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Dass Matthew Dear ursprünglich aus dem Techno kommt und früher „Hands Up For Detroit“ mitgerufen hat, mag man kaum noch glauben. Denn auf seinem neuen Album klingt er bei aller Tanzbarkeit derart poppig, dass man ihn eher als Mitglied des LCD Soundsystems verorten würde.

Mittlerweile lebt Dear ja in New York und nimmt seine Musik auch dort auf. Ob es daran liegt, dass die Musik auf „Beams“ derart weltgewandt klingt? Wer weiß. Jedenfalls hat er sich seit seinem Albumdebüt „Leave Luck To Heaven“ (2003), das noch dem minimalen Techno frönte, enorm gewandelt und immer mehr dem Pop und klassischem Songwriting zugewandt. Doch selbst im direkten Vergleich mit dem Vorgänger („Black City“, 2010) zeigt er eine konsequente Weiterentwicklung und lässt die verschiedenen Stile nunmehr komplett selbstverständlich ineinander übergreifen.

Da legt die Single „Her Fantasy“ gleich vorab einen strahlenden Popstampfer auf den Kellerboden, und während man noch staunt, schiebt sich auf „Earthforms“ eine trockene Gitarre durchs Bild. Was natürlich nicht gleich einen Rocker aus Dear macht, dafür liebt er die Elektronik doch zu sehr. Überall zwirbeln und grooven die Synthesizer, dass es eine Freude ist. Dazu gibt es diverse geschickt verbaute Samples, die seine Kenntnis zwischen 80er Pop und moderner Tanzmusik á la WhoMadeWho beweisen.

Es scheinen sogar mal The Cure durch („Overtime“) und immer wieder auch die Herren Bowie und Byrne. Dear lässt auch immer mal ein paar Schrägheiten im Stile eines John Maus durchrutschen und stellt, ähnlich wie dieser, seine sicherlich eher nicht klassische Singstimme wie selbstverständlich oft in den Mittelpunkt, manchmal aber auch eher an den Rand.

Ja, und dann klingt er auf „Shake Me“ sogar fast noch nach Gary Numan (dem der Jetztzeit), was will man mehr?

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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