Die Zukunft ist ein Rave

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Was für ein schräg-schöner Albumtitel! Und was für eine Rückkehr zu Topform! Karl Hyde und Rick Smith beweisen, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören.

Knapp sechs Jahre ist ihr letztes Album, „Barking“, schon wieder her. Hyde war zwischendurch immer wieder anderweitig aktiv (u.a. solo und mit Brian Eno), als Underworld hat man zuletzt das eigene Erbe gepflegt und die Meisterwerke „Dubnobasswithmyheadman“ und „Second Toughest In The Infants“ schick wiederveröffentlicht.

Das hat die beiden Herren offensichtlich angestachelt, denn schon mit der Vorabsingle „I Exhale“, die das Album hier in voller achtminütiger Schönheit eröffnet, zeigen sie, dass sie noch immer gehörig Druck entfachen können, egal, ob sie sich nun auf einem Rave oder in einem Rockerclub befinden.

Auch das folgende, stoisch nach vorn marschierende „If Rah“ erinnert an beste „Lager, Lager, Lager“-Zeiten und das wummernde „Low Burn“ macht das Trio der epischen Tracks und im Prinzip auch schon die tanzfreudige(re) erste Plattenhälfte komplett.

Anschließend widmen die beiden Herren sich ihrer ruhigeren und (hier aber nur streckenweise) experimentelleren Seite. Erst wird eine akustische Gitarre gezupft („Santiago Cuatro“), dann minimalistisch entspannt im Mantra geschwebt („Motorhome“), dann lässt man es etwas plätschern („Ova Nova“), um abschließend doch noch mit dem eingängigen Electropop von „Nylon Strung“ ein Achtungszeichen zu setzen.

Rechtzeitig zum Drehbeginn von „Trainspotting 2“ haben sich Underworld mit diesem Album wieder in Spitzenstellung für dessen Untermalung gebracht. Danny Boyle wird genau zugehört haben.

Die depechemode.de-Wertung:
8 / 10

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Letzte Aktualisierung: 21.4.2016 (c) depechemode.de

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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