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Gut Ding will Weile haben. Der Autor wollte schon länger mal einen Artikel mit dieser altertümlichen Redewendung eröffnen. Beim neuen Album von Ira Atari passt das aber auch gut, denn erstens hat es ganz schön gedauert und zweitens ist es ein echt gutes Ding geworden.

Vor fünf Jahren empfahlen wir „Shift“, das erste „richtige“ Album (vorher gab es bereits eine Dance-Platte, zusammen mit Rampue) von Ira Atari, die eigentlich Ira Anika Göbel heißt. Es brachte eine willkommene feminine und (electro-)poppige Note in den wilden Bubenstall von Audiolith Records. Doch dann dauerte es, und es änderte sich einiges in der Atariwelt.

Entscheidend war wohl der 12.12.12, denn da traf Ira auf Bernhard Raser, damals noch anderswo als Schlagzeuger tätig. Es funkte gewaltig, und ab da war Ira Atari ein Duo. Und offensichtlich eines, das seine künstlerische Arbeit gewissenhaft und geduldig ausübt. Als erstes Lebenszeichen gab es 2014 die „Heroes“ EP, deren fünf Stücke den Sound in eine analogere, eingängigere, ja auch wärmere Ecke schoben (und die dem Album neben zwei weiteren Songs freundlicherweise als Bonustracks angehängt wurden). Euphorisierende Popmusik war das, da freute man sich auf den Longplayer.

Der nun endlich draußen ist und die Vorfreude war gerechtfertigt. Man ist musikalisch eindeutig gereift, auf dem Album greifen die Synthesizer bestens ineinander, und man nimmt häufiger auch mal das Tempo heraus. So träumt man sich mit „Thinking Of You“ und „Sleep“ durch den Auftakt und wird mit „Sad Girl“ und „Crocodiles“ zu schwelgerischen Sounds gar richtig melancholisch.

Mit dem Titelsong steigt der Optimismus wieder, und das eingängige „Monday“ bringt uns endlich einen neuen Lieblingssong, mit dem sich der oft schlimme Wochenanfang besser ertragen lässt. Dass man ruhig auch mal einen Blick oder ein genaueres Ohr auf die Texte werfen sollte, beweist u.a. „In Chains“ (Hallo Castingwahn! Und nein, keine DM-Coverversion.). Bei „Memories“ oder „Cold World“ darf man sich an skandinavische Electropopgöttinnen vom Schlage einer Karin Park erinnert fühlen, und den Schlusspunkt des Albums (vor dem umfangreichen Bonusteil) setzt das dynamische „Lost“.

Wie eingangs geschrieben: Gut Ding… ein wirklich gutes Ding, dieser Moment!

Die depechemode.de-Wertung:
8 / 10

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P.S. Ira Atari live:
03.11.2016 Leipzig – Werk2
04.11.2016 München – Kiste München
10.11.2016 Hamburg – Hafenklang
11.11.2016 Osnabrück – Zucker
12.11.2016 Kassel – Goldgrube
17.11.2016 Berlin – Musik&Frieden
18.11.2016 Bremen – Lila Eule
19.11.2016 Jena – Kassablanca
23.11.2016 Dresden – Ostpol
24.11.2016 Köln – Gebäude 9
25.11.2016 Wiesbaden – Kulturpalast

www.iraatari.de
www.facebook.com/IraAtari

Letzte Aktualisierung: 29.9.2016 (c) depechemode.de

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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