt und weichen andächtigen, zum Teil schwermütig tönenden Flächen- und Ambientsounds, die dieses reine Instrumentalalbum nachhaltig prägen.

Getragen von einem düsteren Streicherensemble, baut der Opener „And The Forest Began To Sing“ einen so effektiven wie verheißungsvollen Spannungsbogen auf, der in den einzigen Up-Tempo Song „Tricky Two“ überleitet. Im Vergleich zu „Tricky Tricky„, das auf ‚Junior‘ ordentlich Dampf macht, ist diese Version als Bindeglied zwischen den beiden Alben zu verstehen. Vom Sound fällt „Tricky Two“ dabei deutlich kantiger und organischer aus, was in erster Linie durch die eingesetzte Bassgitarre erreicht wird. Dass hierdurch geöffnete, deutlich differenziertere Klangspektrum offenbart auch bei den folgenden sieben Songs ein Wechselbad der nordischen Vielfältigkeit.

Von fröhlich beschwingend, wie bei „The Alcoholic“ und „Forsaken Cowboy„, bis hin zum düsteren Outro „A Long, Long Way“ treibt es den Hörer hier in verschiedensten Richtungen. Den wohl prägnantesten und zugleich elegischsten Song liefern Röyksopp mit „The Fear“ ab. Die hier kombinierten Soundscapes und Streicher nehmen den Hörer auf eine beeindruckende, audiophile Reise mit. Grandios!

Senior“ ist definitiv kein Album, das man ‚mal nebenbei hören kann‘. Vielmehr verlangt es vom Hörer, sich mit den hier gebotenen Songs eingehend zu beschäftigen und sich mit dem Gesamtkunstwerk auseinanderzusetzen. Ein feiner wie mutiger Zug in einer Zeit, wo der Musikmarkt derart schnelllebig ist und kaum einen Blick abseits des musikalischen Mainstreams zulässt. Wer Röyksopp also von einer anderen, deutlich tiefgründigeren und vor allem ruhigeren Seite kennenlernen möchte, bekommt hier eine sehr gute Gelegenheit. Allen anderen sei an dieser Stelle nochmals der flippige „Junior“ ans Herz gelegt!

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